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Zeichnungsränder, Rasterbeschriftung, Nordpfeil, Stempel und Legenden für die RE2012

Mit der card_1 Version 8.430 wurde für alle Anwender das Regelwerk „RE2012“ eingeführt, mit dem nun die Möglichkeit besteht, RE2012-gerechte Zeich­nungen zu erstellen. Bei der Erzeugung von Längs­schnitt­zeich­nungen werden diese Vorgaben bereits weitestgehend über die Funktion „Vereinbarung – neu RE2012“ automatisch umgesetzt.
Für Lageplan- und Achszeichnungen muss der Anwender die Änderungen für die RE2012 selbst in seine vorbereiteten Zeich­nungsvereinbarungen eintragen. Was dabei für die Erstellung des Zeichnungsrandes samt Stempelfeld, Gitternetzbeschriftung und Legenden zu beachten ist, soll in dem folgenden Artikel kurz erklärt werden.

Regelwerk RE2012 aktivieren

Das Regelwerk RE2012 enthält alle Definitionen für die RE-konforme Zeichnungserstellung. Es wird innerhalb eines Projektes automatisch aktiviert, wenn beim Anlegen des Projektes in den Projektattributen das Thema „Straßenentwurf“ gewählt wurde. Es kann aber auch unter „Einstellungen – Regelwerke verwalten“ manuell aktiviert oder deaktiviert werden.

Zeichnungsrand

Der Zeichnungsrand in den Musterplänen nach RE2012 unterscheidet sich von dem „Standard“-Rand, der bisher mit card_1 für blattbezogene Zeichnungen ausgeliefert wurde. Aus diesem Grund wurde mit dem Regelwerk RE2012 nun ein weiterer Zeichnungsrand zur Verfügung gestellt, der jetzt einen linken Heftrand von 2,5 cm und ein Stempelfeld mit der Breite 18,0 cm besitzt und in den somit die Vorgaben der Schriftfelder nach RE2012 richtig eingetragen werden können.

In den Zeichnungsvereinbarungen ruft man diesen Zeichnungsrand mit dem Kennwort ZRAND auf.

ZRAND '§RE2012'

Oftmals ist es aber so, dass dieser Zeichnungsrand nicht ausreicht, wenn beispielsweise die Legenden so groß sind, dass das Stempelfeld verdoppelt werden muss. In diesem Fall ist es sinnvoll unter „Einstellungen – Zeichnungsränder bearbeiten“ den Zeichnungsrand „RE2012“ aus dem Regelwerk einfach zu kopieren und das Stempelfeld um 18,5 cm auf 36,5 cm zu vergrößern.

Abbildung 1: Tabelle mit Vorschau auf einen lokalen Zeichnungsrand nach RE2012 für ein doppelt so breites Stempelfeld

Abbildung 1: Tabelle mit Vorschau auf einen lokalen Zeichnungsrand nach RE2012 für ein doppelt so breites Stempelfeld

Gitterkreuze und Rasterbeschriftung

Die Musterpläne nach RE2012 enthalten verschiedene Rasterbeschriftungen. In den unterschiedlichen Maßstäben geht die Darstellung von keiner Gitterkreuzbeschriftung, über eine Rasterbeschriftung, die in die Zeichnung hineinragt, bis hin zur Rasterbeschriftung im eigenen Randbereich. Die Umsetzung in card_1 erfolgt folgendermaßen:

Rasterbeschriftung innerhalb der Zeichnung:

SCHRIFT 0,12; 0,15; 0,23; 0,23;
RASTER 100; 1; "{1;8}"; "{1;7}"; "R {-3;8}"; "H {-3;7}";
ZRAND '§RE2012'
Abbildung 2: Rasterbeschriftung innerhalb der Zeichnung mit Eckkoordinaten

Abbildung 2: Rasterbeschriftung innerhalb der Zeichnung mit Eckkoordinaten

Rasterbeschriftung im eigenen Rahmen:

SCHRIFT 0,12; 0,15; 0,23; 0,23;
RASTER 100; 1; "{1;8}"; "{1;7}"; "R {-3;8}"; "H {-3;7}"; -1,5; ; -1,5; -1,5
ZRAND '§RE2012'
Abbildung 3: Rasterbeschriftung im eigenen Rahmen

Abbildung 3: Rasterbeschriftung im eigenen Rahmen

Hierbei ist die Reihenfolge der Anweisungen zu beachten. Erst wird der Beschriftungsrahmen um das Blatt gelegt (RASTER) und dann wird der Zeichnungsrand daran angepasst (ZRAND).

Die Rasterbeschriftung wird für Gauß-Krüger-Koordinaten und UTM-Koordinaten verschieden dargestellt, da diese eine unterschiedliche Stellenanzahl im Rechtswert haben. Hier gibt die Hilfe Beispiele vor, die direkt von dort in die Vereinbarung kopiert werden können.

Abbildung 4: Auszug aus der Hilfe zum Kennwort RASTER

Abbildung 4: Auszug aus der Hilfe zum Kennwort RASTER

Nordpfeil

Die Musterpläne enthalten einen einheitlichen Nordpfeil der in card_1 als Zeichnungsobjekt in den Regelwerken zur Verfügung gestellt wird.

NORDPFEIL 'Nordpfeil(RE2012_Legenden.PLT)';'RANDL+5';'RANDO-5'

In der Vereinbarung kann man den Pfad über die Funktion „Einfügen – Zeichnungsobjekt“ aufrufen. Alle Objekte des RE2012-Regelwerkes sind immer geladen und werden sofort in der Liste angezeigt. Durch die Vielzahl der angebotenen Objekte ist eine sinnvolle Auswahl aber nur dann möglich, wenn mit der Schnellsuche in der Tabelle gearbeitet wird. Hier muss man lediglich einen Teil des Objektnamen eingeben, der in allen Spalten der Tabelle gesucht wird. Das gefilterte Ergebnis wird angezeigt und kann nun besser ausgewählt werden. Zusätzlich kann man sich noch mit F2 oder „Ansicht – Vorschau“ einen besseren Überblick über die angebotenen bzw. ausgewählten Objekte verschaffen.

Abbildung 5: Objektauswahl für RE-Nordpfeil mit Schnellsuche und Vorschau

Abbildung 5: Objektauswahl für RE-Nordpfeil mit Schnellsuche und Vorschau

Schriftfelder nach RE2012

Auch die Schriftfelder sind bereits als Zeichnungsobjekt in card_1 hinterlegt. Sie können ebenfalls über „Einfügen – Zeichnungsobjekt“ und die Schnellsuche aufgerufen werden.

Abbildung 6: Schriftfeld nach RE2012 mit 3 Teilen und ausgefüllten Textvariablen

Abbildung 6: Schriftfeld nach RE2012 mit 3 Teilen und ausgefüllten Textvariablen

Das Schriftfeld wird in 3 Teile untergliedert, die jeweils mit dem Kennwort STEMPEL in die Zeichnung eingefügt werden. Die beiden oberen Teile für Name und Anschrift der Straßenbaubehörde sowie des ausführenden Büros stehen nur als leeres Stempelfeld in dem Regelwerk zur Verfügung. Da diese projektabhängig sind, sollten sie auch im Projekt bzw. im zentralen Projekt abgelegt werden. Dazu muss man die Datei RE_Schriftfelder_Vorlage.PLT aus dem Regelwerk kopieren und kann dann die beiden Schriftfeldobjekte bearbeiten.

STEMPEL 'Schriftfeld_Büro(RE2012_Schriftfelder_Vorlage.Plt)'   ;1;21,4  | Schriftfeld - Auftragnehmer
STEMPEL 'Schriftfeld_Behörde(RE2012_Schriftfelder_Vorlage.Plt)';1;17,3  | Schriftfeld - Auftraggeber
STEMPEL 'Schriftfeld_Gesamt_LP(RE2012_Legenden.PLT)'  ;1;0,5   | Schriftfeld - Gesamt 

Auch der große untere Teil des Stempels kann aus dem Regelwerk kopiert und projektabhängig angepasst werden. Es gibt hier aber auch die Möglichkeit den Stempel weiterhin im Regelwerk vorzuhalten, da hier alle veränderlichen Texte bereits mit Textvariablen versehen wurden. Diese können mit Hilfe des Kennwortes TEXTVARIABLE ausgefüllt werden.

