DBF-Export mit Hilfe der Shape-Schnittstelle

Obwohl das Datenbanksystem dBASE in die Jahre gekommen ist und an sich keine nennenswerte Bedeutung mehr hat, wird das zugehörige Datenformat DBF weiterhin von vielen Programmen unterstützt. Neben nahezu allen gängigen Datenbanksystemen betrifft dies auch GIS-Systeme, allen voran ArcView © von ESRI. Diesen Umstand kann man sich zu Nutze machen, indem man die CARD/1-Shape-Exportschnittstelle zum DBF-Export und damit zum allgemeinen Datenbankexport nutzt. Die erzeugten Shape-Dateien werden immer auch von DBF-Dateien begleitet.
In folgendem Beispiel sollen die Straßeneinläufe exportiert werden, die sich in der Schicht „Straßeneinläufe“ befinden. Beim Export entstehen 3 Dateien:

  • Straßeneinläufe.shp
  • Straßeneinläufe.shx
  • Straßeneinläufe.dbf

Die DBF-Datei ist auch ohne die beiden anderen Dateien nutzbar. Den Inhalt kann man über die Shape-Exportschnittstelle bestimmen. Über Ausgabeschema generieren entsteht zunächst je nach Option ein Vorschlag für den Inhalt der DBF-Datei. Die voreingestellte Option aus jeweils erstem markierten Objekt erstellt im Ausgabeschema den Vorschlag.

   Beginn Shapedatei: "Straßeneinläufe_Symbol"; "+"; "PZ"; "Symbole"
       Attribute: $SNUMMER!"Symbolnr"; [zu_Straße]; [zu_Netz]; [Typ]
       Datenselektion: 1077; 1077; "Straßeneinläufe"
   Ende Shapedatei

Die Zeile „Attribute“ ist für den Inhalt der DBF-Datei verantwortlich. Neben der Symbolnummer werden standardmäßig die vorhandenen Nebenattribute aufgelistet. Die Straßeneinläufe dieses Projektes enthalten die Nebenattribute „zu_Straße“, „zu_Netz“ und „Typ“. Wird der Exportvorgang mit diesem Ausgabeschema durchgeführt, entsteht eine DBF-Datei mit folgendem Inhalt:

Abb: “DBF-Datei mit Symbolnummer und Nebenattributen”

Soll die DBF-Datei in einem Datenbanksystem, ggf. auch in einem GIS-System, ohne die Shapedatei genutzt werden, kann es wichtig sein, dass weitere Daten in der DBF-Datei gespeichert werden, die ansonsten über die Grafik transportiert werden. Das betrifft z.B. den Winkel der Straßeneinläufe. Wird beim Generieren des Ausgabeschemas die Option alle markierten Daten, ohne Nebenattribute gewählt, werden alle Daten aufgelistet, die bei jeglichen CARD/1-Symbolen als Attribute ausgegeben werden können. Die Attributzeile hat dann folgendes Aussehen:

Attribute: $SNUMMER!"NUMMER"; $SKODE!"KODE"; $SKODEBEZ!"KODEBEZ"; $SCHICHTNAME!"SCHICHT"; $SCHICHTBEZ; $SOBJEKT; $SFAKTORX; 
$SFAKTORY; $SWINKEL; $SLAGEX!"LAGEX"; $SLAGEY!"LAGEY"; $SPUNKT!"PUNKT"

Die Syntax für die Kennwörter zum Export ist in der Hilfe beschrieben und entspricht den Kennwörtern für die Lageplan-Zeichnungserzeugung, ist aber auch selbsterklärend. Sollen z.B. Punktnummer des Bezugspunktes, Winkel und Koordinaten der Straßeneinläufe mit ausgegeben werden, sind die Einträge „$SPUNKT“, „$WINKEL“, „$LAGEX“ und „$LAGEY“ zu übernehmen. Zusammen mit den Nebenattributen und mit angepasstem Dateinamen kann das Ausgabeschema beispielsweise wie folgt bearbeitet werden:

Beginn Shapedatei: "Straßeneinläufe"; "+"; "PZ"; "Symbole"
 Attribute: $SPUNKT!"Nr"; $SWINKEL; $SLAGEX!"X"; $SLAGEY!"Y"; [zu_Straße]; [zu_Netz]; [Typ]
 Datenselektion: 1077; 1077; "Straßeneinläufe"
Ende Shapedatei

Bei den Attributfeldern werden die Namen für die DBF-Datei entweder 1:1 aus dem Kennwort übernommen oder es wird ein Zielname im Ausgabeschema angegeben. Dies ist z.B. beim Kennwort „$SPUNKT“ der Fall, wo der Feldname „Nr“ vorgegeben wurde, weil die Punktnummern der Referenzpunkte bereits die Nummern der Straßeneinläufe enthalten. Mit dem Ausgabeschema lässt sich also die Ausgabe so formatieren, dass die Datensätze im System des Auftraggebers eingelesen werden können. Mit dem angegebenen Ausgabeschema ergibt sich ein DBF-Datei, die in der Anzeige mit dem Freeware-Programm DBF Viewer Plus (www.alexnolan.net) so aussieht:

Abb: “DBF-Datei mit ausgewählten Attributen”

Diese DBF-Datei lässt sich in vielen Datenbank- und GIS-Systemen oder auch in Microsoft Excel © einlesen. Beispielsweise ergibt der Import in Microsoft Access © folgende Datenbanktabelle:

Abb: “Datenbanktabelle nach Import in Microsoft Access ©”

Mit der Shape-Schnittstelle und der angepassten Nutzung von CARD/1-Attributen und Nebenattributen ist also ein nutzerdefinierter, auf die Bedürfnisse des Auftraggebers abgestimmte Ausgabe von Daten möglich, ohne dass hierfür spezielle Skripte benötigt werden.

 


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