Stempel mit Projektinformationen ergänzen

Zum Ausfüllen von Stempeln gibt es derzeit verschiedenste Varianten, die seit Kurzem noch durch die Einführung von Projektattributen erweitert wurden.

Im Folgenden sollen diese Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen einmal kurz erläutert werden.

 

Ausfüllen des Stempels über die Zeichnungsbearbeitung

Die einfachste Möglichkeit differenzierte Texte im Stempel zu erzeugen ist das Eingeben und Bearbeiten der Texte über die Zeichnungsbearbeitung. Dazu wird der Stempel, der als Objektverweis in der Zeichnung eingefügt ist, aufgelöst, d.h. es werden alle Zeichnungselemente des Stempels in das aktuelle Zeichnungsobjekt kopiert und können dort bearbeitet werden.

Abb.1: "ausgefüllter Stempel"

Abb.1: „ausgefüllter Stempel“

 

Vorteil: Diese Vorgehensweise ermöglicht eine flexible Anpassung des Stempels für jede Zeichnung.

Nachteile: Die Änderungen sind auf die aktuelle Zeichnung beschränkt. Jede weitere Zeichnung muss wieder angepasst werden. Beim Neuerzeugen der Zeichnung muss auch der Stempel wieder bearbeitet werden.

 

Selbstdefinierte Textvariablen

Die selbstdefinierten Textvariablen werden im Stempel über sogenannte Platzhaltertexte positioniert und sind an dem Vorsatz „&_“ (einfacher Unterstrich) zu erkennen. Diese Platzhaltertexte bekommen für jede Zeichnung einen Wert zugewiesen, der dem Inhalt der Zeichnung entspricht. So eine Zuweisung erfolgt über die Zeichnungserzeugung in der Plotvereinbarung mit dem Befehl „TEXTVARIABLE“ oder über die Zeichnungsbearbeitung in der Tabelle „Textvariablen“.

Platzhaltertext:

&_Textvariable

Abb.2: "Stempel mit selbstdefinierten Textvariablen"

Abb.2: „Stempel mit selbstdefinierten Textvariablen“

 

Erfassung:

Zeichnung – Lageplanzeichnung erstellen- PLV bearbeiten,
Befehl: TEXTVARIABLE

Abb.3: "PLV: mit dem Befehl TEXTVARIABLE werden Werte zugewiesen"

Abb.3: „PLV: mit dem Befehl TEXTVARIABLE werden Werte zugewiesen“

 

Vorteil: Bei jeder Zeichnungserzeugung wird der Stempel ohne Nachbearbeitung des Stempels automatisch ausgefüllt. Eine nachträgliche Änderung ist für jede Zeichnung einzeln über die Tabelle der Textvariablen möglich.

Nachteil: Eine einheitliche Änderung von identischen Texten im Stempel über die Zeichnungsbearbeitung ist nicht möglich. Ändert sich beispielsweise der Bearbeiter oder die Länge des Bauabschnittes, so muss die Textvariable in jeder Zeichnung einzeln einen neuen Wert zugewiesen bekommen.

 

Systemtextvariablen

Während der Arbeit im CARD/1-Projekt werden Projektinformationen erfasst, die automatisch im Stempel eingetragen werden können. Dazu müssen die Platzhaltertexte für die sogenannten Systemtextvariablen im Stempel eingetragen werden. Die Systemtextvariablen erkennt man an dem Vorsatz „&__“ (doppelter Unterstrich).

Einige Textvariablen, wie das Datum (&__DATUM) und der Projektname (&__PROJEKT), werden sofort während der Bearbeitung des Stempels angezeigt. Andere Variablen, wie &__MASSTAB oder &__STATION bekommen erst beim Einfügen des Stempels in das Zeichnungsobjekt einen Wert zugewiesen.

Platzhaltertext:

&__Systemtextvariable

Abb.4: "Systemtextvariablen im Stempel"

Abb.4: „Systemtextvariablen im Stempel“

 

Erfassung:

Projektinformationen werden während der Arbeit im Projekt erfasst

Vorteil: Bei den Systemtextvariablen entfällt die gesonderte Zuweisung der Werte für die Textvariablen über die Plotvereinbarung. Werden die Projektinformationen, wie z.B. der Projektpfad (&__PROJEKTPFAD), während der Projektbearbeitung geändert, so werden diese Änderungen sofort in die jeweiligen Zeichnungen übernommen.

Nachteil: Das eben beschriebene Nachführen der geänderten Projektinformationen in allen Zeichnungen ist in einigen Fällen nicht erwünscht. Sollen abgeschlossene Zeichnungen beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgegeben werden, so sind im Stempelfeld geänderte Werte für die Systemtextvariablen eingetragen, wenn zwischenzeitlich die Projektinformationen verändert wurden.

 

Blattnebenattribute

Einige Systemtextvariablen sind vom jeweiligen Blattschnitt abhängig, mit dem die Zeichnung erzeugt wurde, z.B. &__BLATT_NAME, &__BLATT_MASSSTAB, &__BLATT_FLÄCHE_Z usw. Diese Blatteigenschaften reichen aber oftmals nicht aus, um alle blattbezogenen Informationen in den Stempel zu übernehmen. Aus diesem Grund wurden für die Blattschnitte Nebenattribute eingeführt. Jedes dieser Nebenattribute kann sofort als Textvariable im Stempel vereinbart werden. Ein einfaches Beispiel für blattbezogene Informationen, die im Stempel enthalten sein können, sind die Stationsbereiche für den jeweiligen Blattausschnitt. Unter der Funktion „Blattschnitt bearbeiten“ können für jeden Blattschnitt Nebenattribute definiert werden. Dazu können beispielsweise die zwei Attributstypen VONKM und BISKM eingetragen und sofort mit den Werten z.B. 0+ 0,000 und 1+ 620,000 belegt werden. Wenn im Stempel dann die Platzhaltertexte &_VONKM und &_BISKM positioniert werden, wird sofort nach dem Erzeugen der Zeichnung der Stempel gefüllt.

Platzhaltertext:

&_Nebenattributsname

Abb.5: "Blattnebenattribute als Textvariable im Stempel"

Abb.5: „Blattnebenattribute als Textvariable im Stempel“

 

Erfassung:

Zeichnung – Blattschnitt bearbeiten – Nebenattribute

Abb.6: "Erfassung der Blattnebenattribute"

Abb.6: „Erfassung der Blattnebenattribute“

 

Vorteile: Die Blattnebenattribute sind die einzige Möglichkeit selbstdefinierte blattbezogene Textvariablen zu vereinbaren. Die blattbezogenen Systemtextvariablen, die oftmals im Informationsgehalt nicht ausreichten, werden somit erweitert.

Nachteil: Die Blattnebenattribute müssen für die einzelnen Blattschnitte erfasst werden. Sie gelten nur für blattbezogene Zeichnungen, wie Lageplanzeichnung und Achszeichnung. In Längsschnitt- und Querprofilzeichnungen müssen andere Systemvariablen beispielsweise für Blattnummern definiert werden (siehe Systemvariablen).

 

Projektnebenattribute

Stempelinhalte, die einheitlich für das gesamte Projekt gelten, können seit Kurzem über selbstdefinierte Projektattribute erfasst und im Stempel abgebildet werden. Unter „Projekt – Projektnebenattribute bearbeiten“ können unterschiedlichste Attributstypen und die dazugehörigen Werte für jedes Projekt eingetragen werden, z.B. für die Streckenbezeichnung, die Baumaßnahme, den Auftraggeber usw. Mit dem Platzhaltertext &_ [Nebenattributsname] (einfacher Unterstrich) z.B. &_[STRECKENBEZEICHNUNG] wird der Wert in allen Stempeln des Projektes eingetragen.

Platzhaltertext:

&_ [Nebenattributsname]

Abb.7: "Projektnebenattribute als Textvariable im Stempel"

Abb.7: „Projektnebenattribute als Textvariable im Stempel“

 

Erfassung:

Projekt – Projektnebenattribute bearbeiten

Abb.8: "Erfassung der Projektnebenattribute"

Abb.8: „Erfassung der Projektnebenattribute“

 

Vorteile: Die projektbezogenen Systemtextvariablen, die oftmals im Informationsgehalt nicht ausreichten, werden dadurch erweitert. Mit den Projektnebenattributen werden selbstdefinierte Textvariablen einmalig für das gesamte Projekt bereitgestellt. Ändert sich beispielsweise während der Projektbearbeitung die Bezeichnung des Auftraggebers, so muss diese lediglich in den Projektnebenattributen angepasst werden und dadurch werden automatisch alle Zeichnungen im Projekt nachgeführt.

Nachteil: Das Nachführen der geänderten Projektattribute in allen Zeichnungen ist in einigen Fällen nicht erwünscht, da beispielsweise auch bereits abgeschlossene Zeichnungen im Projekt verändert werden.

 

  


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