* Zeichnungsabhängige Textvariablen
TEXTVARIABLE 'UNTERLAGE'    ;'FESTSTELLUNGSENTWURF' | Unterlage
TEXTVARIABLE 'Unter_Nr'     ;'5'                    | UnterlagenNummer
TEXTVARIABLE 'Bez_Unterlage';'Lageplan'             | Bezeichnung Unterlage
TEXTVARIABLE 'Ort'          ;'???'                  | Ort
TEXTVARIABLE 'Datum'        ;'???'                  | Datum
TEXTVARIABLE 'AendNr'       ;'???'                  | Änderungsnummer
TEXTVARIABLE 'AendArt'      ;'???'                  | Änderungsart
TEXTVARIABLE 'AendDatum'    ;'???'                  | Änderungsdatum
TEXTVARIABLE 'AendZeichen'  ;'???'                  | Änderungszeichen

* Blattnebenattribute
* Diese Textvariablen werden nach der Vergabe der Blattnebenattribute
* automatisch ausgefüllt und können deshalb hier weggelassen werden
* TEXTVARIABLE 'BLNr' ;'1'                          | Blattnummer
* TEXTVARIABLE 'StatAnf' ;'0+000'                   | Station Anfang
* TEXTVARIABLE 'StatEnd' ;'0+700'                   | Station Ende

Es gibt aber auch Textvariablen die über Blattnebenattribute und Projektnebenattribute ausgefüllt werden können. Das hat den Vorteil, dass man diese nur einmalig für den Blattschnitt bzw. das Projekt definieren muss und sie somit auch für alle anderen Zeichnungserzeugungen gelten. Die Vorgehensweise wurde bereits in einem vorangegangenen Artikel erläutert.

Abbildung 7: Projektnebenattribute für Textvariablen im RE2012-Stempel

Abbildung 7: Projektnebenattribute für Textvariablen im RE2012-Stempel

Die Projektnebenattribute werden im Stempel als Textvariablen mit eckigen Klammern eingetragen. In dem Stempelfeld aus dem RE2012-Regelwerk sind aber nur normale Textvariablen mit &_Name_& definiert. Deshalb kann man hier über die Zeichnungserzeugung die normale Textvariable mit der Variable des Projektnebenattributes ersetzten &_[Name]_&.

* Projektnebenattribute
* Werden bereits über die Projektnebenattribute ausgefüllt

TEXTVARIABLE 'Massnahme_Titel';'&_[Massnahme_Titel]_&'| Maßnahme Titel
TEXTVARIABLE 'PROJIS_Nr'      ;'&_[PROJIS_Nr]_&'      | Projektnummer 
TEXTVARIABLE 'STR_bauverw'    ;'&_[STR_bauverw]_&'    | Straßenbauverwaltunge 
TEXTVARIABLE 'Strasse'        ;'&_[Strasse]_&'        | Straße 
TEXTVARIABLE 'AbschnNr1'      ;'&_[AbschnNr1]_&'      | Abschnittsnummer 1
TEXTVARIABLE 'AbschnNr2'      ;'&_[AbschnNr2]_&'      | Abschnittsnummer 2

Legenden

Auch die Legenden werden mit dem Kennwort STEMPEL in die Zeichnung eingefügt. Allerdings stehen hier für die Lageplan- und Achszeichnungen anders als für die Längsschnittzeichnungen keine fertigen Legenden zur Verfügung, da diese immer abhängig vom Inhalt der Zeichnung zusammengestellt werden müssen. card_1 bietet hier allerdings schon alle Legendenteile zum Zusammensetzen an.

In eine blanko Zeichenerklärung können für alle Maßstäbe vorbereitete Gruppen und einzelne Legendenteile eingefügt werden. Dazu wird in der Zeichnungsbearbeitung ein neues Objekt für eine Legende (Breite 16,5 cm) angelegt und alle Teile werden über die Funktion „Bearbeiten Objektverweis – neu“ aufgerufen. Auch hier sind bereits alle RE2012-Objekte geladen und können mit Hilfe der Schnellsuche und der Vorschau ausgewählt werden. Gruppen die nur teilweise übernommen werden sollen können aufgelöst werden.

Abbildung 8: Objektverweis neu: Zeichenerklärung_blanko

Abbildung 8: Objektverweis neu: Zeichenerklärung_blanko

Abbildung 9: Objektauswahl für Legendengruppen mit der Vorschau für die Gruppe Planung

Abbildung 9: Objektauswahl für Legendengruppen mit der Vorschau für die Gruppe Planung

Abbildung 10: Objektauswahl für einzelne Legendenteile mit der Vorschau für ein Teil

Abbildung 10: Objektauswahl für einzelne Legendenteile mit der Vorschau für ein Teil

In der Objektauswahl gibt es ein Objekt, dass alle Legendenteile abhängig vom Maßstab zusammenfasst (Legende_Lageplan_Übersicht). Über die Vorschau kann man sich darin einen Überblick verschaffen, welche Legendenobjekte zur Verfügung stehen.

Abbildung 11: Vorschau für das Objekt Legende_Lageplan_Übersicht, das nach Maßstäben gegliedert ist

Abbildung 11: Vorschau für das Objekt Legende_Lageplan_Übersicht, das nach Maßstäben gegliedert ist

Das neue Legendenobjekt sollte den Bezugspunkt am oberen linken Eckpunkt haben, damit es leichter im Stempelfeld platziert werden kann.

STEMPEL 'Legende_Beispiel(Sammlung_Legenden.PLT)';'1;'RANDO-0,5'

Blattübersicht

Die Blattübersicht kann wie gewohnt über normale kleine Zeichnungen, die die Linien der Blattschnitte enthalten, eingefügt werden. Eine Beschreibung für die automatisierte Erstellung dieser Blattübersichtszeichnungen finden Sie hier.

Ersatzweise gibt es mit der neuen RE die Möglichkeit Blattübersichtsbalken einzufügen.

Abbildung 12: Blattbalken

Abbildung 12: Blattbalken

In card_1 gibt es dazu für die Achszeichnung das neue Kennwort BLATTÜBERSICHT. Hierfür bietet es sich an, einen Stapelplot zu erstellen, der die Blattschnitte enthält, mit denen die Zeichnungen erzeugt werden sollen. Die Reihenfolge der Blattschnitte in der Stapelvereinbarung entspricht dann der Reihenfolge der Blattschnittnummern im Blattübersichtsbalken. Das jeweilige aktuelle Blatt wird rot markiert.

BLATTÜBERSICHT 1;25,9;;;1

Die Verwendung der Stapelvereinbarung für den Blattübersichtsbalken ist auch dann möglich, wenn die Zeichnungen nicht mit dem Stapelplot sondern einzeln erzeugt werden.

Zusammenfassung für Achs- und Lageplanzeichnung

Vereinbarung für Achszeichnung:

In card_1 gibt es dazu für die Achszeichnung das neue Kennwort BLATTÜBERSICHT. Hierfür bietet es sich an, einen Stapelplot zu erstellen, der die Blattschnitte enthält, mit denen die Zeichnungen erzeugt werden sollen. Die Reihenfolge der Blattschnitte in der Stapelvereinbarung entspricht dann der Reihenfolge der Blattschnittnummern im Blattübersichtsbalken. Das jeweilige aktuelle Blatt wird rot markiert.

VERSION 8000
* Vereinbarung für Achszeichnung

* Zeichnungsabhängige Textvariablen
TEXTVARIABLE 'AendNr'       ;'???'                                           | Änderungsnummer
TEXTVARIABLE 'AendArt'      ;'???'                                           | Änderungsart
TEXTVARIABLE 'AendDatum'    ;'???'                                           | Änderungsdatum
TEXTVARIABLE 'AendZeichen'  ;'???'                                           | Änderungszeichen
TEXTVARIABLE 'UNTERLAGE'    ;'FESTSTELLUNGSENTWURF'                          | Unterlage
TEXTVARIABLE 'Unter_Nr'     ;'5'                                             | UnterlagenNummer
TEXTVARIABLE 'Bez_Unterlage';'Lageplan'                                      | Bezeichnung Unterlage
TEXTVARIABLE 'Ort'          ;'???'                                           | Ort
TEXTVARIABLE 'Datum'        ;'???'                                           | Datum
* Blattnebenattribute 
* Diese Textvariablen werden nach der Vergabe der Blattnebenattribute automatisch ausgefüllt 
* und können deshalb hier weggelassen werden * TEXTVARIABLE 'BLNr' ;'1'      | Blattnummer 
* TEXTVARIABLE 'StatAnf' ;'0+000'                                            | Station Anfang 
* TEXTVARIABLE 'StatEnd' ;'0+700'                                            | Station Ende

* Projektnebenattribute * Werden bereits über die Projektnebenattribute ausgefüllt TEXTVARIABLE 'Massnahme_Titel';'&_[Massnahme_Titel]_&' | Maßnahme Titel TEXTVARIABLE 'PROJIS_Nr' ;'&_[PROJIS_Nr]_&' | Projektnummer TEXTVARIABLE 'STR_bauverw' ;'&_[STR_bauverw]_&' | Straßenbauverwaltunge TEXTVARIABLE 'Strasse' ;'&_[Strasse]_&' | Straße TEXTVARIABLE 'AbschnNr1' ;'&_[AbschnNr1]_&' | Abschnittsnummer 1 TEXTVARIABLE 'AbschnNr2' ;'&_[AbschnNr2]_&' | Abschnittsnummer 2 Blattdefinition FE_1000_1 | Auswahl des Blattschnittes SCHRIFT 0,12; 0,15; 0,23; 0,23 | Schriftgröße für Raster RASTER 100; 1; "{1;8}"; "{1;7}"; "R {-3;8}"; "H {-3;7}"; -1,5; ; -1,5; -1,5 | Rasterbeschriftung im eigenen Rand ZRAND '§RE2012' | Zeichnungsrand aus dem Regelwerk NORDPFEIL 'Nordpfeil(RE2012_Legenden.PLT)';'RANDL+5';'RANDO-5' STEMPEL 'Schriftfeld_Büro(RE2012_Schriftfelder_Vorlage.Plt)' ;1;21,4 | Schriftfeld - Auftragnehmer STEMPEL 'Schriftfeld_Behörde(RE2012_Schriftfelder_Vorlage.Plt)';1;17,3 | Schriftfeld - Auftraggeber STEMPEL 'Schriftfeld_Gesamt_LP(RE2012_Legenden.PLT)' ;1;0,5 | Schriftfeld - Gesamt BLATTÜBERSICHT 1;25,9;;;1 | Blattübersicht nach Sortierung im Stapelplot STEMPEL 'Legende_Beispiel(Sammlung_Legenden.PLT)';'1;'RANDO-0,5' | eigene Legende

Auch bei der Erzeugung der Lageplanzeichnung kann der Zeichnungsrand nach RE2012 erstellt werden. Durch die Verwendung von Parameterbezeichnungen sieht die PLV anders aus.

