Erfassen von GIS-Daten für ArcInfo® am Beispiel Baumkataster

Mit der Shape-Schnittstelle erschließt sich für CARD/1 ein direkter Austausch mit dem GIS-Programm ArcInfo® von ESRI. Daraus ergibt sich, dass das Aufgabengebiet „GIS-Erfassung“ für Auftraggeber, die mit ArcInfo arbeiten, effektiv bedient werden kann. Aber auch andere GIS-Systeme wie z.B. MapInfo® besitzen in der Regel eine Shape-Schnittstelle, so dass auch dorthin ein entsprechender Datenaustausch möglich ist.
Die Besonderheit der Shape-Schnittstelle im Gegensatz zu z.B. DXF ist, dass hier nicht nur die Grafik, sondern auch Sachinformationen zu den einzelnen Objekten ausgetauscht werden können, was bei einem GIS-System unerlässlich ist. Das soll am Beispiel eines Baumkatasters beschrieben werden.

1. Erfassung der Baumdaten mit CARD/1
Die eigentliche Arbeit, die der Datenübergabe vorausgeht, ist die Erfassung der GIS-Daten. Bei den Bäumen kann dies eine geometrische Erfassung mit Messgerät und zusätzlich die Sammlung von Attributen sein. Da Bäume in CARD/1 eine Extra-Datenart darstellen, können die wichtigsten Attribute direkt gespeichert werden. Der Baum im CARD/1-Lageplan wird standardmäßig als Kreis in der Größe des Kronendurchmessers angezeigt:

Abb: “Bearbeiten der Baumattribute im CARD/1-Lageplan”

Von den vorgegebenen Attributen sollen hier neben der Baumart nur der Stammdurchmesser und der Kronendurchmesser genutzt werden. Andererseits sei gefordert, dass auch Eigenschaften mitgegeben werden, die nicht als Baumattribut verdrahtet sind. Ein Beispiel dafür sei die Zugehörigkeit zu einer Straßenmeisterei. Solche Eigenschaften können als Nebenattribut vereinbart und erfasst werden:

Abb: “Bearbeiten der Baum-Nebenattribute im CARD/1-Lageplan”

2. Ausgabe der Baumdaten über die Shape-Schnittstelle:
Da das Shape-Format beliebige Objektattribute zulässt, muss zunächst über ein Ausgabeschema definiert werden, welche Daten übertragen werden sollen. Für jede Datenart muss eine eigene Shape-Datei erzeugt werden und für jede wird eine Definition der Attribute sowie eine Festlegung, welche CARD/1-Daten ausgegeben werden sollen, benötigt. Entsprechend enthält ein Ausgabeschema für jede Shape-Datei mindestens 4 Zeilen:

Beginn Shapedatei: "Baumbestand_Baum"; "+"; "PZ"; "Bäume"
 Attribute: $BART.BEZ!"Baumart"; $BKRONE; $BSTAMM; [gehört zu Straßenmeisterei]!"gehoert_zu"
 Datenselektion: 1; 5; "Baumbestand"
Ende Shapedatei

Als Shapedateiname wird „Baumbestand_Baum“ festgelegt. „PZ“ bedeutet, dass Punktobjekte mit Z-Wert ausgegeben werden, die CARD/1-Datenart ist „Bäume“. In der Attributzeile werden zunächst, beginnend mit „$“, die CARD/1-eigenen Attribute angesprochen, die ausgegeben werden sollen. Die Benennung entspricht dabei der, die auch für die Erzeugung von Lageplanzeichnungen mit Attributsauswertung verwendet wird. Nebenattribute, die ausgegeben werden sollen, müssen mit dem Attributsnamen in eckigen Klammern angegeben werden, hier „gehört zu Straßenmeisterei“. Während in CARD/1 der Name zur besseren Lesbarkeit mit Umlauten und Leerzeichen angegeben wurde, ist dies bei Shapes nicht zulässig. Dort stehen die Attribute in DBF-Dateien und diese sollten Feldnamen ohne Umlaute und Leerzeichen und mit maximal 10 Zeichen Länge bekommen. Entsprechend besteht die Möglichkeit, bei der Ausgabe einen Ziel-Feldnamen zu vergeben, und dies wurde für die Baumart und für die Zugehörigkeit zu einer Straßenmeisterei genutzt, aus „gehört zu Straßenmeisterei“ wird „gehoert_zu“. In einer weiteren Zeile zur Shapedatei wird festgelegt, welche Daten zur Ausgabe ausgewählt werden, hier sind dass die Bäume mit den Kodes 1 bis 5 in der Schicht „Baumbestand“.

Bei der Datenausgabe wird dann angegeben, dass das definierte Ausgabeschema genutzt werden soll und es entstehend die gewünschten Shapedateien.

3. Kontrolle und Auswertung der Shape-Ausgabe im ArcExplorer®:
Mit dem ArcExplorer ® hat ESRI ein kostenloses Tool zur bereitgestellt, mit dem sich Shape-Daten visualisieren und damit kontrollieren lassen. Nach Auswahl der Shapedatei ergibt sich zunächst folgendes Bild:

Abb: “Datenauswahl und Standardanzeige im ArcExplorer®”

Mit dem Tool ist es weiterhin möglich, die Anzeige anzupassen und sich die Daten zu jedem einzelnen Objekt geben zu lassen, so dass auch eine Kontrolle der Attribute möglich wird:

Abb: “Angepasste Datendarstellung im ArcExplorer ® und Abfrage der Daten zu einem Baum”

 


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen