15. April 2024
Ein Artikel von
Rolf Milde
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In zunehmenden Maße werden von den Vermessungsbehörden der Bundesländer Raster-DGMs bis hin zu 1m Gitterabstand angeboten. Damit kann bei Vorplanungen unter Umständen auf das Aufmaß eines Geländemodells verzichtet werden. Da aber Bruchkanten wie Bordkanten und Stützmauern auch bei eine Punktdichte von 1 m nicht richtig modelliert werden, ist häufig eine Mischlösung sinnvoll. Dazu wird lediglich der trassen- oder baunahe Raum vermessen, während für die Außenbereiche die Höhen aus dem Raster-DGM genutzt werden. Bei diesem Szenario sollen 2 DGMs ohne Lücken und Höhensprünge zu einem zusammengefasst werden. Ähnlich verhält es sich bei Ergebnis-DGMs, die im Kernbereich DGMs aus Querprofilen nutzen. Dafür wurde eine etwas abweichende Vorgehensweise im Artikel www.igmilde.de/dgms-nachbearbeiten-bestand-und-planung-zusammenfassen beschrieben. Der hier aufgeführte Workflow hat den Vorteil, dass er auch bei großen DGMs schneller arbeitet. Dafür ist das Ergebnis ohne weitere Aufbereitung zur Höhenermittlung, nicht aber zur erneuten Triangulation geeignet.
Die Ausgangslage besteht aus 2 DGMs, dem Raster-DGM, welches den gesamten Baubereich überstreicht, und dem gemessenen DGM im trassennahen Bereich.
Abbildung 1: 1m-Raster-DGM des gesamten Bereichs
Abbildung 2: Vermessungs-DGM des Kernbereichs inkl. Bruchlinien
Zuerst muss der Bereich, der vom Vermessungs-DGM eingenommen wird, aus dem Raster-DGM entfernt werden. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Höhen im Grenzbereich übereinstimmen. Deshalb muss das Entfernen der Dreiecke aus dem Raster-DGM reichlich geschehen, alle vom Vermessungs-DGM auch nur ansatzweise berührten Dreiecke werden vollständig gelöscht. Diese Teilaufgabe kann das Skript „DGMs_nachbearbeiten“ über die Funktion Dreiecke löschen DGM in DGM lösen.
Abbildung 3: Skriptfunktion „Dreiecke im Bereich eines anderen DGMs löschen“
Wenn man nun das Vermessungs-DGM und das Raster-DGM mit der Aussparung gemeinsam betrachtet, wird ein Zwischenraum sichtbar.
Abbildung 4: Der Raum zwischen den beiden Modellen ist dunkelgrau erkennbar
In diesem Bereich muss die Höhenanpassung zwischen den beiden Modellen erfolgen. Dazu wird ein Zwischenmodell erzeugt, als Begrenzung die Randlinien der beiden Modelle nutzt. Diese Randlinien entstehen durch die DGM-Funktion Dreiecke Begrenzung.
Abbildung 5: Begrenzungen von DGMs als Linien speichern
Diese Linien enthalten nicht nur die Lage, sondern auch die Höhe der Randkanten der DGMs. Damit lassen sie sich diese Linien sowohl als Bruchlinien als auch als Begrenzung für das Zwischen-DGM benutzen.
Abbildung 6: Trianguliertes Zwischen-DGM mit Begrenzungslinien und Höhenschichtlinien
Das Zwischen-DGM füllt den Zwischenraum komplett aus und an den dargestellten Höhenlinien ist bereits erkennbar, dass die Höhen ohne Sprung über die Dreiecke aller 3 DGMs verlaufen. Damit ist die Höhe im Arbeitsbereich lückenlos vorhanden und abgreifbar. Um das Ergebnis in einem einzigen DGM zusammenzufassen, hilft nochmals eine Funktion des Skripts „DGMs_nachbearbeiten“.
Abbildung 7: DGMs zusammenkopieren
Im Ergebnis erhalten Sie ein vollständiges gültiges DGM.
Abbildung 8: Ergebnis-DGM in der 3D-Ansicht
Das verwendete Skript können Sie hier anfordern.
Kommentare
Steffen Dremel
für die Skript-Funktion "Dreiecke im Bereich eines anderen DGMs löschen" wäre es wünschenswert, wenn ein zusätzlicher Saum vorgegeben werden kann. Ich habe aktuell hier Ihren Workflow angewendet und es wurden mir für das Zwischen-DGM Punkte-auf-Linien/ Linienschnitt-Fehler gemeldet.