Vereinbarung für Lageplanzeichnung:

* RE2012_Rand.PLV
* Vereinbarungen für Lagepläne
VERSION 8400

* Zeichnungsabhängige Textvariablen
TEXTVARIABLE 'AendNr'       ;'???'                                                 | Änderungsnummer
TEXTVARIABLE 'AendArt'      ;'???'                                                 | Änderungsart
TEXTVARIABLE 'AendDatum'    ;'???'                                                 | Änderungsdatum
TEXTVARIABLE 'AendZeichen'  ;'???'                                                 | Änderungszeichen
TEXTVARIABLE 'UNTERLAGE'    ;'FESTSTELLUNGSENTWURF'                                | Unterlage
TEXTVARIABLE 'Unter_Nr'     ;'5'                                                   | UnterlagenNummer
TEXTVARIABLE 'Bez_Unterlage';'Lageplan'                                            | Bezeichnung Unterlage
TEXTVARIABLE 'Ort'          ;'???'                                                 | Ort
TEXTVARIABLE 'Datum'        ;'???'                                                 | Datum

* Blattnebenattribute * Diese Textvariablen werden nach der Vergabe der Blattnebenattribute automatisch ausgefüllt * und können deshalb hier weggelassen werden * TEXTVARIABLE 'BLNr' ;'1' | Blattnummer * TEXTVARIABLE 'StatAnf' ;'0+000' | Station Anfang * TEXTVARIABLE 'StatEnd' ;'0+700' | Station Ende * Projektnebenattribute * Werden bereits über die Projektnebenattribute ausgefüllt TEXTVARIABLE 'Massnahme_Titel';'&_[Massnahme_Titel]_&' | Maßnahme Titel TEXTVARIABLE 'PROJIS_Nr' ;'&_[PROJIS_Nr]_&' | Projektnummer TEXTVARIABLE 'STR_bauverw' ;'&_[STR_bauverw]_&' | Straßenbauverwaltunge TEXTVARIABLE 'Strasse' ;'&_[Strasse]_&' | Straße TEXTVARIABLE 'AbschnNr1' ;'&_[AbschnNr1]_&' | Abschnittsnummer 1 TEXTVARIABLE 'AbschnNr2' ;'&_[AbschnNr2]_&' | Abschnittsnummer 2 RASTER AUSRICHTUNG: 1; RFORMAT:"{1;8}"; HFORMAT:"{1;7}"; RECKE:"R {-3;8}"; HECKE:"H {-3;7}"; RANDLINKS:-1,5; ; RANDOBEN:-1,5; RANDUNTEN:-1,5; HÖHE:0,23; SCHRIFTART:100; | Rasterbeschriftung im eigenen Rand ZRAND '§RE2012' | Zeichnungsrand aus dem Regelwerk NORDPFEIL 'Nordpfeil(RE2012_Legenden.PLT)';'RANDL+5';'RANDO-5' STEMPEL 'Schriftfeld_Büro(RE2012_Schriftfelder_Vorlage.Plt)' ;RECHTS:1;HOCH:21,4;| Schriftfeld - Auftragnehmer STEMPEL 'Schriftfeld_Behörde(RE2012_Schriftfelder_Vorlage.Plt)';RECHTS:1;HOCH:17,3;| Schriftfeld - Auftraggeber STEMPEL 'Schriftfeld_Gesamt_LP(RE2012_Legenden.PLT)' ;RECHTS:1;HOCH:0,5; | Schriftfeld - Gesamt STEMPEL 'Legende_Beispiel(Sammlung_Legenden.PLT)';RECHTS:1;HOCH:'RANDO-0,5' | eigene Legende
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Stempel mit Projektinformationen ergänzen

Zum Ausfüllen von Stempeln gibt es derzeit verschiedenste Varianten, die seit Kurzem noch durch die Einführung von Projektattributen erweitert wurden.

Im Folgenden sollen diese Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen einmal kurz erläutert werden.

Ausfüllen des Stempels über die Zeichnungsbearbeitung

Die einfachste Möglichkeit differenzierte Texte im Stempel zu erzeugen ist das Eingeben und Bearbeiten der Texte über die Zeichnungsbearbeitung. Dazu wird der Stempel, der als Objektverweis in der Zeichnung eingefügt ist, aufgelöst, d.h. es werden alle Zeichnungselemente des Stempels in das aktuelle Zeichnungsobjekt kopiert und können dort bearbeitet werden.

Abbildung 1: „ausgefüllter Stempel“

Abbildung 1: „ausgefüllter Stempel“

Vorteil: Diese Vorgehensweise ermöglicht eine flexible Anpassung des Stempels für jede Zeichnung.

Nachteile: Die Änderungen sind auf die aktuelle Zeichnung beschränkt. Jede weitere Zeichnung muss wieder angepasst werden. Beim Neuerzeugen der Zeichnung muss auch der Stempel wieder bearbeitet werden.

Selbstdefinierte Textvariablen

Die selbstdefinierten Textvariablen werden im Stempel über sogenannte Platzhaltertexte positioniert und sind an dem Vorsatz „&_“ (einfacher Unterstrich) zu erkennen. Diese Platzhaltertexte bekommen für jede Zeichnung einen Wert zugewiesen, der dem Inhalt der Zeichnung entspricht. So eine Zuweisung erfolgt über die Zeichnungserzeugung in der Plotvereinbarung mit dem Befehl „TEXTVARIABLE“ oder über die Zeichnungsbearbeitung in der Tabelle „Textvariablen“.

Platzhaltertext: &_Textvariable

Abbildung 2: „Stempel mit selbstdefinierten Textvariablen“

Abbildung 2: „Stempel mit selbstdefinierten Textvariablen“

Erfassung:

Zeichnung – Lageplanzeichnung erstellen- PLV bearbeiten,
Befehl: TEXTVARIABLE

Abbildung 3: „PLV: mit dem Befehl TEXTVARIABLE werden Werte zugewiesen“

Abbildung 3: „PLV: mit dem Befehl TEXTVARIABLE werden Werte zugewiesen“

Vorteil: Bei jeder Zeichnungserzeugung wird der Stempel ohne Nachbearbeitung des Stempels automatisch ausgefüllt. Eine nachträgliche Änderung ist für jede Zeichnung einzeln über die Tabelle der Textvariablen möglich.

Nachteil: Eine einheitliche Änderung von identischen Texten im Stempel über die Zeichnungsbearbeitung ist nicht möglich. Ändert sich beispielsweise der Bearbeiter oder die Länge des Bauabschnittes, so muss die Textvariable in jeder Zeichnung einzeln einen neuen Wert zugewiesen bekommen.

Systemtextvariablen

Während der Arbeit im card_1 Projekt werden Projektinformationen erfasst, die automatisch im Stempel eingetragen werden können. Dazu müssen die Platzhaltertexte für die sogenannten Systemtextvariablen im Stempel eingetragen werden. Die Systemtextvariablen erkennt man an dem Vorsatz „&__“ (doppelter Unterstrich).

Einige Textvariablen, wie das Datum (&__DATUM) und der Projektname (&__PROJEKT), werden sofort während der Bearbeitung des Stempels angezeigt. Andere Variablen, wie &__MASSTAB oder &__STATION bekommen erst beim Einfügen des Stempels in das Zeichnungsobjekt einen Wert zugewiesen.

Platzhaltertext:

&__Systemtextvariable

Abbildung 4: „Systemtextvariablen im Stempel“

Abbildung 4: „Systemtextvariablen im Stempel“

Erfassung:

Projektinformationen werden während der Arbeit im Projekt erfasst

Vorteil: Bei den Systemtextvariablen entfällt die gesonderte Zuweisung der Werte für die Textvariablen über die Plotvereinbarung. Werden die Projektinformationen, wie z.B. der Projektpfad (&__PROJEKTPFAD), während der Projektbearbeitung geändert, so werden diese Änderungen sofort in die jeweiligen Zeichnungen übernommen.

