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Sichtschattenbänder und versteckter Kurvenbeginn nach HViSt 2008 (Hinweise zur Visualisierung von Straßen)

Die HViSt gibt Hinweise zur Anwendung der bildhaften Darstellung von Straßenentwürfen und legt die Datengrundlagen fest. Diese ermöglichen eine Vergleichbarkeit der Visualisierungsergebnisse. Des Weiteren wird die Vorgehensweise zur Überprüfung der räumlichen Linienführung für außerörtliche Straßen aufgezeigt. In den folgenden Ausführungen wird auf die Handhabung und Darstellung des Moduls „Sichtweiten berechnen“ und auf die Analyse des Sichtweitenbandes eingegangen. Die Begrifflichkeiten 2D und 3D (zwei- und dreidimensional) werden auf die Datengrundlage und nicht auf die Darstellungsart bezogen. Die 2D-Sichtweitenberechnung im Modul „Sichtweiten berechnen“ ist ein gradientenbasiertes Verfahren, welches über das Tangentenverfahren erfolgt. Die 3D-Sichtweitenberechnung gründet auf dem „Räumlichen Sichtkegelverfahren“, für welches ein ausreichend „breites“ Oberflächenprofil erforderlich ist. Mit diesem Profil kann die in der HViSt beschriebene Perspektivdarstellung im Modul „Fahrweg simulieren“ umgesetzt werden.

„Sichtweiten berechnen“ Vorgang neu (anlegen)

Nach der Festlegung des Berechnungsverfahrens, der Wahl der auszuwertenden Sichtweiten und der Berechnungsrichtung (Hin- und Rückfahrt) werden die Datengrundlagen eingeben. Neben der Definition des Stationsbereiches werden die Stationsdaten (Geschwindigkeitsband, Gradiente, Profillinie) aufgerufen. Bei der Einstellung der maximalen Sichtweite kann man zwischen der Einstellung „maximal erforderliche +25“ und „konstant“ wählen.

Abb. 01: “Sichtweite berechnen“

Abb. 01: "Sichtweite berechnen"

Eine konstante maximale Sichtweite von 700 m schließt alle in den Richtlinien geforderten Mindestweiten ein. Die folgenden Eingaben betreffen die Angaben zu Aug- und Zielpunkt. Die Augpunkthöhe beträgt 1,0 m und beschreibt die durchschnittliche Augenhöhe eines Fahrers im Fahrzeug. Die Höhe des Zielpunktes kann über die Option „V85“ die Höhen aus der RAS-L, Anhang 10, Tabelle 20 in Abhängigkeit zur Geschwindigkeit V85 ermittelt werden. Nach HViSt wird eine Zielpunkthöhe von 0,0 m empfohlen. Die Zielpunkthöhe für die “Überholsichtweite” sollte (lt. RAS-L, Anhang 10, Tabelle 20) 1,0 m über der Gradiente betragen. Im Folgenden sind die Abstände (Fahrbahnränder) über Breitenbänder und Abstandseingaben für die Ermittlung der Mitte des Fahrstreifens einzugeben. In der letzten Eingabe können Daten optional zur Berechnung der Sichtprofile eingegeben werden. Dazu zählen die Angabe der Querneigungsbänder und die Festlegung der Stationsdaten für die Sichtprofile.

„Sichtweiten berechnen“ Vorgang darstellen

Über die Funktion „Daten darstellen“ werden die Sichtweitenvorgänge eingeblendet. Dabei sind die darzustellenden Datenmengen beeinflussbar. Auch die Darstellung der Sichtschatten und der verdecken Kurvenanfänge ist hier möglich. Die farbliche Abbildung entspricht den Vorgaben der HViSt. Des Weiteren kann zur besseren Übersicht eine Skalierung eingeblendet werden. Die Y-Achse (Ordinate) stellt den Abstand vom Betrachter dar, während die X-Achse die Stationswerte zeigt. Zur Verdeutlichung der Darstellung des Sichtweitenbandes dient die Abbildung “Sichtweiten berechnen”.

Abb. 02: "Fenstergruppe"

Abb. 02: "Fenstergruppe"

Fenstergruppe bilden

Wird das Sichtweitenband angezeigt, benötigt man zur besseren Analyse der Vorgänge in der Ansicht zudem die Gradiente und das Krümmungsband. Über einen rechten Mausklick in das Sichtweitenband besteht die Möglichkeit zu „Fenstergruppen bearbeiten“. Hier erfolgt der zusätzliche Aufruf des Längsschnitts und des Kümmungsbandes. Diese Fenster werden unter das Sichtweitenband angeordnet. Diese Fenster korrespondieren miteinander. Dies zeigt sich beim Zoomen, indem die Ansicht in allen drei Fenstern aktualisiert wird. Des Weiteren kann durch das weiße Fadenkreuz die betrachtete Station in allen Fenstern nachvollzogen werden (siehe Abbildung “Fenstergruppe”).

„Sichtweiten berechnen“ Interpretation/Analyse des Sichtweitenbandes anhand der Station 0+350

Abb. 03: "Analyse Sichtschatten 1"

Abb. 03: "Analyse Sichtschatten 1"

