Erzeugen von KAN-Dateien aus Linien einer Schicht – Demo-Projekt „83_KAN_Generierung“

Für eine einfache Darstellung von Entwässerungsleitungen, ohne dass dafür eine hydraulische Berechnung durchgeführt wurde, gibt es ein CARD/1-Script, welches Daten aus der Topografie nutzt.
Dieses Script greift auf eine Schicht zu und generiert aus den Linien Haltungen, aus den Stützpunkten der Linien die dazugehörigen Schächte. Diese Daten werden in der sogenannten KAN-Datei abgelegt, welche die Basis für die Zeichnungsgenerierung ist. Der eigentliche Nutzen des Scriptes erschließt sich in der einfachen und komfortablen Zeichnungserstellung, die ansonsten eine Fülle von Handarbeit beinhalten würde.
Um den Ablauf nachvollziehbar darzustellen, wurde ein Demo-Projekt erarbeitet.
Das Projekt beinhaltet die Schritte von der Eingabe der Kanalgeometrie als Linien bis zur Zeichnungserstellung. Die Ergebnislängsschnitte gliedern sich in Pläne, die ausschließlich den Kanal beinhalten, und in Pläne, die den Kanal in Relation zur Straßenachse darstellen.
Voraussetzung für die Nutzung des Scripts sind die Module „Kanallängsschnittzeichnung erstellen“ und „Längsschnittzeichnung“ erstellen. Das Script lässt in einer ersten Ausbaustufe noch keine Entlastungen zu.

1. Eingabe Entwässerungssystem in der Topografie
Das Kanalnetz muss als Linie mit Punkten als Stützpunkt in eine Schicht des Lageplans eingegeben werden. Die Eingabe von Schächten und Haltungen kann getrennt in 2 Schritten erfolgen:
Die Schachtpunkte können über „Punkte bearbeiten“ konstruiert werden. Alternativ könnten die Schächte als gemessene Punkte vorliegen. Die Punktnummer darf zur weiteren Verwendung als Schachtnummer Kanal nicht mehr als 12 Stellen haben. Eine Punkthöhe ist zwingend erforderlich. Diese wird als Deckelhöhe interpretiert. Als zweiter Schritt werden dann die Haltungen als neue Linie eingegeben. Dabei ist zu beachten, dass die Laufrichtung der Linie gleichzeitig die Fließrichtung darstellt.
Die Eingabe des Entwässerungssystems kann auch in einem Schritt erfolgen. Im Beispielprojekt wurde das Entwässerungsnetz direkt über die Funktion „Linie – neu“ erzeugt. Zur Höhenvorgabe wurde das Geländemodell „BESTAND“ genutzt. Mittels der in der Grafik vorgegebenen Option werden bei der Linieneingabe aus der Fadenkreuzposition neue Punkte generiert. Optional werden auch vorh. Punkte genutzt, beispielsweise bei der Eingabe des seitlichen Zuflusses zum Hauptstrang (Schachtnummer RS003).

Abb 01: “Eingabe Netzstruktur als Linie”

2. Generieren der KAN-Datei
Über FAVORITEN wird das Script über „Generieren KAN aus einer Linienschicht“ aufgerufen.
Im Dialog wird die Nummer der neu zu erzeugenden Datei, deren Herkunftsschicht, begleitende Daten zum Netz und Voraussetzungen zur Berechnung der Sohlhöhen eingegeben. Die Sohlhöhe wird über die Deckelhöhe der Punkte gewonnen – am ersten Schacht demzufolge aus der Mindestüberdeckung, ab dem 2. Schacht entweder aus der Mindestüberdeckung oder dem Mindestgefälle.
Zu beachten ist, dass die seitlichen Zuläufe in der selben Weise berechnet werden, so dass sich für die Zulaufhöhe am Schacht mit 2 Zuläufen zwei verschiedene Sohlhöhen ergeben werden. Die Bewertung der Geometrie muss vom Anwender vorgenommen werden.

Abb 02: “Eingabemaske zum Genereieren der KAN-Datei”

Abb 03: “KAN-Datei im Editor”

3. Generieren von Kanalachsen und Rohrsohlen
Die KAN-Datei wird im nächsten Arbeitsschritt über den Menüpunkt „Entwässerung – Kanaldaten für Zeichnung vorbereiten“ ausgewertet. Vor der Auswertung kann die gewählte KAN-Datei mit „editieren“ im Editor bearbeitet und geprüft werden. Dabei besteht die Möglichkeit, die generierten Haltungsdaten zu ver¬ändern. Es können Informationen ergänzt oder auch die vorhandenen Daten von Haltungen/Schächte überarbeitet werden, beispielsweise kann man Nennweite oder Material einzelner Haltungen bearbeiten.

Die Auswertung der KAN-Datei erfolgt entweder als eigenständige Achse über die Funktion „Erzeugen – Kanalachsen“ oder zugeordnet zu einer Straßenachse mit „Erzeugen – Rohrsohlen“. Es können natürlich auch beide Varianten für ein Kanalnetz genutzt werden.