Nachteil: Das eben beschriebene Nachführen der geänderten Projektinformationen in allen Zeichnungen ist in einigen Fällen nicht erwünscht. Sollen abgeschlossene Zeichnungen beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgegeben werden, so sind im Stempelfeld geänderte Werte für die Systemtextvariablen eingetragen, wenn zwischenzeitlich die Projektinformationen verändert wurden.

Blattnebenattribute

Einige Systemtextvariablen sind vom jeweiligen Blattschnitt abhängig, mit dem die Zeichnung erzeugt wurde, z.B. &__BLATT_NAME, &__BLATT_MASSSTAB, &__BLATT_FLÄCHE_Z usw. Diese Blatteigenschaften reichen aber oftmals nicht aus, um alle blattbezogenen Informationen in den Stempel zu übernehmen. Aus diesem Grund wurden für die Blattschnitte Nebenattribute eingeführt. Jedes dieser Nebenattribute kann sofort als Textvariable im Stempel vereinbart werden. Ein einfaches Beispiel für blattbezogene Informationen, die im Stempel enthalten sein können, sind die Stationsbereiche für den jeweiligen Blattausschnitt. Unter der Funktion „Blattschnitt bearbeiten“ können für jeden Blattschnitt Nebenattribute definiert werden. Dazu können beispielsweise die zwei Attributstypen VONKM und BISKM eingetragen und sofort mit den Werten z.B. 0+ 0,000 und 1+ 620,000 belegt werden. Wenn im Stempel dann die Platzhaltertexte &_VONKM und &_BISKM positioniert werden, wird sofort nach dem Erzeugen der Zeichnung der Stempel gefüllt.

Platzhaltertext:

&_Nebenattributsname

„Blattnebenattribute als Textvariable im Stempel“

Abbildung 5: „Blattnebenattribute als Textvariable im Stempel“

Erfassung:

Zeichnung – Blattschnitt bearbeiten – Nebenattribute

  • Bearbeiten – Attributtypen bearbeiten
  • Bearbeiten – Attributtyp einfügen z.B. VONKM
  • Liste schließen
  • Bearbeiten – Attributtypen bearbeiten
  • Typ VONKM wählen
  • Wert für diesen Attributtyp festlegen   (nähere Informationen zum Festlegen von Nebenattributen finden Sie in der Hilfe in card_1)
Abbildung 6: „Erfassung der Blattnebenattribute“

Abbildung 6: „Erfassung der Blattnebenattribute“

Vorteile: Die Blattnebenattribute sind die einzige Möglichkeit selbstdefinierte blattbezogene Textvariablen zu vereinbaren. Die blattbezogenen Systemtextvariablen, die oftmals im Informationsgehalt nicht ausreichten, werden somit erweitert.

Nachteil: Die Blattnebenattribute müssen für die einzelnen Blattschnitte erfasst werden. Sie gelten nur für blattbezogene Zeichnungen, wie Lageplanzeichnung und Achszeichnung. In Längsschnitt- und Querprofilzeichnungen müssen andere Systemvariablen beispielsweise für Blattnummern definiert werden (siehe Systemvariablen).

Projektnebenattribute

Stempelinhalte, die einheitlich für das gesamte Projekt gelten, können seit Kurzem über selbstdefinierte Projektattribute erfasst und im Stempel abgebildet werden. Unter „Projekt – Projektnebenattribute bearbeiten“ können unterschiedlichste Attributstypen und die dazugehörigen Werte für jedes Projekt eingetragen werden, z.B. für die Streckenbezeichnung, die Baumaßnahme, den Auftraggeber usw. Mit dem Platzhaltertext &_ [Nebenattributsname] (einfacher Unterstrich) z.B. &_[STRECKENBEZEICHNUNG] wird der Wert in allen Stempeln des Projektes eingetragen.

Platzhaltertext:

&_ [Nebenattributsname]

„Projektnebenattribute als Textvariable im Stempel“

Abbildung 7: „Projektnebenattribute als Textvariable im Stempel“

Erfassung:

Zeichnung – Blattschnitt bearbeiten – Nebenattribute

  • Bearbeiten – Attributtypen bearbeiten
  • Bearbeiten – Attributtyp einfügen z.B. VONKM
  • Liste schließen
  • Bearbeiten – Attributtypen bearbeiten
  • Typ VONKM wählen
  • Wert für diesen Attributtyp festlegen   (nähere Informationen zum Festlegen von Nebenattributen finden Sie in der Hilfe in card_1)
„Erfassung der Projektnebenattribute“

Abbildung 8:  „Erfassung der Projektnebenattribute“

Vorteile: Die projektbezogenen Systemtextvariablen, die oftmals im Informationsgehalt nicht ausreichten, werden dadurch erweitert. Mit den Projektnebenattributen werden selbstdefinierte Textvariablen einmalig für das gesamte Projekt bereitgestellt. Ändert sich beispielsweise während der Projektbearbeitung die Bezeichnung des Auftraggebers, so muss diese lediglich in den Projektnebenattributen angepasst werden und dadurch werden automatisch alle Zeichnungen im Projekt nachgeführt.

Nachteil: Das Nachführen der geänderten Projektattribute in allen Zeichnungen ist in einigen Fällen nicht erwünscht, da beispielsweise auch bereits abgeschlossene Zeichnungen im Projekt verändert werden.

Abbildung1000_667

Schnittebene für Bauwerke im Längsschnitt und in der Längsschnittzeichnung

Ein Vorteil bei der Arbeit mit card_1-Bauwerken ist die Möglichkeit der Darstellung dieser 3D-Objekte in allen Schnittansichten, wie beispielsweise im Längsschnitt und Querschnitt.

Im Längsschnittfenster können dabei Fahrbahnaufbau, Leitungen, Kanäle oder Durchlässe und Brücken dargestellt werden. Allerdings wurden bisher hier nur die 3D-Objekte dargestellt, die direkt in der Achslage vorhanden waren. Benachbarte Gebäude, Mauern und Zäune waren nicht zu sehen und konnten somit auch nicht zur Orientierung im Projekt verwendet werden.

In der aktuellen Version kann für die Darstellung im Längsschnitt und in der Längsschnittzeichnung nun eine Schnittebene speziell für Bauwerke festgelegt werden, die im definierten Abstand zur Achse alle dort vorhandenen Bauwerke schneidet und darstellt.

Bauwerke im Längsschnittfenster

Die Schnittebene im aktiven Längsschnittfenster kann unter „Daten darstellen“ eingestellt werden. Neben der seitlichen parallelen Verschiebung ist es auch möglich, die Schnittebene über die Achse hinaus zu verlängern.

Zu beachten ist, dass das Längsschnittfenster in der Regel mit Überhöhung dargestellt wird, so dass alle Bauwerkschnitte verzerrt abgebildet werden. Die Überhöhung kann jederzeit über die Fensterparameter ausgeschaltet werden.

Abbildung 1: Darstellung mit Schnittebene im Längsschnittfenster mit 10% Überhöhung

Abbildung 1: Darstellung mit Schnittebene im Längsschnittfenster mit 10% Überhöhung

Abbildung 2: Längsschnittfenster ohne Überhöhung

Abbildung 2: Längsschnittfenster ohne Überhöhung

Bauwerke in der Längsschnittzeichnung

Selbstverständlich werden diese Schnitte durch die Bauwerke auch in die Längsschnittzeichnung übernommen. Hierfür gibt es eine neue Anweisung BWSCHNITTEBENE, die in der Zeichnungsvereinbarung vor BWKÖRPER stehen muss.

Anders als im Längsschnittfenster kann die Schnittebene auch über eine Breitedatei definiert werden, um beispielweise Bauwerke darzustellen, die in unterschiedlichen Schnittebenen, d.h. in unterschiedlichen Abständen zur Achse liegen.

Abbildung 3: Hilfe zur Anweisung BWSCHNITTEBENE

Abbildung 3: Hilfe zur Anweisung BWSCHNITTEBENE

Für diese Anweisung gibt es mehrere Anwendungsmöglichkeiten.

Beispielsweise können in einem überhöhten Längsschnittband mehrere Schnittebenen dargestellt werden. So ist es möglich, gleichzeitig Leitungen mit Abstand aus Breitedatei und Gebäude 12 m neben der Achse abzubilden.

*alle Bauwerke im Schnitt in der Achse in das Längsschnittband zeichnen
BWSCHNITTEBENE 0;4
BWKÖRPER

***alle Bauwerke im Schnitt mit Abstand von 12m links von der Achse in das Längsschnittband mit Überhöhung zeichnen
BWSCHNITTEBENE -12 BWKÖRPER 'CityGMLGebäude'
Abbildung 4: Leitungen und Gebäude in zwei Schnittebenen (Abstand über Breitedatei 4 und konstant -12 m) mit 2-facher Überhöhung

Abbildung 4: Leitungen und Gebäude in zwei Schnittebenen (Abstand über Breitedatei 4 und konstant -12 m) mit 2-facher Überhöhung

Ein weiteres Beispiel ist die Darstellung der angrenzenden Gebäude in einem eigenen Band ohne Überhöhung. Hier werden die Gebäude zusätzlich mit der Hausnummer beschriftet.

*alle Gebäude im extra Band ohne Überhöhung zeichnen und mit Hausnummer beschriften
BWSCHNITTEBENE -12
BANDDEFINITION 1000; 'Gebäude'; HBEZEICH:'[m]'; VABSTAND:0; ABSTATION:5; RASTER:N
PL_LINIEN GRA(1)
BWKÖRPER 'CityGMLGebäude'
OBJEKTATTR 'Hausnr'; '[CG.Hausnummer]';'Nr.#'
BWBESCHRIFTUNG 'CityGMLGebäude'; ;'Bauwerk1(Bauwerksbeschriftung.PLT)';;;9
ENDE BANDDEFINITION


Abbildung 5: Gebäude 12 m links von der Achse mit Hausnummer im eigenen Band

Abbildung 5: Gebäude 12 m links von der Achse mit Hausnummer im eigenen Band

Abbildung 6: gesamte Zeichnung

Abbildung 6: gesamte Zeichnung

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Sichtschattenbänder und versteckter Kurvenbeginn nach HViSt 2008 (Hinweise zur Visualisierung von Straßen)

Die HViSt gibt Hinweise zur Anwendung der bildhaften Darstellung von Straßenentwürfen und legt die Datengrundlagen fest. Diese ermöglichen eine Vergleichbarkeit der Visualisierungsergebnisse. Des Weiteren wird die Vorgehensweise zur Überprüfung der räumlichen Linienführung für außerörtliche Straßen aufgezeigt. In den folgenden Ausführungen wird auf die Handhabung und Darstellung des Moduls „Sichtweiten berechnen“ und auf die Analyse des Sichtweitenbandes eingegangen. Die Begrifflichkeiten 2D und 3D (zwei- und dreidimensional) werden auf die Datengrundlage und nicht auf die Darstellungsart bezogen. Die 2D-Sichtweitenberechnung im Modul „Sichtweiten berechnen“ ist ein gradientenbasiertes Verfahren, welches über das Tangentenverfahren erfolgt. Die 3D-Sichtweitenberechnung gründet auf dem „Räumlichen Sichtkegelverfahren“, für welches ein ausreichend „breites“ Oberflächenprofil erforderlich ist. Mit diesem Profil kann die in der HViSt beschriebene Perspektivdarstellung im Modul „Fahrweg simulieren“ umgesetzt werden.

„Sichtweiten berechnen“ Vorgang neu (anlegen)

Nach der Festlegung des Berechnungsverfahrens, der Wahl der auszuwertenden Sichtweiten und der Berechnungsrichtung (Hin- und Rückfahrt) werden die Datengrundlagen eingeben. Neben der Definition des Stationsbereiches werden die Stationsdaten (Geschwindigkeitsband, Gradiente, Profillinie) aufgerufen. Bei der Einstellung der maximalen Sichtweite kann man zwischen der Einstellung „maximal erforderliche +25“ und „konstant“ wählen.

Abb. 01: “Sichtweite berechnen“

Abb. 01: "Sichtweite berechnen"

Eine konstante maximale Sichtweite von 700 m schließt alle in den Richtlinien geforderten Mindestweiten ein. Die folgenden Eingaben betreffen die Angaben zu Aug- und Zielpunkt. Die Augpunkthöhe beträgt 1,0 m und beschreibt die durchschnittliche Augenhöhe eines Fahrers im Fahrzeug. Die Höhe des Zielpunktes kann über die Option „V85“ die Höhen aus der RAS-L, Anhang 10, Tabelle 20 in Abhängigkeit zur Geschwindigkeit V85 ermittelt werden. Nach HViSt wird eine Zielpunkthöhe von 0,0 m empfohlen. Die Zielpunkthöhe für die “Überholsichtweite” sollte (lt. RAS-L, Anhang 10, Tabelle 20) 1,0 m über der Gradiente betragen. Im Folgenden sind die Abstände (Fahrbahnränder) über Breitenbänder und Abstandseingaben für die Ermittlung der Mitte des Fahrstreifens einzugeben. In der letzten Eingabe können Daten optional zur Berechnung der Sichtprofile eingegeben werden. Dazu zählen die Angabe der Querneigungsbänder und die Festlegung der Stationsdaten für die Sichtprofile.

„Sichtweiten berechnen“ Vorgang darstellen

Über die Funktion „Daten darstellen“ werden die Sichtweitenvorgänge eingeblendet. Dabei sind die darzustellenden Datenmengen beeinflussbar. Auch die Darstellung der Sichtschatten und der verdecken Kurvenanfänge ist hier möglich. Die farbliche Abbildung entspricht den Vorgaben der HViSt. Des Weiteren kann zur besseren Übersicht eine Skalierung eingeblendet werden. Die Y-Achse (Ordinate) stellt den Abstand vom Betrachter dar, während die X-Achse die Stationswerte zeigt. Zur Verdeutlichung der Darstellung des Sichtweitenbandes dient die Abbildung “Sichtweiten berechnen”.

Abb. 02: "Fenstergruppe"

Abb. 02: "Fenstergruppe"

Fenstergruppe bilden

Wird das Sichtweitenband angezeigt, benötigt man zur besseren Analyse der Vorgänge in der Ansicht zudem die Gradiente und das Krümmungsband. Über einen rechten Mausklick in das Sichtweitenband besteht die Möglichkeit zu „Fenstergruppen bearbeiten“. Hier erfolgt der zusätzliche Aufruf des Längsschnitts und des Kümmungsbandes. Diese Fenster werden unter das Sichtweitenband angeordnet. Diese Fenster korrespondieren miteinander. Dies zeigt sich beim Zoomen, indem die Ansicht in allen drei Fenstern aktualisiert wird. Des Weiteren kann durch das weiße Fadenkreuz die betrachtete Station in allen Fenstern nachvollzogen werden (siehe Abbildung “Fenstergruppe”).

„Sichtweiten berechnen“ Interpretation/Analyse des Sichtweitenbandes anhand der Station 0+350

Abb. 03: "Analyse Sichtschatten 1"

Abb. 03: "Analyse Sichtschatten 1"

Zur besseren Verdeutlichung des Sichtweitenbandes ist in der in der Abbildung “Analyse Sichtschatten 1″ die Sichtweite an der Station 0+350 für die Hinfahrt dargestellt. Untersucht wird die Sichtweite bis zur Station 1+050, da diese in einer Entfernung von 700 m liegt (Einstellung beim Vorgang anlegen siehe oben). Bei der Analyse ist es hilfreich, sich die Gradiente senkrecht aufgestellt vorzustellen. An der Station 0+350 befindet sich der Autofahrer auf einer Kuppe und blickt in Stationierungsrichtung. Die ersten 50 m hat er freie Sicht auf der Kuppe, dann beginnt ein Sichtschattenbereich, welcher bis ca. Station 0+450 eine Sichtschattentiefe kleiner 0,75 m aufweist (grün). Zwischen Station 0+450 und 0+550 befindet sich ein kritischer Sichtschattenbereich (rot) mit einer Sichtschattentiefe größer gleich 0,75 m (zwischen Kuppe und Wanne). Ab dem Ende der Wanne ca. bei Station 0+570 (Abstand vom Betrachter bei Station 0+350 beträgt 220 m) beginnt ein Abschnitt mit freier Sicht (Blick auf den Anstieg der folgenden Kuppe). Alles was hinter der Kuppe bei Station 0+760 liegt, befindet sich im kritischen Sichtschattenbereich (rot) und ist für den Autofahrer nicht mehr einzusehen. Die kritischen Sichtweiten sind grundsätzlich zu vermeiden. Des Weiteren ist bei Station 0+350 festzustellen, dass die vorhandenen Sichtweiten nicht die erforderlichen Sichtweiten einhalten. Zum Beispiel liegt die benötigte Sichtweite zum Halten bei einem Abstand ca. 180 m. Die vorhandene Haltesichtweite beträgt aber nur 100 m. In den folgenden 2 Abbildungen ist die hier beschriebene Situation an der Station 0+350 dargestellt. Die kritischen Sichtweiten sind grundsätzlich zu vermeiden (die Sichtbereiche sind in der Abbildung “Analyse Sichtschatten 2″ dargestellt).

Abb. 04: "Analyse Sichtschatten 2"

Abb. 04: "Analyse Sichtschatten 2"

Die Defizite im Straßenentwurf sind durch Bearbeitung der Entwurfselemente im Lage- und Höhenplan zu beseitigen. Des Weiteren ist zu empfehlen, dass beim Entwurf Standardraumelemente gebildet werden. „Standardraumelemente entstehen, wenn Beginn und Ende von Kurven im Lageplan mit dem Beginn und den Ende von Kuppen und Wannen im Höhenplan zusammenfallen.“[HViSt 2008] Prinzipiell ist eine geringfügige Verschiebung um bis zu 20 % der Länge des Lageplanelementes zulässig. Eine Verschiebung ist zum Beispiel für die Erkennbarkeit eines Kurvenbeginns erforderlich. Die erforderliche Verschiebung des Kuppenbeginns hinter den Kurvenbeginn beim Übergang Gerade – Klothoide – Kreisbogen ist in der Tabelle 5 in der HViSt ausgewiesen.

