Overlay-Funktionen des Grunderwerbs universell nutzen

Ein zentraler Punkt der Grunderwerbsbearbeitung beteht darin, aus den flurstücksübergreifenden Bedarfsflächen Erwerbsteilflächen zu produzieren, die dann jeweils nur in einem Flurstück liegen. Diese Funktion zur Flächenverschneidung ist eine spezielle Form der Overlay-Funktionen, die im Grunderwerbsmodul zur Verfügung stehen und auch für andere Einsatzgebiete genutzt werden können.

Overlay-Funktionen bei Flächen allgemein
Allgemein und unabhängig vom jeweils angewendeten Programmsystem gibt es 3 wesentliche Überlappungsfunktionen von Flächen

Intersection / Durchschnitt: Union /Vereinigung: Difference /Differenz:
* * *

Overlay-Funktionen in CARD/1
Zur Nutzung müssen jeweils 2 Schichten mit vorhandenen Flächenlinien und eine Zielschicht festgelegt werden. Die Art der Überlappung wird mit einem Schalter „Teilflächen außerhalb Verschnitt“ gesteuert. Ausgewertet wird dieser Schalter für Flächen aus der zuerst angegebenen Schicht, so dass man durch Tausch der beiden Schichtangaben weitere Überlappungsvarianten erreicht.

Abb: Flächenverschneidung

Wird dieser auf „weglassen“ gestellt, ergibt sich die Intersection:

Abb: Intersection

„nur diese erzeugen“ ergibt für die Flächen aus Schicht 1 (linke Fläche im Beispiel) eine Differenz:

Abb: Differenz

Die Union ergibt sich bei der dritten Schalterstellung „erzeugen“:

Abb: Union

 

Beispiele für Nutzung der Overlay-Funktionen außerhalb des Grunderwerbs

Beispiel 1: Variabler Grünstreifen als Restfläche
Zu einer Trasse wurde ein separater Radweg geplant. Dieser verläuft nicht immer parallel, sondern folgt teilweise einer eigenen Achse:

Abb.1.1: Straße und separat trassierter Radweg

Für den Zwischenraum ist neben Parkbuchten ein Grünstreifen vorgesehen. Entsprechend ergibt sich die Fläche dieses Streifens als Differenz zwischen den beiden Trassenstreifen. Um eine genaue Flächenfüllung zu erzielen, müsste man die Grünflächenumrandung exakt mit den Fahrbahnrändern abstimmen. Diese Arbeit lässt sich vermeiden, indem man die Linie als Vorgabelinie in einer eigenen Schicht anlegt. Dabei genügt es, diese Linie so einzugeben, dass sie die Fahrbahnränder nicht ungewollt schneidet:

Abb.1.2: Grünstreifen als grob vorgegebene Linie

Mit der Verschneidung und der Einstellung „Teilflächen außerhalb Verschnitt: nur diese erzeugen“ wird die Grünfläche exakt ausgeschnitten.

Abb.1.3: Automatisch exakt ausgebildeter Grünstreifen, Kodedarstellung

Beispiel 2: Kontrolle und Nachweis der Aufmaße
Eine Baugrube oder Trasse wurde vor und nach dem Aushub aufgemessen. Über die Modellverschneidung soll die Masse berechnet werden. Dies ist nur dort möglich, wo beide Aufmaße vorliegen. Die Bereiche, in denen nicht beide Aufmaße vorhanden sind, sollen dokumentiert werden. Über eine mehrfache Anwendung der Flächenverschneidung kann das Ergebnis leicht ermittelt werden. Ausgangsdaten sind zunächst die Umringe der beiden Aufmaße sowie die Baugrube/Trasse:

Abb.2.1: Erstes Aufmaß schwarz, zweites Aufmaß braun, Trasse als graue Fläche

Über die beiden Verschneidungen Aufmaß 1 mit Trasse und Aufmaß 2 mit Trasse jeweils mit der Einstellung „Teilflächen außerhalb Verschnitt: nur diese erzeugen“ werden die fehlenden Flächen ermittelt:

Abb.2.2: Fehlende Aufmaßbereiche schraffiert überlappt dargestellt

Für die zeichnerische Dokumentation würde dieses Ergebnis ausreichen. Wenn aber auch die Fläche, auf der beide Aufmaße fehlen, zahlenmäßig ausgewiesen werden soll, dann lässt sich hier noch eine weitere Verschneidung anschließen. Dabei werden die beiden Ergebnisschichten „Aufmaß 1 fehlt“ und „Aufmaß 2 fehlt“ nochmals miteinander verschnitten, diesmal mit der Einstellung „Teilflächen außerhalb Verschnitt: weglassen“. Über die Kodevergabe wird geregelt, dass die Ergebnislinien eine anderen Kode erhalten, damit sie sich u.a. andersfarbig darstellen lassen:

Abb.2.3: Fehlende Aufmaßflächen errechnet und als Text beschriftet

Weitere Beispiele
Weitere Beispiele sollen nur stichpunktartig erwähnt werden:

  • Ermittlung der Trassenflächen, die außerhalb aller Blattschnitte liegen
  • Verschneidung von Baugrundbeschaffenheiten mit Trassenverlauf
  • Aufbau aneinanderliegender Flächen bei verschiedenen Erwerbsarten
  • Zuordnung von Nutzungsarten zu Flurstücken oder Teilflächen
  • Ausschneiden von Leitungstrassen
  • Kode- oder Attributsübertragung auf Zielflächen

Die mit * gekennzeichneten Bilder stammen aus dem Wikipediaartikel: Mengenartikel

 


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