Zur besseren Verdeutlichung des Sichtweitenbandes ist in der in der Abbildung “Analyse Sichtschatten 1″ die Sichtweite an der Station 0+350 für die Hinfahrt dargestellt. Untersucht wird die Sichtweite bis zur Station 1+050, da diese in einer Entfernung von 700 m liegt (Einstellung beim Vorgang anlegen siehe oben). Bei der Analyse ist es hilfreich, sich die Gradiente senkrecht aufgestellt vorzustellen. An der Station 0+350 befindet sich der Autofahrer auf einer Kuppe und blickt in Stationierungsrichtung. Die ersten 50 m hat er freie Sicht auf der Kuppe, dann beginnt ein Sichtschattenbereich, welcher bis ca. Station 0+450 eine Sichtschattentiefe kleiner 0,75 m aufweist (grün). Zwischen Station 0+450 und 0+550 befindet sich ein kritischer Sichtschattenbereich (rot) mit einer Sichtschattentiefe größer gleich 0,75 m (zwischen Kuppe und Wanne). Ab dem Ende der Wanne ca. bei Station 0+570 (Abstand vom Betrachter bei Station 0+350 beträgt 220 m) beginnt ein Abschnitt mit freier Sicht (Blick auf den Anstieg der folgenden Kuppe). Alles was hinter der Kuppe bei Station 0+760 liegt, befindet sich im kritischen Sichtschattenbereich (rot) und ist für den Autofahrer nicht mehr einzusehen. Die kritischen Sichtweiten sind grundsätzlich zu vermeiden. Des Weiteren ist bei Station 0+350 festzustellen, dass die vorhandenen Sichtweiten nicht die erforderlichen Sichtweiten einhalten. Zum Beispiel liegt die benötigte Sichtweite zum Halten bei einem Abstand ca. 180 m. Die vorhandene Haltesichtweite beträgt aber nur 100 m. In den folgenden 2 Abbildungen ist die hier beschriebene Situation an der Station 0+350 dargestellt. Die kritischen Sichtweiten sind grundsätzlich zu vermeiden (die Sichtbereiche sind in der Abbildung “Analyse Sichtschatten 2″ dargestellt).

Abb. 04: "Analyse Sichtschatten 2"

Abb. 04: "Analyse Sichtschatten 2"

Die Defizite im Straßenentwurf sind durch Bearbeitung der Entwurfselemente im Lage- und Höhenplan zu beseitigen. Des Weiteren ist zu empfehlen, dass beim Entwurf Standardraumelemente gebildet werden. „Standardraumelemente entstehen, wenn Beginn und Ende von Kurven im Lageplan mit dem Beginn und den Ende von Kuppen und Wannen im Höhenplan zusammenfallen.“[HViSt 2008] Prinzipiell ist eine geringfügige Verschiebung um bis zu 20 % der Länge des Lageplanelementes zulässig. Eine Verschiebung ist zum Beispiel für die Erkennbarkeit eines Kurvenbeginns erforderlich. Die erforderliche Verschiebung des Kuppenbeginns hinter den Kurvenbeginn beim Übergang Gerade – Klothoide – Kreisbogen ist in der Tabelle 5 in der HViSt ausgewiesen.

"Sichtweiten berechnen" Interpretation/Analyse des Sichtweitenbandes zwischen Station 1+365 bis 1+240; Erläuterung "verdeckter Kurvenbeginn"

„Ein verdeckter Kurvenbeginn liegt dann vor, wenn aus einer Entfernung von 75 m vor dem Kurvenbeginn in Lageplan die voraus liegende Straßenoberfläche nicht mindestens bis zu dem Punkt einsehbar ist, an dem eine Richtungsänderung von 3,5 gon im Lageplan vorliegt.“ [HViSt 2008]

Ist der Einsatz eines Standardraumelementes nicht möglich, muss die Richtungsänderung deutlich erkennbar innerhalb der vorhandenen Sichtweite beginnen. Im Kuppenbereich darf die Kurve nicht verdeckt werden. Es ist zu gewährleisten, dass der Fahrer den Richtungssinn und möglichst die Krümmung abschätzen kann. Die erkennbare Richtungsänderung der Lageplankurve sollte gemessen vom Übergangsbogen, innerhalb der vorhandenen Sichtweite mindestens 3,5 gon betragen.

In der folgenden Abbildung “Analyse Verdeckter Kurvenbeginn” ist ein verdeckter Kurvenbeginn dargestellt.

Abb. 05: "Analyse Verdeckter Kurvenbeginn"

Abb. 05: "Analyse Verdeckter Kurvenbeginn"

Abb. 06: "Verd. Kurvenbeginn Station 1+365"

Abb. 06: "Verd. Kurvenbeginn Station 1+365"

Die Abbildung “Verd. Kurvenbeginn Station 1+365″ ist mit dem Modul „Fahrweg simulieren“ erzeugt.
Die Darstellung entspricht den Hinweisen der HViSt. Die Fahrsimulation kann u.a. mit Leitpfosten, Schutzplanken und Bäumen ergänzt werden. Das Bild der Fahrsimulation an Station 1+365 (Rückfahrt) zeigt deutlich, dass die Richtungsänderung, die in einer Entfernung von 75 m + Strecke (bis eine Richtungswinkeländerung von 3,5 gon erreicht ist), nicht erkennbar ist. Die Richtungswinkeländerung befindet sich hinter der Kuppe, es entsteht ein verdeckter Kurvenbeginn, da die Sichtweite zur Erkennung der Richtungsänderung nicht ausreichend ist. „Daher ist im Entwurf zu gewährleisten, dass der Beginn des für den Fahrer unsichtbaren Teils der Kuppe vom Fahrer weiter entfernt liegt als der Punkt der relevanten Richtungsänderung.“ [HViSt 2008]

Bauwerksbeschriftung1_1000x667

Bauwerksbeschriftung mit Nebenattributen

Beim Erstellen der Achs-, Längsschnitt- und Querprofilzeichnung ist es möglich, Bauwerksschnitte zu zeichnen und auch Beschriftungen zu den Bauwerken anzulegen. Neben den Standardbauwerksattributen, wie der Bauwerks- und Baugruppen-Name, ist es auch möglich, die Nebenattribute der Bauwerke als Texte in der Zeichnung generieren zu lassen.

Voraussetzung

Um Bauwerke mit zusätzlichen Informationen beschriften zu können, müssen diese Nebenattribute besitzen. Ob das der Fall ist, kann man sich über das Menü „Daten zeigen und messen“ und „Trassierung – Baugruppe“ anzeigen lassen.

In unserem Beispiel wollen wir Gebäudebauwerke, die über die CityGML-Schnittstelle eingelesen wurden, mit den mitgelieferten Attributen beschriften. Alle im Bild dargestellten Nebenattribute können in die Zeichnung übernommen werden.