"Sichtweiten berechnen" Interpretation/Analyse des Sichtweitenbandes zwischen Station 1+365 bis 1+240; Erläuterung "verdeckter Kurvenbeginn"

„Ein verdeckter Kurvenbeginn liegt dann vor, wenn aus einer Entfernung von 75 m vor dem Kurvenbeginn in Lageplan die voraus liegende Straßenoberfläche nicht mindestens bis zu dem Punkt einsehbar ist, an dem eine Richtungsänderung von 3,5 gon im Lageplan vorliegt.“ [HViSt 2008]

Ist der Einsatz eines Standardraumelementes nicht möglich, muss die Richtungsänderung deutlich erkennbar innerhalb der vorhandenen Sichtweite beginnen. Im Kuppenbereich darf die Kurve nicht verdeckt werden. Es ist zu gewährleisten, dass der Fahrer den Richtungssinn und möglichst die Krümmung abschätzen kann. Die erkennbare Richtungsänderung der Lageplankurve sollte gemessen vom Übergangsbogen, innerhalb der vorhandenen Sichtweite mindestens 3,5 gon betragen.

In der folgenden Abbildung “Analyse Verdeckter Kurvenbeginn” ist ein verdeckter Kurvenbeginn dargestellt.

Abb. 05: "Analyse Verdeckter Kurvenbeginn"

Abb. 05: "Analyse Verdeckter Kurvenbeginn"

Abb. 06: "Verd. Kurvenbeginn Station 1+365"

Abb. 06: "Verd. Kurvenbeginn Station 1+365"

Die Abbildung “Verd. Kurvenbeginn Station 1+365″ ist mit dem Modul „Fahrweg simulieren“ erzeugt.
Die Darstellung entspricht den Hinweisen der HViSt. Die Fahrsimulation kann u.a. mit Leitpfosten, Schutzplanken und Bäumen ergänzt werden. Das Bild der Fahrsimulation an Station 1+365 (Rückfahrt) zeigt deutlich, dass die Richtungsänderung, die in einer Entfernung von 75 m + Strecke (bis eine Richtungswinkeländerung von 3,5 gon erreicht ist), nicht erkennbar ist. Die Richtungswinkeländerung befindet sich hinter der Kuppe, es entsteht ein verdeckter Kurvenbeginn, da die Sichtweite zur Erkennung der Richtungsänderung nicht ausreichend ist. „Daher ist im Entwurf zu gewährleisten, dass der Beginn des für den Fahrer unsichtbaren Teils der Kuppe vom Fahrer weiter entfernt liegt als der Punkt der relevanten Richtungsänderung.“ [HViSt 2008]

Bauwerksbeschriftung1_1000x667

Bauwerksbeschriftung mit Nebenattributen

Beim Erstellen der Achs-, Längsschnitt- und Querprofilzeichnung ist es möglich, Bauwerksschnitte zu zeichnen und auch Beschriftungen zu den Bauwerken anzulegen. Neben den Standardbauwerksattributen, wie der Bauwerks- und Baugruppen-Name, ist es auch möglich, die Nebenattribute der Bauwerke als Texte in der Zeichnung generieren zu lassen.

Voraussetzung

Um Bauwerke mit zusätzlichen Informationen beschriften zu können, müssen diese Nebenattribute besitzen. Ob das der Fall ist, kann man sich über das Menü „Daten zeigen und messen“ und „Trassierung – Baugruppe“ anzeigen lassen.

In unserem Beispiel wollen wir Gebäudebauwerke, die über die CityGML-Schnittstelle eingelesen wurden, mit den mitgelieferten Attributen beschriften. Alle im Bild dargestellten Nebenattribute können in die Zeichnung übernommen werden.

Abbildung 1: Nebenattribute von CityGML-Gebäuden, mit denen die Bauwerke beschriftet werden können.

Abbildung 1: Nebenattribute von CityGML-Gebäuden, mit denen die Bauwerke beschriftet werden können.

Zeichnungserzeugung

Die Kennworte BWKÖRPER und BWBESCHRIFTUNG gibt es in den Zeichnungsvereinbarungen für Achszeichnung, Längsschnittzeichnung und Querprofilzeichnungen.

Die Syntax für BWBESCHRIFTUNG wird in der Hilfe wie folgt angegeben:

BWBESCHRIFTUNG Bauwerk [; BGFilter]; Objekt [; XPos [; YPos [; BasisPos]
BauwerkName des Bauwerks oder Filter zum Selektieren der Bauwerke. Folgende Platzhalter können im Filter genutzt werden:

*: Variable Zeichenkette
?: Variables Zeichen
BGFilterNebenattributfilter zum Selektieren der Baugruppen innerhalb der Bauwerke (voreingestellt: gezeichnet werden alle Baugruppen der selektierten Bauwerke).

Folgende Syntax wird ausgewertet: [Nebenattribut] == Wert
ObjektVerweispfad auf ein Objekt einer PLT-Zeichnungsdatei, das die Platzhaltertexte enthält.
XPos, YPosHorizontale und vertikale Verschiebung [cm] des Objektverweises bezogen auf die Basisposition (voreingestellt: XPos = 0, YPos = 0).
BasisPosPosition des Objektverweises. Die Position wird relativ zum Rechteck bestimmt, das alle Flächen der Baugruppe umschließt. Folgende Kennziffern sind möglich:

0: Mitte des Rechtecks (voreingestellt)
1: Schwerpunkt der Fläche
2: Linke untere Ecke
3: Rechte untere Ecke
4: Linke obere Ecke
5: Rechte obere Ecke
6: Unten mittig des Rechtecks
7: Oben mittig des Rechtecks
8: Links mittig des Rechtecks
9: Rechts mittig des Rechtecks

Um diese Bauwerksbeschriftungen anzulegen, benötigen wir zunächst ein Zeichnungsobjekt mit Textvariablen, die den Wert der Bauwerksattribute annehmen können.

In unserem Beispiel haben wir ein neues Zeichnungsobjekt angelegt und mit allgemeingültigen Platzhaltertexten gefüllt.

Abbildung 2: Zeichnungsobjekt mit Platzhaltertexten für Textvariablen

Abbildung 2: Zeichnungsobjekt mit Platzhaltertexten für Textvariablen

Da die Länge der Nebenattributswerte zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, sollten in den Objektparametern die Option „überstehende Elemente in Objektverweisen darstellen“ aktiviert werden. Die variabel gehaltenen Texte werden bei der Darstellung des Objektverweises dann in voller Länge und nicht beschnitten angezeigt.

Abbildung 3: diese Objektparametereinstellungen können im Zeichnungsmenü unter „Bearbeiten- Parameter“ angepasst werden

Abbildung 3: diese Objektparametereinstellung kann im Zeichnungsmenü unter „Bearbeiten- Parameter“ angepasst werden

Mit der Anweisung OBJEKTATTR werden die Textvariablen im Objektverweis mit den Bauwerksnebenattributen verknüpft. Diese Definition muss vor der Anweisung BWBESCHRIFTUNG erfolgen.

OBJEKTATTR Variable; Beschriftung [; Format [; Ersatztext]
VariableName (max. 19 Zeichen) der Textvariablen.
BeschriftungDefinition der Bauwerksbeschriftung
FormatPlatzhalter zur Formatierung der Beschriftung.
ErsatztextIst eine Information nicht vorhanden, lässt sich ein Ersatztext vereinbaren.

Bauwerke können dabei mit allgemeinen card_1-Bauwerksattributen oder mit speziellen selbstdefinierten Nebenattributen beschriftet werden. Folgende Schreibweise muss dafür verwendet werden:

DefinitionInformation
$KONSTANT
Konstanter Text bzw. Wert
$BUILDSTRUCTURE.NAMEName des Bauwerks
$BUILDSTRUCTURE.DESCRIPTIONBezeichnung des Bauwerks
$BUILDASSEMBLY.NAMEName der Baugruppe
$BUILDASSEMBLY.DESCRIPTION
Bezeichnung der Baugruppe
[ Nebenattribut ]Nebenattribut der Baugruppe

Im Ergebnis kann die Achszeichnungsvereinbarung für unser Beispiel folgende Zeilen enthalten:

*Bauwerk zeichnen
*BWKÖRPER [Bauwerk [; BGFilter [; Stift1 [; Stift2]
BWKÖRPER 


*Bauwerksbeschriftung zeichnen

*OBJEKTATTR Variable; Beschriftung [; Format [; Ersatztext]
OBJEKTATTR 'Variable1';$BUILDASSEMBLY.NAME;'BG #'                                | Name Baugruppe
OBJEKTATTR 'Variable2';"[CG.Hoehe_gemessen]";'Höhe: #.## m'                      | Nebenattribut
OBJEKTATTR 'Variable3';"[CG.Dachart_Bezeichnung]";'Dachart: #';                  | Nebenattribut
OBJEKTATTR 'Variable4';"[CG.DatenquelleDachhoehe_Bezeichnung]";'Datenquelle: #'  | Nebenattribut
OBJEKTATTR 'Variable5';"[CG.Funktion_Bezeichnung]";'Funktion: #'                 | Nebenattribut

