Zuordnung von Punkthöhen auf Linienpunkte – Teil 2

Die Einleitung zum Teil 1 lautete: Importiert man Topografiedaten aus verschiedenen externen Datenquellen, können sich Situationen ergeben, die beispielsweise bei der Erzeugung von Geländemodellen Probleme bereiten. Oftmals werden DXF/DWG-Daten mit einer vorab einzulesenden Punktdatei kombiniert. Aus der ASCII-Punktdatei erhält man auf diese Weise die Originalpunkte des Vermessers.

 

Der erste Artikel betraf den Fall, dass Linienkoordinaten ohne Bezug zur Punktdatenbank zu Vermessungspunkten gewandelt werden bzw. durch Punkte aus der Punktdatenbank ersetzt werden, wenn Lage und Höhe identisch sind. Damit wurden Modellfehler beseitigt, für die die Automatismen der Modellbearbeitung nicht wirksam werden können. Der in Teil 1 beschriebene Ablauf führt jedoch zu keinem Ergebnis, wenn die Linienkoordinaten keinen in Lage und Höhe identischen Punkt in der Punktdatenbank besitzen. Der klassische Fall ist gegeben, wenn man Linien beispielsweise über eine DXF-Datei ohne Höhe erhält. Die Vermessungspunkte lagegleich mit der gemessenen Höhe vorliegen.

Abb 1: Linie mit Koordinaten als Stützpunkt ohne Höhe und lagegleichen Vermessungspunkten mit Höhen

Abb 1: Linie mit Koordinaten als Stützpunkt ohne Höhe und lagegleichen Vermessungspunkten mit Höhen

Um die Linie in komplexer Weise höhenmäßig zu bearbeiten, bietet sich die Funktion „Höhen im Schnitt“ innerhalb der Linienbearbeitung der Topografie an. Dort wiederum wird die Funktion „Linienhöhe – aus DGM“ angewendet. Zur Vorbereitung ist es notwendig, ein DGM auf Basis der Einzelpunkte ohne Bruchlinien zu erstellen.

Abb 2: DGM auf der Basis der Einzelpunkte

Abb 2: DGM auf der Basis der Einzelpunkte

Anschließend erfolgt der Wechsel in die Funktion „Linien bearbeiten – Linie – Bearbeiten – Höhen im Schnitt“. Nach Wahl der aktiven Linie erscheint das Schnittfenster. In diesem ist es notwendig das DGM über „Daten Darstellen -DGM“ zeichnen zu lassen. Die Grafik im folgenden Bild zeigt den Ausgangszustand mit der Darstellung des DGMs und der aktiven Linie im Schnittbild bei der Wahl des Geländemodells.

Abb 3: Bild mit aktiver Linie und DGM „PUNKTE“ nach Anwahl der Funktion

Abb 3: Bild mit aktiver Linie und DGM „PUNKTE“ nach Anwahl der Funktion

Innerhalb der Funktion besteht die Möglichkeit, nur Linienpunkten eine Höhe zuzuweisen, die keine Höhe besitzen. Damit können ev, vorhandene Stützpunkte mit vom Modell abweichender Höhe unverändert bleiben. Die Höhe „0“ ist eine Höhe!

Abb 4: Linie mit Höhe „0“

Abb 4: Linie mit Höhe „0“

Im dargestellten Fall werden die Linienpunkte nicht verändert. Haben die Linienpunkte keine Höhe bzw. wählt man diese Option ab, dann ergibt sich ein Ergebnis wie im folgenden Bild.

Abb 5: Höhen im Schnitt für Linienpunkte (Böschungsoberkante)

Abb 5: Höhen im Schnitt für Linienpunkte (Böschungsoberkante)

Man sieht im Bild, dass die Linienstützpunkte weiterhin Koordinaten sind. In einem zusätzlichen Schritt könnten jetzt mit Hilfe der Funktion „Linien → Punkt“ die Koordinaten zu Vermessungspunkten gewandelt werden.

Abb 6: Punkte aus Koordinaten erzeugen

Abb 6: Punkte aus Koordinaten erzeugen

Mit diesem Schritt hat sich der Teil 1 des Artikels ausführlich beschäftigt. Diese Linien mit den neuen Höhen können nun in einem weiteren Schritt zur Verbesserung des DGM beitragen, indem man sie als Bruchlinien in das DGM einfügt. Dadurch werden die Dreiecke die bisher nur aus den DGM-Punkten berechnet wurden dahingehend verändert, dass nun tatsächliche Brüche im Gelände berücksichtigt werden.

Abb 7: neues DGM mit  Bruchkante und Linie im Schnitt

Abb 7: neues DGM mit Bruchkante und Linie im Schnitt

 

 

  


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