Abbildung 1: Nebenattribute von CityGML-Gebäuden, mit denen die Bauwerke beschriftet werden können.

Abbildung 1: Nebenattribute von CityGML-Gebäuden, mit denen die Bauwerke beschriftet werden können.

Zeichnungserzeugung

Die Kennworte BWKÖRPER und BWBESCHRIFTUNG gibt es in den Zeichnungsvereinbarungen für Achszeichnung, Längsschnittzeichnung und Querprofilzeichnungen.

Die Syntax für BWBESCHRIFTUNG wird in der Hilfe wie folgt angegeben:

BWBESCHRIFTUNG Bauwerk [; BGFilter]; Objekt [; XPos [; YPos [; BasisPos]
BauwerkName des Bauwerks oder Filter zum Selektieren der Bauwerke. Folgende Platzhalter können im Filter genutzt werden:

*: Variable Zeichenkette
?: Variables Zeichen
BGFilterNebenattributfilter zum Selektieren der Baugruppen innerhalb der Bauwerke (voreingestellt: gezeichnet werden alle Baugruppen der selektierten Bauwerke).

Folgende Syntax wird ausgewertet: [Nebenattribut] == Wert
ObjektVerweispfad auf ein Objekt einer PLT-Zeichnungsdatei, das die Platzhaltertexte enthält.
XPos, YPosHorizontale und vertikale Verschiebung [cm] des Objektverweises bezogen auf die Basisposition (voreingestellt: XPos = 0, YPos = 0).
BasisPosPosition des Objektverweises. Die Position wird relativ zum Rechteck bestimmt, das alle Flächen der Baugruppe umschließt. Folgende Kennziffern sind möglich:

0: Mitte des Rechtecks (voreingestellt)
1: Schwerpunkt der Fläche
2: Linke untere Ecke
3: Rechte untere Ecke
4: Linke obere Ecke
5: Rechte obere Ecke
6: Unten mittig des Rechtecks
7: Oben mittig des Rechtecks
8: Links mittig des Rechtecks
9: Rechts mittig des Rechtecks

Um diese Bauwerksbeschriftungen anzulegen, benötigen wir zunächst ein Zeichnungsobjekt mit Textvariablen, die den Wert der Bauwerksattribute annehmen können.

In unserem Beispiel haben wir ein neues Zeichnungsobjekt angelegt und mit allgemeingültigen Platzhaltertexten gefüllt.

Abbildung 2: Zeichnungsobjekt mit Platzhaltertexten für Textvariablen

Abbildung 2: Zeichnungsobjekt mit Platzhaltertexten für Textvariablen

Da die Länge der Nebenattributswerte zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, sollten in den Objektparametern die Option „überstehende Elemente in Objektverweisen darstellen“ aktiviert werden. Die variabel gehaltenen Texte werden bei der Darstellung des Objektverweises dann in voller Länge und nicht beschnitten angezeigt.

Abbildung 3: diese Objektparametereinstellungen können im Zeichnungsmenü unter „Bearbeiten- Parameter“ angepasst werden

Abbildung 3: diese Objektparametereinstellung kann im Zeichnungsmenü unter „Bearbeiten- Parameter“ angepasst werden

Mit der Anweisung OBJEKTATTR werden die Textvariablen im Objektverweis mit den Bauwerksnebenattributen verknüpft. Diese Definition muss vor der Anweisung BWBESCHRIFTUNG erfolgen.

OBJEKTATTR Variable; Beschriftung [; Format [; Ersatztext]
VariableName (max. 19 Zeichen) der Textvariablen.
BeschriftungDefinition der Bauwerksbeschriftung
FormatPlatzhalter zur Formatierung der Beschriftung.
ErsatztextIst eine Information nicht vorhanden, lässt sich ein Ersatztext vereinbaren.

Bauwerke können dabei mit allgemeinen card_1-Bauwerksattributen oder mit speziellen selbstdefinierten Nebenattributen beschriftet werden. Folgende Schreibweise muss dafür verwendet werden:

DefinitionInformation
$KONSTANT
Konstanter Text bzw. Wert
$BUILDSTRUCTURE.NAMEName des Bauwerks
$BUILDSTRUCTURE.DESCRIPTIONBezeichnung des Bauwerks
$BUILDASSEMBLY.NAMEName der Baugruppe
$BUILDASSEMBLY.DESCRIPTION
Bezeichnung der Baugruppe
[ Nebenattribut ]Nebenattribut der Baugruppe

Im Ergebnis kann die Achszeichnungsvereinbarung für unser Beispiel folgende Zeilen enthalten:

*Bauwerk zeichnen
*BWKÖRPER [Bauwerk [; BGFilter [; Stift1 [; Stift2]
BWKÖRPER 


*Bauwerksbeschriftung zeichnen

*OBJEKTATTR Variable; Beschriftung [; Format [; Ersatztext]
OBJEKTATTR 'Variable1';$BUILDASSEMBLY.NAME;'BG #'                                | Name Baugruppe
OBJEKTATTR 'Variable2';"[CG.Hoehe_gemessen]";'Höhe: #.## m'                      | Nebenattribut
OBJEKTATTR 'Variable3';"[CG.Dachart_Bezeichnung]";'Dachart: #';                  | Nebenattribut
OBJEKTATTR 'Variable4';"[CG.DatenquelleDachhoehe_Bezeichnung]";'Datenquelle: #'  | Nebenattribut
OBJEKTATTR 'Variable5';"[CG.Funktion_Bezeichnung]";'Funktion: #'                 | Nebenattribut

 

*BWBESCHRIFTUNG Bauwerk [; BGFilter]; Objekt [; XPos [; YPos [; BasisPos]
BWBESCHRIFTUNG 'CityGMLGebäude';;'Bauwerk_5Variablen(Bauwerksbeschriftung.PLT)'

In der Zeichnung wird die Beschriftung daraufhin in dieser Form erzeugt:

Abbildung 4: Achszeichnung mit CityGML-Bauwerken und Beschriftung aus Nebenattributen

Abbildung 4: Achszeichnung mit CityGML-Bauwerken und Beschriftung aus Nebenattributen

Die gleiche Anweisungsfolge kann in die Längsschnitt- oder Querprofilzeichnungsvereinbarung übernommen werden. Das Ergebnis in unserem Beispielprojekt sieht im Querprofil wie folgt aus:

Abbildung 5:  Querprofilzeichnung mit Schnitt durch CityGML-Bauwerke und Beschriftung aus Nebenattributen

Abbildung 5:  Querprofilzeichnung mit Schnitt durch CityGML-Bauwerke und Beschriftung aus Nebenattributen

Abb. 01: Startbildschirm von Thunderbird

PosModus: Textpositionen bei der Erzeugung von Längsschnittzeichnungen

Bei der Generierung von Zeichnungen werden Standardbeschriftungen erzeugt. Deren Inhalt wie deren Format können in den Plotgeneratoren beeinflusst werden.

Die Zeichen der ansprechbaren Beschriftungstexte formatieren Sie über die Anweisung SCHRIFTSTIL. Hinter Schriftstilen verbergen sich komplexe Definitionen von Textformatierungen. Diese können für sämtliche Standardbeschriftungen benutzt werden.
Die zeichnungserzeugenden Funktionsgruppen unterstützen eine vereinheitlichte Form zur Nutzung von Schriftstilen.

SCHRIFTSTIL Kennung; Schriftstil [; PosModus [; MaxLänge]

Seit Version 9.0 ist die Anweisung SCHRIFTSTIL um den Parameter „PosModus“ erweitert werden. Damit ist ein Konflikt beseitigt worden, der sich aus der Einführung von Schriftstilen in card_1 ergeben hat.
Im Bereich der Längsschnittzeichnung sind vor Einführung von Schriftstilen beim Generieren der Beschriftungstexte Textpositionen und Textausrichtungen definiert worden, die ein Zeichnungsergebnis mit geringem Aufwand zur Nachbearbeitung ergaben.

Diese konkreten Festlegungen, insbesondere in Bezug auf die Textausrichtung, wurden auch nach der Einführung von Schriftstilen im Bereich Längsschnittzeichnung, teilweise auch in anderen Plotgeneratoren, beibehalten, damit bestehende Plotvereinbarungen zu den selben Zeichnungen führten wie vor der Verwendung von Schriftstilen. Das bedeutete aber gleichzeitig, dass einzelne Parameter innerhalb der Schriftstilvereinbarungen nicht ausgewertet wurden.
Diese Lücke wurde mit der Erweiterung der Parameter bei SCHRIFTSTIL um den den Parameter „PosModus“, der in allen Plotgeneratoren angewendet werden kann, geschlossen. Damit besteht die Möglichkeit, die Zeichnungserzeugung gemäß der bisherigen card_1-Version zu betreiben. Alternativ ist es seit Version 9.0 auch möglich, in der Plotvereinbarung die vollständige Definition aus den Schriftstilen umzusetzen.

Abb. 01: Parameter für PosModus

Abb. 01: Parameter für PosModus

Die Voreinstellungen für „PosModus“ führt selbstverständlich zur Auswertung der Schriftstile gemäß der alten Vereinbarungslogik, so dass bestehende Plotvereinbarungen die selben Zeichnungsoptik generieren.
Zwei weitere Parameter lassen zu, die Textausrichtung und die Textposition, abweichend vom bisherigen Verfahren, beliebig anzupassen und damit die Definition aus dem Schriftstil komplett umzusetzen.

Abb. 02: Varianten für PosModus:1 und 2

Abb. 02: Varianten für PosModus:1 und 2

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Variable Zeichnungsvereinbarungen aus Nebenattributen

In diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie mit Ihren Plotvereinbarungen für Lagepläne auf Werte aus den Nebenattributen von Punkten, Linien, Texten und Symbolen zugreifen können.

Filter zur Auswahl der gezeichneten Elemente

Mit den Kennworten LINIE, TEXT, SYMBOL oder PSYMBOL usw. werden Elemente aus der Topografie gezeichnet. Dabei wird in der Regel über den Kode der Elemente ausgewählt, welche in die Zeichnung übernommen werden sollen.

Zusätzlich zum Filtern über den Kode ist es auch möglich, über ein Nebenattribut zu filtern. Es werden dann alle Elemente gezeichnet, die innerhalb des angegebenen Kodebereiches liegen und deren Nebenattribute einen bestimmten Wert annehmen.

Abbildung 1: Beispiel für Nebenattribute an Topografielinien

Abbildung 1: Beispiel für Nebenattribute an Topografielinien

Variablen für Faktoren, Stifte, Symbolnummern oder Textgrößen

Es ist auch möglich, die Werte der Nebenattribute für Parameterangaben in den Zeichnungsvereinbarungen zu nutzen. Dazu wird anstatt des konstanten Parameterwertes das Nebenattribut des Topografieelementes abgefragt, indem der Nebenattributsname in eckige Klammern eingesetzt wird.

 Beispielweise kann die Stiftnummer zum Zeichnen der Linie aus dem Nebenattribut „Stift“ ermittelt werden.

LINIE $ERSTER; $LETZTERSTIFT:[STIFT]   |es werden alle Linien aus dem gesamten Kodebereich mit einem Stift gezeichnet, der aus dem Nebenattribut "Stift" übernommen wurde.

In einem anderen Beispiel wird die Breite der Makrolinie aus dem Nebenattribut „Linienbreite“ übernommen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise die unterschiedlichen Nennweiten der Kanäle visualisieren.

Der Schriftstil und Faktor von Texten oder die Symbolnummer von Punktsymbolen können ebenfalls aus den Nebenattributen übernommen werden. Auch die Festlegung des Zeichnungslayers wäre mit dieser Methode denkbar.