 

*BWBESCHRIFTUNG Bauwerk [; BGFilter]; Objekt [; XPos [; YPos [; BasisPos]
BWBESCHRIFTUNG 'CityGMLGebäude';;'Bauwerk_5Variablen(Bauwerksbeschriftung.PLT)'

In der Zeichnung wird die Beschriftung daraufhin in dieser Form erzeugt:

Abbildung 4: Achszeichnung mit CityGML-Bauwerken und Beschriftung aus Nebenattributen

Abbildung 4: Achszeichnung mit CityGML-Bauwerken und Beschriftung aus Nebenattributen

Die gleiche Anweisungsfolge kann in die Längsschnitt- oder Querprofilzeichnungsvereinbarung übernommen werden. Das Ergebnis in unserem Beispielprojekt sieht im Querprofil wie folgt aus:

Abbildung 5:  Querprofilzeichnung mit Schnitt durch CityGML-Bauwerke und Beschriftung aus Nebenattributen

Abbildung 5:  Querprofilzeichnung mit Schnitt durch CityGML-Bauwerke und Beschriftung aus Nebenattributen

Abb. 01: Startbildschirm von Thunderbird

PosModus: Textpositionen bei der Erzeugung von Längsschnittzeichnungen

Bei der Generierung von Zeichnungen werden Standardbeschriftungen erzeugt. Deren Inhalt wie deren Format können in den Plotgeneratoren beeinflusst werden.

Die Zeichen der ansprechbaren Beschriftungstexte formatieren Sie über die Anweisung SCHRIFTSTIL. Hinter Schriftstilen verbergen sich komplexe Definitionen von Textformatierungen. Diese können für sämtliche Standardbeschriftungen benutzt werden.
Die zeichnungserzeugenden Funktionsgruppen unterstützen eine vereinheitlichte Form zur Nutzung von Schriftstilen.

SCHRIFTSTIL Kennung; Schriftstil [; PosModus [; MaxLänge]

Seit Version 9.0 ist die Anweisung SCHRIFTSTIL um den Parameter „PosModus“ erweitert werden. Damit ist ein Konflikt beseitigt worden, der sich aus der Einführung von Schriftstilen in card_1 ergeben hat.
Im Bereich der Längsschnittzeichnung sind vor Einführung von Schriftstilen beim Generieren der Beschriftungstexte Textpositionen und Textausrichtungen definiert worden, die ein Zeichnungsergebnis mit geringem Aufwand zur Nachbearbeitung ergaben.

Diese konkreten Festlegungen, insbesondere in Bezug auf die Textausrichtung, wurden auch nach der Einführung von Schriftstilen im Bereich Längsschnittzeichnung, teilweise auch in anderen Plotgeneratoren, beibehalten, damit bestehende Plotvereinbarungen zu den selben Zeichnungen führten wie vor der Verwendung von Schriftstilen. Das bedeutete aber gleichzeitig, dass einzelne Parameter innerhalb der Schriftstilvereinbarungen nicht ausgewertet wurden.
Diese Lücke wurde mit der Erweiterung der Parameter bei SCHRIFTSTIL um den den Parameter „PosModus“, der in allen Plotgeneratoren angewendet werden kann, geschlossen. Damit besteht die Möglichkeit, die Zeichnungserzeugung gemäß der bisherigen card_1-Version zu betreiben. Alternativ ist es seit Version 9.0 auch möglich, in der Plotvereinbarung die vollständige Definition aus den Schriftstilen umzusetzen.

Abb. 01: Parameter für PosModus

Abb. 01: Parameter für PosModus

Die Voreinstellungen für „PosModus“ führt selbstverständlich zur Auswertung der Schriftstile gemäß der alten Vereinbarungslogik, so dass bestehende Plotvereinbarungen die selben Zeichnungsoptik generieren.
Zwei weitere Parameter lassen zu, die Textausrichtung und die Textposition, abweichend vom bisherigen Verfahren, beliebig anzupassen und damit die Definition aus dem Schriftstil komplett umzusetzen.

Abb. 02: Varianten für PosModus:1 und 2

Abb. 02: Varianten für PosModus:1 und 2

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Variable Zeichnungsvereinbarungen aus Nebenattributen

In diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie mit Ihren Plotvereinbarungen für Lagepläne auf Werte aus den Nebenattributen von Punkten, Linien, Texten und Symbolen zugreifen können.

Filter zur Auswahl der gezeichneten Elemente

Mit den Kennworten LINIE, TEXT, SYMBOL oder PSYMBOL usw. werden Elemente aus der Topografie gezeichnet. Dabei wird in der Regel über den Kode der Elemente ausgewählt, welche in die Zeichnung übernommen werden sollen.

Zusätzlich zum Filtern über den Kode ist es auch möglich, über ein Nebenattribut zu filtern. Es werden dann alle Elemente gezeichnet, die innerhalb des angegebenen Kodebereiches liegen und deren Nebenattribute einen bestimmten Wert annehmen.

Abbildung 1: Beispiel für Nebenattribute an Topografielinien

Abbildung 1: Beispiel für Nebenattribute an Topografielinien

Variablen für Faktoren, Stifte, Symbolnummern oder Textgrößen

Es ist auch möglich, die Werte der Nebenattribute für Parameterangaben in den Zeichnungsvereinbarungen zu nutzen. Dazu wird anstatt des konstanten Parameterwertes das Nebenattribut des Topografieelementes abgefragt, indem der Nebenattributsname in eckige Klammern eingesetzt wird.

 Beispielweise kann die Stiftnummer zum Zeichnen der Linie aus dem Nebenattribut „Stift“ ermittelt werden.

LINIE $ERSTER; $LETZTERSTIFT:[STIFT]   |es werden alle Linien aus dem gesamten Kodebereich mit einem Stift gezeichnet, der aus dem Nebenattribut "Stift" übernommen wurde.

In einem anderen Beispiel wird die Breite der Makrolinie aus dem Nebenattribut „Linienbreite“ übernommen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise die unterschiedlichen Nennweiten der Kanäle visualisieren.

Der Schriftstil und Faktor von Texten oder die Symbolnummer von Punktsymbolen können ebenfalls aus den Nebenattributen übernommen werden. Auch die Festlegung des Zeichnungslayers wäre mit dieser Methode denkbar.

Abbildung2: In der Ergebniszeichnung haben die Linien verschiedene Farben, werden mit unterschiedlichen Makrolinien und Breitenfaktoren gezeichnet und auf vorgegebenen Layern abgelegt.

Abbildung2: In der Ergebniszeichnung haben die Linien verschiedene Farben, werden mit unterschiedlichen Makrolinien und Breitenfaktoren gezeichnet und auf vorgegebenen Layern abgelegt.

Abb: 3D-Projektansicht aus offenen Geodaten des Landes Brandenburg. Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, Bereitsteller: GeoBasis-DE / LGB.

Offene Geodaten nun auch in Brandenburg

Wie in der Pressemitteilung des Landes Brandenburg zu lesen gibt es ab sofort (Januar 2020) auch in Brandenburg Offene Geobasisdaten.

Damit Sie schnell davon profitieren können, haben wir das 91_DEMO_WMS_Brandenburg aktualisiert. Es enthält nun die neuen Zugänge für Topografische Karten 1:10000, Digitale Orthofotos mit 20 cm Bodenauflösung sowie die Liegenschaftskarte als Rasterbild.

Doch nicht nur bei Rasterbildern profitieren Sie von den offenen Daten. Auch 1m-Gitter-DGM und CityGML-Dateien können frei herunter geladen werden. Damit kann jeder Zipfel Brandenburgs in card_1 dreidimensional nachgebildet werden.

 

Abb: 3D-Projektansicht aus offenen Geodaten des Landes Brandenburg. Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, Bereitsteller: GeoBasis-DE / LGB.

Abb: 3D-Projektansicht aus offenen Geodaten des Landes Brandenburg. Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, Bereitsteller: GeoBasis-DE / LGB.

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Darstellungstabellen für Symbole und 3D-Symbole

Seit einiger Zeit gibt es das Modul für den 3D-Symbol-Katalog. Die Eingabe und die Darstellung der Symbole in der Topografie wurde damit um die Eingabe der 3D-­Sym­bole er­gänzt. Diese Funk­tionen wollen wir Ihnen hier gern vor­stellen.

Eingabe von Symbolen und 3D-Symbolen

Unter dem Menüpunkt „Topografie – Symbole bearbeiten“ können bei der Eingabe von Symbolen seit der Einführung des Moduls gleichzeitig 3D-Symbole erfasst werden. Da die 3D-Symbole hauptsächlich die Verkehrszeichen abbilden, sollte im Vorfeld unter „Einstellungen – Regelwerke verwalten“ der Verkehrszeichenkatalog aktiviert werden.