Die Funktion „Erzeugen – Kanalachsen“
Als Ergebnis dieser Funktion erhält man eine eigenständige Achse für seinen Kanal. Diese Achse ist wie eine im Achsentwurf von CARD/1 entworfene Achse auswertbar, dort jedoch nicht bearbeitbar.
Bei der Generierung muss aus dem Kanalnetz der entsprechende Strang über die Angabe von Anfangs- und Endschacht als Achse definiert werden. Die Achsnummer darf nicht doppelt vergeben werden. Für die Zeichnungsauswertung maßgebend ist die Sohldatei. Die Stationsliste und speziell die Steuerliste lassen sich in anderen Modulen, letztere besonders in der Profilentwicklung auswerten.

Abb 04: “Erzeugen Kanalachsen”

Hier im Beispiel wird eine eigenständige Kanalachse mit der Nummer 11 von Schacht RS001 bis RS005 erzeugt.

Die Funktion „Erzeugen – Rohrsohlen“
Diese Funktion führt zu einem Kanalstrang, der sich auf eine fremde Achse bezieht, im Regelfall eine Straßenachse oder ein zweiter Kanal. Als Voraussetzung muss demnach diese Bezugsachse existieren, die im Grundriss nicht identisch zum Kanal ist. Die Verfahrensweise ist analog zum „Erzeugen – Kanalachsen“ – aus dem Netz wird ein Strang über die Eingabe von Anfangs- und Endschacht herausgegriffen. Dieser Teil sollte geometrisch einen Bezug zur gewählten Achse haben. Ein zur Achse rechtwinklig verlaufender Kanalstrang lässt sich nicht sinnvoll im Längsschnitt der Straßenachse abbilden. Die Ergebnisse sind Sohldatei und Stationsliste.

Abb 05: “Erzeugen Rohrsohle zu einer Bezugsachse”

Ein seitlicher Zulauf oder ein Nebenstrang, der in der Längsschnittzeichnung mit dargestellt werden soll, wird ebenfalls über diese Funktion einer Bezugsachse zugeordnet. Das kann die selbe Straßenachse wie im vorherigen Bild sein. Die Rohrsohle kann sich aber auch auf eine Kanalachse beziehen.

Abb 06: “Erzeugen Rohrsohle für seitlichen Zulauf”

4. Erzeugen der Längsschnittzeichnung
Die weitere Verarbeitung der Kanalachsen bzw. der Sohldateien findet in „Zeichnung – Längsschnittzeichnung erstellen“ statt. Abhängig von der gewählten Variante wird hier die Achsnummer der Straßenachse (im Beispiel Achse 1 mit Vereinbarung 1 und 2) oder der Kanalachse (Nr. 11 mit Vereinbarung 1) gewählt.

Abb 07.1: “Anlegen/Wahl der Vereinbarungen für die Längsschnittzeichnung”

Die Vereinbarung beinhaltet spezifische Anweisungen für den Bereich Entwässerung neben den standardmäßigen Anweisungen für den Zeichnungsrand, den Maßstab, den Stempel, für das Zeichnen und Beschriften von Gradiente sowie Bestandsgelände (Bild 8). Jede Anweisung zum Bereich Entwässerung erzeugt einen separaten Maßkasten in einem Block von Bemaßungen (Bild 9). Für die Zeichnung können die Elemente generiert werden, die in der KAN-Datei enthalten sind. Damit baut sich ein nahezu nachbearbeitungsfreies Bild auf, in der z.B. die Maßlinien im Bereich der Haltungen ausgespart sind. Auch die Stationsbezüge zu einer Straßenachse werden automatisch hergestellt, beispielsweise werden die Haltungen gestaucht zu den Elementen der Straßenachse dargestellt.

Abb 08: “Vereinbarung für Längsschnittzeichnung Strassengradiente und Kanal”

5. Nachbearbeitung KAN-Datei
Da die Zeichnungserstellung automatisiert abläuft und im Wesentlichen ohne Nacharbeit auskommt, bietet es sich an, die KAN-Datei um die Informationen per Editor zu ergänzen, die beim Prozess des Erzeugens der Datei (siehe Bild 2) nicht abgefragt werden, aber vielleicht bekannt sind wie zum Beispiel Straßennamen, Hydraulikwerte, Energie- und Wasserspiegellinien.

Abb 9: “Ereigniszeichnung”

Ein weiterer Anlass für die Bearbeitung der KAN-Datei im Editor kann der Umstand sein, dass man teilweise generierte Inhalte, die über die gesamte Datei erzeugt wurden, ändern möchte, um z.B. haltungsweise Profilangaben und Sohlhöhen anzupassen. Bild 10 zeigt eine erweiterte KAN-Datei.

Das Script zum Erzeugen der KAN-Datei können Sie hier laden ([Download nicht gefunden.]). Es setzt die Lizenzierung von CARDScript voraus. Das Erzeugen von Längsschnitten mit Entwässerung setzt die Module „Längsschnittzeichnung erzeugen“ und „Kanallängsschnittzeichnung“ voraus.

Abb 10: “erweiterte KAN-Datei”

 


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