Abbildung2: In der Ergebniszeichnung haben die Linien verschiedene Farben, werden mit unterschiedlichen Makrolinien und Breitenfaktoren gezeichnet und auf vorgegebenen Layern abgelegt.

Abbildung2: In der Ergebniszeichnung haben die Linien verschiedene Farben, werden mit unterschiedlichen Makrolinien und Breitenfaktoren gezeichnet und auf vorgegebenen Layern abgelegt.

Abb: 3D-Projektansicht aus offenen Geodaten des Landes Brandenburg. Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, Bereitsteller: GeoBasis-DE / LGB.

Offene Geodaten nun auch in Brandenburg

Wie in der Pressemitteilung des Landes Brandenburg zu lesen gibt es ab sofort (Januar 2020) auch in Brandenburg Offene Geobasisdaten.

Damit Sie schnell davon profitieren können, haben wir das 91_DEMO_WMS_Brandenburg aktualisiert. Es enthält nun die neuen Zugänge für Topografische Karten 1:10000, Digitale Orthofotos mit 20 cm Bodenauflösung sowie die Liegenschaftskarte als Rasterbild.

Doch nicht nur bei Rasterbildern profitieren Sie von den offenen Daten. Auch 1m-Gitter-DGM und CityGML-Dateien können frei herunter geladen werden. Damit kann jeder Zipfel Brandenburgs in card_1 dreidimensional nachgebildet werden.

 

Abb: 3D-Projektansicht aus offenen Geodaten des Landes Brandenburg. Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, Bereitsteller: GeoBasis-DE / LGB.

Abb: 3D-Projektansicht aus offenen Geodaten des Landes Brandenburg. Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, Bereitsteller: GeoBasis-DE / LGB.

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Darstellungstabellen für Symbole und 3D-Symbole

Seit einiger Zeit gibt es das Modul für den 3D-Symbol-Katalog. Die Eingabe und die Darstellung der Symbole in der Topografie wurde damit um die Eingabe der 3D-­Sym­bole er­gänzt. Diese Funk­tionen wollen wir Ihnen hier gern vor­stellen.

Eingabe von Symbolen und 3D-Symbolen

Unter dem Menüpunkt „Topografie – Symbole bearbeiten“ können bei der Eingabe von Symbolen seit der Einführung des Moduls gleichzeitig 3D-Symbole erfasst werden. Da die 3D-Symbole hauptsächlich die Verkehrszeichen abbilden, sollte im Vorfeld unter „Einstellungen – Regelwerke verwalten“ der Verkehrszeichenkatalog aktiviert werden.

Abb. 1: die Eingabemaske für Symbole wurde mit 3D-Symbolen ergänzt

Abb. 1: die Eingabemaske für Symbole wurde mit 3D-Symbolen ergänzt

Zunächst wählt man den Objektverweis für das gewünschte Verkehrszeichen und kann daraufhin das passende 3D-Symbol zuordnen. Nach dem Bestätigen der Maske muss das Symbol platziert werden. Das 3D-Symbol benötigt eine Höhe. Deshalb setzt man das Symbol auf einen vorhandenen Punkt mit Höhe oder man weist dem Symbol in der Maske bereits eine absolute Höhe zu. Nach dem Platzieren ist das Symbol somit gleichzeitig in der Lageansicht und im 3D-Fenster zu sehen.

Abb. 2: rechts – das Symbol im Lageplanfester (grün wegen der Standarddarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

Abb. 2: rechts – das Symbol im Lageplanfester (grün wegen der Standarddarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

Als weiterer Fall kann auftreten, dass man eine Bauteil nicht dauerhaft transparent haben möchte, aber zur Untersuchung darunter liegender Bauteile wäre eine zeitweise transparente Darstellung wünschenswert. Dies erreichen Sie, indem Sie zwar ein nicht transparentes Material, aber einen transparenten Stift zuordnen. Als Beispiel soll hier eine Straße mit darunter befindlichen Leitungen dienen.

Darstellungstabellen für Symbole

Ist für das Lageplanfenster die Standardansicht gewählt, so wird das Symbol bzw. der Objektverweis zunächst in violett/rot/grün angezeigt. Die Originalfarben des Objektverweises können nur dargestellt werden, wenn das Objekt mit Stift 0 als farbneutral vereinbart wird. Dieser Stift kann über die Kodedarstellung angezeigt werden, wenn er in den Darstellungstabellen für den jeweiligen Symbolkode eingetragen wurde.

Abb. 3: die Darstellungstabelle für Symbole wurde um 3D-Symbole ergänzt

Abb. 3: die Darstellungstabelle für Symbole wurde um 3D-Symbole ergänzt

Im Menüpunkt „Einstellungen – Darstellungstabellen bearbeiten – Symbol“ ordnet man dem jeweiligen Symbolkode den Stift 0 für die aktive und passive Schicht zu. Sobald die Kodedarstellung unter „Daten darstellen“ angeschaltet ist, wird das Verkehrszeichen in Farbe dargestellt.

Abb. 4: rechts – das Symbol im Lageplanfester (farbig durch die Kodedarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

Abb. 4: rechts – das Symbol im Lageplanfester (farbig durch die Kodedarstellung) und links das 3D-Symbol in der 3D-Projektansicht

In der Symboldarstellungstabelle lassen sich aber noch weitere Einstellungen vornehmen. So ist es möglich für die Dateneingabe Symbolnummer, Winkel, Faktor und neuerdings auch das 3D-Symbol voreinzustellen.

Sobald unter „Topografie -Symbole bearbeiten“ in der Eingabemaske für Symbole ein Kode gewählt wird, werden alle weiteren Felder entsprechend der Darstellungstabelle ausgefüllt.

Aktualisierung der Symbole aus Darstellungstabellen

Unter „Topografie – Symbole bearbeiten“ gibt es eine neue Funktion „Aktualisieren“. Hiermit können einzelne oder markierte Symbole mit den Darstellungstabellen abgeglichen werden.

