Datenaustauschformate für BIM

Seit ca. 4 Jahren wird mit Forschungsvorhaben und Pilotprojekten des BMVI die Einführung des Building Information Modeling (BIM) auch für die Infrastrukturplanung vorbereitet.

Hauptziele der Einführung des „BIM 5D“ *1 sind ein durchgängiger Datenfluss und damit einhergehend die Transparenz alle Planungsinformationen mit dem Ziel einer gesteigerten Planungsqualität bei gleichzeitiger Minimierung von Kosten und Zeitabläufen.

Grundlage für das BIM sind digitale 3D-Bauwerksmodelle, die neben der detaillierten 3D-Geometrie des Baukörpers fachliche Attributierungen wie beispielsweise zu Materialien, Bauabläufen oder Baukosten enthalten. Diese „5D-Modelle“ können beginnend bei der Planung über die Ausführung bis zur Nutzung von allen Beteiligten übergreifend verwendet und auch bearbeitet werden.
Für den fach- und systemübergreifenden Zugriff auf diese Modelle sind die bisherigen Standardschnittstellen wie DXF®, REB oder OKSTRA® nicht geeignet. Ausgehend von Anwendungen im Hochbau bieten sich zwei Formate für die Nutzung in der Infrastrukturplanung an.

IFC-Format

Die Industry Foundation Classes, kurz IFC, sind ein offener Standard zur digitalen Beschreibung von 3D-Baukörpern. Dieser Standard wurde von einer international tätigen, nichtstaatlichen Organisation, buildingSMART International, ins Leben gerufen. In Deutschland findet die Zusammenarbeit innerhalb des buildingSMART e.V. statt, ein Interessenverband von Firmen, Lehreinrichtungen und privaten Mitgliedern.
Das IFC-Format ist hersteller- und produktunabhängig. Es ermöglicht die Übertragung der Merkmale und geometrischer Ausprägungen der Modellelemente, sowie deren logischer und räumlicher Struktur. Innerhalb des IFC-Formats sind fachliche Objekte festgelegt und deren Attribute vordefiniert. Eine freie Modellierung von 3D-Volumenkörpern ohne fachlichen Bezug ist nicht vorgesehen.
Die IB&T GmbH begleitet als Mitglied des buildingSMART e.V. die Entwicklung des Modellkörpers für den für den Bereich Infrastruktur. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden bisher für den Transport des Infrastruktur-Planungsmodells fehlende Klassen und Auswertemöglichkeiten entwickelt.

CPIXML-Format

Das CPIXML-Format ist proprietäres XML-Format, welches von der RIB Software AG im Zuge der Entwicklung und Markteinführung der Software RIB iTWO® definiert wurde. „CPI“ bedeutet „Construction Process Integration“. Analog zum IFC-Standard wurden geometrische Objekte u.a. für Straßen- und Tiefbauprojekte definiert, die den Austausch von Planungsmodellen im 3D ermöglicht. Diese Modelle bestehen aus Trassenkörpern, die neben der geometrischen Ausprägung Informationen über ihre Bedeutung (Mutterbodenabtrag, Tragschicht, Frostschutzschicht), Volumen und Mengen beinhalten. Des weiteren wurden im CPIXML-Format Definitionen für 3D-Flächen, 3D-Linien und 3D-Punkten mit vorgegebenen und freien Attributierungen getroffen.
Für beide Datenformate entwickelt die IB&T GmbH kurzfristig entsprechende Schnittstellenmodule. Die ersten Ergebnisse dieser Entwicklung können ab Mai 2016 bei unseren CARD/1-Infotagen im Vortrag „BIM im Verkehrswegebau“ in Augenschein genommen werden.
Weiterführende Informationen zum Thema BIM finden Sie unserer Kundenzeitschrift interAktiv 1/2016 u.a. im Artikel „BIM – der Einstieg ist geschafft“.

IFC-Standards unter: http://www.buildingsmart.de/bim-know-how/standards

*1 durch Zuordnung von Zeit- und Kostenkomponenten wird aus einem „3D-“ ein „5D-“ Bauwerk

 


 

 

 


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