Neues card_1 Modul: BIM Bestandsmodellierung

Der Notwendigkeit, neben der planerischen Seite im BIM-Prozess auch Bestandsdaten innerhalb eines BIM-Projektes zu erfassen und zu verarbeiten, wird mit dem seit Version 9.102 verfügbaren Modul BIM-Bestandsmodellierung Rechnung getragen.

Die erste Ausbaustufe des Moduls noch als Script-Lösung geht auf umfangreiche Anregungen der LISt GmbH Hainichen zurück, die für zwei BIM-Pilotprojekte in Sachsen die Erfassung der Grundlagendaten übernommen hatte.

Das Modul „BIM Bestandsmodellierung“ vereint neue Funktionalitäten zur Modellierung und Attributierung flächen- und linienförmiger Bauwerke mit der frei verfügbaren und vorhandenen Funktionalität von „Topografie Bauwerke generieren“. (siehe Abbildung 1)

Abb. 1: Neue Funktionen zur Bestandsmodellierung

Abb. 1: Neue Funktionen zur Bestandsmodellierung

 

Ziel des neuen Moduls ist es, aus den im Rahmen der Vermessung aufgenommenen konventionellen Bestandsdaten 3D-Objekte in verschiedener Ausprägung abzuleiten, sowie begleitend deren Attributierung vorzunehmen. Damit wird die freie Ausgestaltung der Bauwerke für die Weitergabe im IFC- und CPIXML-Format innerhalb des BIM-Prozesses ermöglicht. Grundlage für die neue Funktionalität bilden Linien aus der Topografiebearbeitung. Der manuelle Erfassungsaufwand wird durch automatische Abläufe auf ein Minimum beschränkt.

Bestandteil des neuen Moduls sind auch Erweiterungen bei „Topografie Bauwerke generieren“.
Das neue Modul bietet damit für alle Bauwerkstypen einheitliche, automatisierte Abläufe.
Schlüssel für die effektive Anwendung ist die Festlegung und Auswertung fachspezifischer Kodes.
Für alle Funktionen unter „Bwk aus Linien“ wurde eine einheitliche Nutzerführung umgesetzt.
Diese beruht auf zwei verschiedenen Katalogen auf Basis von CSV- bzw. XLSX-Datei.
Die Eingabe im Einzeldialog über Masken ist selbstverständlich wie bisher möglich.

Ausgestaltungskatalog im CSV-Format

Der erste Katalog dient der geometrischen und grafische Ausgestaltung der Bauwerke.
Pro Bauwerkstyp wird im Regelfall ein eigener Vorgabenkatalog benutzt. Dieser kodebasierte Katalog wird als CSV-Datei verwaltet und lässt sich an jeweilige Nutzungsanforderungen anpassen.

Abb. 2: Liste mit Ausgestaltungskatalogen

Abb. 2: Liste mit Ausgestaltungskatalogen

 

Attributkatalog im XLSX-Format

Die Zuordnung der BIM-Attribute für die Baugruppen wird über eine zweite Katalogart mit frei definierbaren Attributen gesteuert. In den dazu angebotenen Tabellen können sämtliche Attribute aus den Auftraggeber-Informationsanforderungen eingegeben und ggf. auftragsbezogen verwaltet sowie angepasst werden.

Abb. 3: Dialog Bauwerksgenerierung

Abb. 3: Dialog Bauwerksgenerierung

 

Spezifische Attributkataloge sind praktisch für alle auf Linien basierende Bauwerkstypen nutzbar, also auch für Leitungen, Gebäude, Schutzplanken usw.

Abb. 4: Beispiel Attributkatalog

Abb. 4: Beispiel Attributkatalog

 

Über die Attributkataloge können derzeit bis zu 500 Bauwerkstypen verwaltet werden. Pro Bauwerkstyp können bis zu 40 verschiedene Attribute vorgegeben werden. Zu jedem einzelnen Attribut kann man maximal 20 Vorschlagswerte vorbelegen.
Die obige Abbildung aus dem Attributkatalog zeigt, wie variabel die Anzahl der Attribute abhängig vom Bauwerkstyp sein kann.
Den Schlüssel für die Zuordnung zum jeweiligen Typ bildet der Linienkode.

Neu für das Modul „Bestandsmodellierung“ entwickelt wurde die Funktion „Flächen“.
Hiermit können für geschlossene Linienpolygone beliebige Bauwerkstypen erzeugt werden. Dabei geht es nicht um die realitätsnahe grafische Ausgestaltung wie bei den sonstigen Bauwerken, sondern um die einfache Erfassung der Eigenschaften beliebiger flächiger Bauwerke. Die BIM-Attributierung erfolgt wie oben beschrieben ebenfalls über eine Excel-Tabelle.
Bei der Bauwerksgenerierung aus „Flächen“ können begleitend die Grundflächen der Körper aus einem Bestands-DGM ausgeschnitten werden, so dass ein Ergebnis-DGM mit Aussparungen für die Bauwerke entsteht.

Abb. 5: Maske zur Datenablage und Ausgabe der Topgrafie-Nebenattribute

Abb. 5: Maske zur Datenablage und Ausgabe der Topgrafie-Nebenattribute

 

Die vorausgehende Grafik zeigt, dass neben den genannten katalogbasierten Ausgestaltungs- und Attributierungsmöglichkeiten das neue Modul „BIM Bestandsmodellierung“ die Möglichkeit bietet, bereits am Topografieelement vorhandene beliebige Nebenattribute in das Bauwerk als BIM-Zusatzattribut zu übertragen.
Auf diesem Weg können in der Vermessung erfasste oder aus Schnittstellen wie dem GIS-(SHAPE)- oder WFS-Import erfasste Nebenattribute auf die 3D-Bauwerke übertragen werden.

Um unabhängig von 3D-Bauwerken Nebenattribute frei aus XLSX-Vorlagen für Topografie-Linien übernehmen zu können, wurde die Funktion „Attributierung – Linien“ entwickelt.
Auch hier lässt sich ein kodebasierter Attribut-Katalog nutzen, über den auf Linien automatisiert Nebenattribute übertragen werden.
Nutzungsmöglichkeiten für die auf diesem Weg an Linien erzeugte Attribute bestehen unabhängig von der Bauwerksgenerierung beispielsweise als Filter in der Zeichnungserzeugung oder in der Weitergabe an geeignete Schnittstellen (SHAPE-Format beim GIS-Export).

Abb. 6: Erzeugung von Nebenattributen an Topo-Linien aus freiem Vorlagekatalog

Abb. 6: Erzeugung von Nebenattributen an Topo-Linien aus freiem Vorlagekatalog

 

Beispiel Flächen-Bauwerk

Die folgenden Grafiken zeigen in der Topografie am Beispiel einer Fläche mit Kode 28 für Grünfläche die Zuordnung von Eigenschaften aus dem Attribut-Katalog.

Abb. 7: Attributkatalog und Eingabedialog bei der Erzeugung des Flächenbauwerks

Abb. 7: Attributkatalog und Eingabedialog bei der Erzeugung des Flächenbauwerks

 

Abb. 8: Baugruppe „Fläche“ mit Zusatzattributen aus freier und geometrischer Attributierung

Abb. 8: Baugruppe „Fläche“ mit Zusatzattributen aus freier und geometrischer Attributierung

 

Abb. 9: Desite MD mit Bauwerk einschließlich Attributierung aus card_1

Abb. 9: Desite MD mit Bauwerk einschließlich Attributierung aus card_1

 

Der Link https://youtu.be/xfv1N6kZzrw führt zu einem begleitenden Beitrag im YouTube-Kanal von card_1.


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