Es gibt 3 Möglichkeiten der Aktualisierung:

  • Hat man in einem Projekt bereits Topografie-Symbole, können zusätzlich 3D-Symbole zugeordnet werden. Mit „3D-Symbole ergänzen“ werden nur Symbole ohne 3D-Symbolreferenz aktualisiert. Symbole mit vorhandener 3D-Symbolreferenz werden nicht verändert.
  • In einem Projekt sind bereits Topografiesymbole enthalten, denen teilweise auch schon ein 3D-Symbol zugeordnet ist. Mit „Alle 3D-Symbole überschreiben“ werden alle 3D-Symbolreferenzen mit den Einstellungen aus der Darstellungstabelle überschrieben.
  • Sollen alle Eigenschaften der Topografie- und 3D-Symbole aus der Symboldarstellungstabelle übernommen werden, so wählt man die Option „Alle Parameter überschreiben“.
Abb. 5: „Topografie – Symbole bearbeiten“ – mit „Aktualisieren“ werden die Einstellungen der Symboldarstellungstabelle übernommen.

Abb. 5: „Topografie – Symbole bearbeiten“ – mit „Aktualisieren“ werden die Einstellungen der Symboldarstellungstabelle übernommen.

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Implizite Bearbeitung der Kataloge

Seit der Einführung der Eins­tellungs­kata­loge für Stif­te, Strich­ar­ten, Makro­li­nien, Flä­chen­stile usw. ist es mög­lich, wäh­rend der Aus­wahl der Katalog­ein­träge, diese auch zu be­ar­bei­ten oder neue an­zu­legen. Den­jenigen, die diese Funk­tion noch nicht ent­deckt ha­ben, möch­ten wir sie hier gern vor­stell­en.

Das Einstellungsmenü zum Bearbeiten der Kataloge

Im Menü „Einstellungen“ finden wir eine Reihe von Katalogen, die mit dem card_1 Katalogsystem verwaltet werden. Dazu zählen die Kataloge für Stifte, Stricharten, Makrolinien, Flächenstile, Schriftstile, Zeichnungsränder, Zeichnungsdesigns und mit eingeschränkter Katalogfunktion auch die Symbole.

Abb. 1: Das Einstellungsmenü zum Bearbeiten der Kataloge

Abb. 1: Das Einstellungsmenü zum Bearbeiten der Kataloge

Katalogeinstellungen, die hier bearbeitet werden, werden meistens auch sofort an den Stellen im Projekt geändert, an denen Sie bereits verwendet wurden. Wenn Sie beispielsweise die Farbe eines Stiftes von Rot auf Blau ändern, wird dieser Stift sofort in allen Zeichnungen in der neuen Farbe dargestellt.

Aufruf zur Verwendung der Kataloge und implizite Bearbeitung

Immer wenn Sie einen Katalogeintrag verwenden wollen, können Sie diesen aus der Katalogtabelle auswählen.  Bei der Auswahl hilft Ihnen auch die Vorschau, die mit der F2-Taste aufgerufen werden kann.  In dieser Auswahltabelle gibt es auch immer die Funktion zum Bearbeiten des jeweiligen Kataloges. Dabei geht eine neue Tabelle auf, in der Sie wiederum unter dem Menüpunkt „Bearbeiten“ Funktionen zum Neuanlegen und Ändern von Katalogeinträgen finden.

Abb 2: In der Darstellungstabelle für Linien können beispielsweise Stifte, Makrolinien und Flächenstile aus Katalogen ausgewählt werden. Bei der Auswahl hilft die F2-Vorschau.

Abb 2: In der Darstellungstabelle für Linien können beispielsweise Stifte, Makrolinien und Flächenstile aus Katalogen ausgewählt werden. Bei der Auswahl hilft die F2-Vorschau.

Wenn man erreichen möchte, dass der Teil zwischen den Stationen 0+10,000 und 0+40,000 ausgespart wird, genügt es nicht, die dazwischen liegenden Querprofile wegzulassen. Man könnte eine Profillinie auch im Querschnitt reduzieren und nur noch mit einem oder wenigen Punkten angeben, die keine Querschnittsfläche bilden. Damit wird Masse und Bauwerk im Übergangsbereich geschrumpft und wieder aufgeweitet:

Beispiel für implizite Bearbeitung

Wollen Sie zum Beispiel in der Zeichnungsbearbeitung eine neue Schraffur eingeben, werden Sie dort zur Auswahl eines Flächenstils aufgefordert. Dabei bemerken Sie, dass es den Flächenstil, den Sie gerade benötigen, noch nicht gibt. Anstatt nun die Zeichnungsbearbeitung zu verlassen und über das Einstellungsmenü in die Flächenstilbearbeitung zu wechseln, können Sie direkt bei der Auswahl des Flächenstils die Bearbeitungstabelle öffnen und dort einen neuen Flächenstil anlegen oder einen vorhandenen kopieren und abändern.

Abb. 3: Implizite Bearbeitung – während der Auswahl von Katalogeinträgen, können diese auch bearbeitet werden.

Abb. 3: Implizite Bearbeitung – während der Auswahl von Katalogeinträgen, können diese auch bearbeitet werden.

Diese Bearbeitung lässt sich weiter fortsetzen, wenn Sie beispielsweise für den neuen Flächenstil eine neue Strichart benötigen.

Abb. 4: Implizite Bearbeitung auf der 2. Ebene – das lässt sich beliebig fortsetzen.

Abb. 4: Implizite Bearbeitung auf der 2. Ebene – das lässt sich beliebig fortsetzen.

Auf diese Weise kommen Sie effektiv zu den gewünschten Ergebnissen und komplettieren ganz nebenbei Ihre Kataloge, für eine noch schneller Arbeit mit card_1.

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Querprofillinien mit einem oder keinem Punkt anlegen

Wenn man von einer Linie, auch einer Querprofillinie, spricht, geht man normalerweise davon aus, dass sie mindestens 2 Stützpunkte enthält. Wenn nur ein oder gar kein Stützpunkt vorhanden ist, kann man im klassischen Sinne eigentlich nicht mehr von einer Linie sprechen. Trotzdem erfüllen solche „Querprofillinien“ ihre Zwecke, sodass es notwendig sein kann, diese anzulegen.