Abb. 1: die Eingabemaske für Symbole wurde mit 3D-Symbolen ergänzt

Abb. 1: die Eingabemaske für Symbole wurde mit 3D-Symbolen ergänzt

Zunächst wählt man den Objektverweis für das gewünschte Verkehrszeichen und kann daraufhin das passende 3D-Symbol zuordnen. Nach dem Bestätigen der Maske muss das Symbol platziert werden. Das 3D-Symbol benötigt eine Höhe. Deshalb setzt man das Symbol auf einen vorhandenen Punkt mit Höhe oder man weist dem Symbol in der Maske bereits eine absolute Höhe zu. Nach dem Platzieren ist das Symbol somit gleichzeitig in der Lageansicht und im 3D-Fenster zu sehen.

Abb. 2: rechts – das Symbol im Lageplanfester (grün wegen der Standarddarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

Abb. 2: rechts – das Symbol im Lageplanfester (grün wegen der Standarddarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

Als weiterer Fall kann auftreten, dass man eine Bauteil nicht dauerhaft transparent haben möchte, aber zur Untersuchung darunter liegender Bauteile wäre eine zeitweise transparente Darstellung wünschenswert. Dies erreichen Sie, indem Sie zwar ein nicht transparentes Material, aber einen transparenten Stift zuordnen. Als Beispiel soll hier eine Straße mit darunter befindlichen Leitungen dienen.

Darstellungstabellen für Symbole

Ist für das Lageplanfenster die Standardansicht gewählt, so wird das Symbol bzw. der Objektverweis zunächst in violett/rot/grün angezeigt. Die Originalfarben des Objektverweises können nur dargestellt werden, wenn das Objekt mit Stift 0 als farbneutral vereinbart wird. Dieser Stift kann über die Kodedarstellung angezeigt werden, wenn er in den Darstellungstabellen für den jeweiligen Symbolkode eingetragen wurde.

Abb. 3: die Darstellungstabelle für Symbole wurde um 3D-Symbole ergänzt

Abb. 3: die Darstellungstabelle für Symbole wurde um 3D-Symbole ergänzt

Im Menüpunkt „Einstellungen – Darstellungstabellen bearbeiten – Symbol“ ordnet man dem jeweiligen Symbolkode den Stift 0 für die aktive und passive Schicht zu. Sobald die Kodedarstellung unter „Daten darstellen“ angeschaltet ist, wird das Verkehrszeichen in Farbe dargestellt.

Abb. 4: rechts – das Symbol im Lageplanfester (farbig durch die Kodedarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

Abb. 4: rechts – das Symbol im Lageplanfester (farbig durch die Kodedarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

In der Symboldarstellungstabelle lassen sich aber noch weitere Einstellungen vornehmen. So ist es möglich für die Dateneingabe Symbolnummer, Winkel, Faktor und neuerdings auch das 3D-Symbol voreinzustellen.

Sobald unter „Topografie -Symbole bearbeiten“ in der Eingabemaske für Symbole ein Kode gewählt wird, werden alle weiteren Felder entsprechend der Darstellungstabelle ausgefüllt.

Aktualisierung der Symbole aus Darstellungstabellen

Unter „Topografie – Symbole bearbeiten“ gibt es eine neue Funktion „Aktualisieren“. Hiermit können einzelne oder markierte Symbole mit den Darstellungstabellen abgeglichen werden.

Es gibt 3 Möglichkeiten der Aktualisierung:

  • Hat man in einem Projekt bereits Topografie-Symbole, können zusätzlich 3D-Symbole zugeordnet werden. Mit „3D-Symbole ergänzen“ werden nur Symbole ohne 3D-Symbolreferenz aktualisiert. Symbole mit vorhandener 3D-Symbolreferenz werden nicht verändert.
  • In einem Projekt sind bereits Topografiesymbole enthalten, denen teilweise auch schon ein 3D-Symbol zugeordnet ist. Mit „Alle 3D-Symbole überschreiben“ werden alle 3D-Symbolreferenzen mit den Einstellungen aus der Darstellungstabelle überschrieben.
  • Sollen alle Eigenschaften der Topografie- und 3D-Symbole aus der Symboldarstellungstabelle übernommen werden, so wählt man die Option „Alle Parameter überschreiben“.
Abb. 5: „Topografie – Symbole bearbeiten“ – mit „Aktualisieren“ werden die Einstellungen der Symboldarstellungstabelle übernommen.

Abb. 5: „Topografie – Symbole bearbeiten“ – mit „Aktualisieren“ werden die Einstellungen der Symboldarstellungstabelle übernommen.

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Implizite Bearbeitung der Kataloge

Seit der Einführung der Eins­tellungs­kata­loge für Stif­te, Strich­ar­ten, Makro­li­nien, Flä­chen­stile usw. ist es mög­lich, wäh­rend der Aus­wahl der Katalog­ein­träge, diese auch zu be­ar­bei­ten oder neue an­zu­legen. Den­jenigen, die diese Funk­tion noch nicht ent­deckt ha­ben, möch­ten wir sie hier gern vor­stell­en.

Das Einstellungsmenü zum Bearbeiten der Kataloge

Im Menü „Einstellungen“ finden wir eine Reihe von Katalogen, die mit dem card_1 Katalogsystem verwaltet werden. Dazu zählen die Kataloge für Stifte, Stricharten, Makrolinien, Flächenstile, Schriftstile, Zeichnungsränder, Zeichnungsdesigns und mit eingeschränkter Katalogfunktion auch die Symbole.

Abb. 1: Das Einstellungsmenü zum Bearbeiten der Kataloge

Abb. 1: Das Einstellungsmenü zum Bearbeiten der Kataloge

Katalogeinstellungen, die hier bearbeitet werden, werden meistens auch sofort an den Stellen im Projekt geändert, an denen Sie bereits verwendet wurden. Wenn Sie beispielsweise die Farbe eines Stiftes von Rot auf Blau ändern, wird dieser Stift sofort in allen Zeichnungen in der neuen Farbe dargestellt.

Aufruf zur Verwendung der Kataloge und implizite Bearbeitung

Immer wenn Sie einen Katalogeintrag verwenden wollen, können Sie diesen aus der Katalogtabelle auswählen.  Bei der Auswahl hilft Ihnen auch die Vorschau, die mit der F2-Taste aufgerufen werden kann.  In dieser Auswahltabelle gibt es auch immer die Funktion zum Bearbeiten des jeweiligen Kataloges. Dabei geht eine neue Tabelle auf, in der Sie wiederum unter dem Menüpunkt „Bearbeiten“ Funktionen zum Neuanlegen und Ändern von Katalogeinträgen finden.

Abb 2: In der Darstellungstabelle für Linien können beispielsweise Stifte, Makrolinien und Flächenstile aus Katalogen ausgewählt werden. Bei der Auswahl hilft die F2-Vorschau.

Abb 2: In der Darstellungstabelle für Linien können beispielsweise Stifte, Makrolinien und Flächenstile aus Katalogen ausgewählt werden. Bei der Auswahl hilft die F2-Vorschau.

Wenn man erreichen möchte, dass der Teil zwischen den Stationen 0+10,000 und 0+40,000 ausgespart wird, genügt es nicht, die dazwischen liegenden Querprofile wegzulassen. Man könnte eine Profillinie auch im Querschnitt reduzieren und nur noch mit einem oder wenigen Punkten angeben, die keine Querschnittsfläche bilden. Damit wird Masse und Bauwerk im Übergangsbereich geschrumpft und wieder aufgeweitet:

Beispiel für implizite Bearbeitung

Wollen Sie zum Beispiel in der Zeichnungsbearbeitung eine neue Schraffur eingeben, werden Sie dort zur Auswahl eines Flächenstils aufgefordert. Dabei bemerken Sie, dass es den Flächenstil, den Sie gerade benötigen, noch nicht gibt. Anstatt nun die Zeichnungsbearbeitung zu verlassen und über das Einstellungsmenü in die Flächenstilbearbeitung zu wechseln, können Sie direkt bei der Auswahl des Flächenstils die Bearbeitungstabelle öffnen und dort einen neuen Flächenstil anlegen oder einen vorhandenen kopieren und abändern.

Abb. 3: Implizite Bearbeitung – während der Auswahl von Katalogeinträgen, können diese auch bearbeitet werden.

Abb. 3: Implizite Bearbeitung – während der Auswahl von Katalogeinträgen, können diese auch bearbeitet werden.

Diese Bearbeitung lässt sich weiter fortsetzen, wenn Sie beispielsweise für den neuen Flächenstil eine neue Strichart benötigen.

Abb. 4: Implizite Bearbeitung auf der 2. Ebene – das lässt sich beliebig fortsetzen.

Abb. 4: Implizite Bearbeitung auf der 2. Ebene – das lässt sich beliebig fortsetzen.

Auf diese Weise kommen Sie effektiv zu den gewünschten Ergebnissen und komplettieren ganz nebenbei Ihre Kataloge, für eine noch schneller Arbeit mit card_1.