15. Mai 2026
Ein Artikel von
Claudia Handke
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Die Vermessungsverwaltungen stellen inzwischen in allen Bundesländern umfangreiche Geobasisdaten über Online-Zugriffe zur Verfügung. So können Rasterbilder wie Topografische Karten, Luftbilder und thematische Karten über Darstellungsdienste (WMS = WebMapService) abgerufen werden. Vektordaten, wie Liegenschaftsdaten, Schutzgebiets- und Verwaltungsgrenzen, können über Downloaddienste (WFS = WebFeatureService) heruntergeladen werden.
Zahlreiche Geodaten werden von den Diensten in verschiedenen Koordinatensystemen bereitgestellt. So stellen in Deutschland viele Dienste die Daten sowohl in UTM- als auch in Gauß-Krüger-Koordinatensystemen (GK) zur Verfügung. Damit ist es nicht notwendig zu transformieren, da die Daten direkt im Ziel-Koordinatensystem heruntergeladen bzw. angezeigt werden können.
Welche Koordinatensysteme von einem Dienst unterstützt werden, ist in den Metadaten des Dienstes hinterlegt, den sogenannten Capabilities. Hier werden die Koordinatensysteme mittels ihrer entsprechenden EPSG-Codes gelistet. Die EPSG-Codes 25832 und 25833 definieren UTM-Koordinatensysteme der Zonen 32 und 33. Die EPSG-Codes 31466 bis 31469 stehen für das GK-Koordinatensystem mit den Zonen 2 bis 5. Capabilities-Viewer werden von verschiedenen Vermessungsverwaltungen bereitgestellt.
Es gibt allerdings einen Unterschied bei der Bereitstellung der Koordinaten. UTM-Koordinaten werden immer in der Reihenfolge Ost-Wert und Nord-Wert angegeben. GK-Koordinaten zumeist in der Reihenfolge Hochwert und Rechtswert. Damit ist für den Abruf von Daten in GK ein Koordinatentausch festzulegen. Dies kann in card_1 sowohl beim WMS- und WFS-Import als auch bei den Kartendiensten berücksichtigt werden.
In der Definition eines Kartendienstes kann der Koordinatentausch für entsprechende EPSG-Codes explizit festgelegt werden. Damit wird bei der Nutzung eines Kartendienstes automatisch der Koordinatentausch auf das aktuelle Projekt-Koordinatensystem angepasst.
Beim WMS- und WFS-Import ist in GK-Projekten der Parameter „Koordinatenachsen tauschen“ zu aktivieren, damit der Abruf von Geodaten in einem bestimmten Koordinatenbereich als auch das Einlesen korrekt funktionieren.
Die in den Geodaten-Demoprojekten vorbereiteten Schemata für den WMS- und WFS-Import sind ohne einen Koordinatentausch abgespeichert, da die Demoprojekte im UTM-Koordinatensystem angelegt sind. Wollen Sie die vorbereiteten Schemata in einem GK-Projekt nutzen, so müssen Sie den Koordinatentausch aktivieren. Die Kartendienst-Definitionen können unverändert genutzt werden, da hier der Tausch automatisch in Abhängigkeit vom EPSG-Code erfolgt.
Unterstützt ein Dienst keine GK-Koordinatensysteme, sondern nur UTM, so können beim WFS-Import die Daten in UTM abgerufen und direkt beim Import ins GK-Koordinatensystem des aktuellen Projektes transformiert werden. Dafür ist im Parameter „EPSG-Kode“ der UTM-Code einzutragen. Ein Koordinatentausch ist dann nicht notwendig. Über WMS heruntergeladene Rasterbilder werden über die Projekttransformation transformiert.
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