„Leere“ Querprofillinien spielen dann eine Rolle, wenn es darum geht, aus einzelnen Querschnitten in Längsverbindung Massen oder Bauwerke zu erzeugen. Denn wenn es an einer Zwischenstation gar keine Querprofillinie gibt, wird diese nicht berücksichtigt, die Masse und der Baukörper gehe darüber hinweg. Wenn sich an dieser Station dagegen ein Nullprofil befindet, werden Masse und Baukörper unterbrochen.

Im folgenden Beispiel werden Querprofile an 6 Querschnitten erzeugt, aller 10 m, beginnend an Station 0:

Abb1. :Querprofile aller 10m und daraus resultierendes Bauwerke

Abb1. :Querprofile aller 10m und daraus resultierendes Bauwerke

Wenn man nun die Querprofile an den Stationen 0+20,000 und 0+40,000 weg lässt, entsteht das gleiche Bauwerk, nur mit weniger Einzelabschnitten:

Abb2. :Querprofile in unregelmäßigen Abständen und daraus resultierendes Bauwerk

Abb2. :Querprofile in unregelmäßigen Abständen und daraus resultierendes Bauwerk

Wenn man erreichen möchte, dass der Teil zwischen den Stationen 0+10,000 und 0+40,000 ausgespart wird, genügt es nicht, die dazwischen liegenden Querprofile wegzulassen. Man könnte eine Profillinie auch im Querschnitt reduzieren und nur noch mit einem oder wenigen Punkten angeben, die keine Querschnittsfläche bilden. Damit wird Masse und Bauwerk im Übergangsbereich geschrumpft und wieder aufgeweitet:

Abb. 3: Querprofile an Zwischenstationen mit nur einem Punkt

Abb. 3: Querprofile an Zwischenstationen mit nur einem Punkt

Eine solche Vorgehensweise kann sinnvoll und erforderlich sein, wenn Bauwerk oder Masse durchgehen, aber in einem bestimmten Bereich keine weiteren Volumen erzeugen sollen. Dies kommt z.B. bei einer Massenberechnung nach REB 21.003 vor. Damit die Bereiche des Schrumpfens und Aufweitens realitätsnah gehalten werden, müssten jeweils 2 unmittelbar aufeinender folgende Stationen dafür genutzt werden, z.B. 0+19,999 und 0+20,000.

Es ist aber auch möglich, ein Nullprofil zu erzeugen. Dies geht über den Befehl:

ELLING 0; 0; 0; 0; 110

wenn die zu erzeugende Profillinie die Nr. 110 bekommen soll. Wenn man derartige Profile an den Stationen 0+20,000 und 0+30,000 erzeugt, wird der Bereich zwischen dem vorherigen und dem nachfolgenden Querschnitt ausgespart:

Abb. 4: Aussparung von Bauwerken und Massen durch Nullprofile. Diese befinden sich hier an den Stationen 0+20,000 und 0+30,000 und sind nicht sichtbar.

Abb. 4: Aussparung von Bauwerken und Massen durch Nullprofile. Diese befinden sich hier an den Stationen 0+20,000 und 0+30,000 und sind nicht sichtbar.

igm_feature_verschneidung_01_1000x667

Linienbearbeitung mit Höhen am Beispiel eines Regenrückhaltebeckens

Seit die Linien in card_1 eigene Höhen unabhängig von Punkten haben können, gibt es die Höhenbearbeitung für Linien. Da diese Linien mit Höhen auch direkt für das DGM verwendet werden können, kann man 3D-Planungen für flächige Objekte sehr leicht auch ohne Achsen, Gradienten und Querschnitte herstellen. Die Funktionen dafür wollen wir am Beispiel eines Regenrückhaltebeckens hier erläutern.

Linien mit Höhen neu eingeben

Bei der Planung eines Regenrückhaltebeckens geht man in der Regel von einem Bestands-DGM aus. Hier in unserem Beispiel wurden DGM1-Daten im 1m-Raster über xyz-Dateien eingelesen, die von den meisten Landesvermessungsämtern zum Download angeboten werden.

Abb. 01: Bestands-DGM in der 3D-Projektansicht. Hier in der Höhenschichten-Darstellung

Abb. 01: Bestands-DGM in der 3D-Projektansicht. Hier in der Höhenschichten-Darstellung

Nun soll eine Linie in der Topografie eingegeben werden, deren Linienpunkthöhen auf dem DGM liegen. Dazu gibt es in der Funktiongruppe „Topografie – Linien bearbeiten – neu“ eine Höhenvorgabe für neue Linienpunkte. Hier kann die Höhe beispielweise aus einem DGM entnommen werden. Dazu wählt man das DGM und optional auch eine Differenzhöhe. Danach werden die Linienpunkte in der Lage platziert bzw. konstruiert. Wichtig ist, dass bei der Linieneingabe keine vorhandenen Punkte mit Höhe gefangen werden, sondern dass immer nur neue Linienstützpunkte oder wenn gewünscht auch neue Punkte angelegt werden.
Das Ergebnis ist eine Linie, deren Stützpunkte die Höhe des DGM an dieser Stelle abbilden. Die Verbindung zwischen den einzelnen Linienpunkten verläuft linear von Punkt zu Punkt, der tatsächliche Höhenverlauf des DGM zwischen diesen beiden Punkten wird hierbei nicht abgebildet.

Abb. 02: Neue Linie über Fadenkreuz eingegeben. Die Linienpunkthöhen werden aus de DGM übernommen

Abb. 02: Neue Linie über Fadenkreuz eingegeben. Die Linienpunkthöhen werden aus de DGM übernommen

Die Ergebnislinie kann man sich auch in der 3D-Projektansicht anzeigen lassen. Dazu muss man die betreffende Schicht anschalten und zu besseren Erkennbarkeit das Bestand-DGM auf transparent mit einer Grundfarbe einstellen. 

Abb. 03: Hilfreiche Anzeige am Bildschirm: Daten darstellen – Topografie – Linien Beschriftung- Punkthöhen

Abb. 03: Hilfreiche Anzeige am Bildschirm: Daten darstellen – Topografie – Linien Beschriftung- Punkthöhen

Die Anzeige der Linienhöhen für alle Linien der aktuellen Schicht kann unter „Daten darstellen“ angeschaltet werden.

Abb. 04: 3D-Projektansicht mit einfarbigem DGM und der neuen Linie, die auf dem DGM liegt.

Abb. 04: 3D-Projektansicht mit einfarbigem DGM und der neuen Linie, die auf dem DGM liegt.

Die Funktion Böschungskante

Über die Ansicht in Abbildung 2 können wir nun ungefähr abschätzen, wo sich der tiefste Punkt der Linie befindet. Die Sohlhöhe für das Becken soll in der Regel in einem bestimmten Abstand unter dem tiefsten Punkt des Beckenrandes liegen. Das bedeutet, dass man unabhängig von der unterschiedlichen Höhe des Beckenrandes mit Hilfe einer vorgegebenen Neigung bis zu einer vorgegeben Sohlhöhe böschen möchte. Diese Funktion finden Sie ebenfalls im Menü Topografie – Linien bearbeiten – neu – Generieren Böschungskante“. Man wählt zunächst die Ausgangslinie und Abschnitt (z.B. rechte Maustaste: Anfang-Ende) sowie die Seite, zu der geböscht werden soll. Mit der Methode „Neigung und Zielhöhe“ kann man die Grundfläche des Beckens auf einer Höhe konstruieren. Die Ergebnislinie ist bei dieser Methode keine Parallele, weil anhängig von der Höhe der Ausgangslinie die Böschungsbreite unterschiedlich ist.

Abb. 05: Böschungskonstruktion mit Vorgabe der Zielhöhe

Abb. 05: Böschungskonstruktion mit Vorgabe der Zielhöhe

Abb. 06: räumliche Ansicht der Ergebnislinien in der 3D-Projektansicht

Abb. 06: räumliche Ansicht der Ergebnislinien in der 3D-Projektansicht

DGM über Linien erstellen und Volumen ermitteln

Mit Hilfe dieser beiden Linien ist es nun möglich, ein erstes Füllvolumen für das Becken abzuschätzen. Dazu legt man unter „Topografie – DGM bearbeiten“ ein neues RRB-DGM an, fügt diese Linien einzeln als Bruchkanten hinzu und kann daraufhin sofort die Triangulation starten.

Mit der Funktion „Topografie – DGM-Massen – Wassermassen berechnen“ kann nun für dieses DGM die Aufnahmemenge für bestimmten Füllhöhen ermittelt werden.

Abb. 07: Wassermassen für eine vorgegebene Füllhöhe ermitteln

Abb. 07: Wassermassen für eine vorgegebene Füllhöhe ermitteln

Linien kopieren mit Höhen

Da ein Regenrückhaltebecken in der Regel eine einheitliche Höhe für die Dammkrone besitzt, wird nun noch einmal ausgehend von der Unterkante des Beckens mit der Böschungsfunktion eine neue Linie mit der Höhe des höchsten Punkt des Beckens erzeugt. Dabei gibt man die Zielhöhe und die Neigung vor.

Abb. 08: Beckenoberkannte mit einheitlicher Höhe berechnen

Abb. 08: Beckenoberkannte mit einheitlicher Höhe berechnen

Als nächstes wird die Dammkrone mit einer Fahrbahn und Banketten links und rechts konstruiert. Hier könnte man ebenfalls die Böschungsfunktion mit der Methode „Neigung und Breite“ nutzen.

Da die Ergebnislinie eine Parallele mit Abstand und einheitlicher Neigung ist, könnte man dafür auch die Funktionen zum Kopieren einer Linie nutzen. Dort kann man die neuen Linien über die Höhenvorgabe mit Hilfe einer Bankett- und Fahrbahnneigung und den Bankett- und Fahrbahnbreiten konstruieren.

Abb. 09: Linien parallel mit Höhenvorgabe kopieren, z.B. mit Fahrbahnneigung und Fahrbahnbreite

Abb. 09: Linien parallel mit Höhenvorgabe kopieren, z.B. mit Fahrbahnneigung und Fahrbahnbreite

Schnitt der Böschungsfläche mit dem Gelände ermitteln

Nach dem äußeren Bankett schließt sich eine Böschung an, die mit dem Gelände verschnitten wird. Die passende Funktion findet man in der DGM-Verschneidung. Dazu legt man zunächst eine Böschung in der richtigen Neigung an, die aber als Zielhöhe einen Wert unterhalb des zu erwartenden Geländeschnittes hat. Mit allen Linien des Beckens wird nun wieder ein neues DGM angelegt, wie oben bereits beschrieben.

Abb. 10: Das RRB-DGM in Höhenschichtendarstellung und fiktiver Böschungsunterkante wird zusammen dem transparenten Bestands-DGM in der 3D-Projektansicht angezeigt. Hier ist bereits die Schnittlinie zwischen beiden DGMs zu erkennen.

Abb. 10: Das RRB-DGM in Höhenschichtendarstellung und fiktiver Böschungsunterkante wird zusammen dem transparenten Bestands-DGM in der 3D-Projektansicht angezeigt. Hier ist bereits die Schnittlinie zwischen beiden DGMs zu erkennen.

Danach kann dieses DGM mit dem Bestands-DGM verschnitten werden. Hierfür gibt es die Funktion „Topografie – DGM-Massen – aus Verschneidung berechnen“. Neben der Ermittlung der Auf- und Abtragsmassen kann man hier die Schnittlinien als Topografielinien mit Höhen abspeichern.

Abb. 11: DGM-Massen aus Verschneidung berechnen. Die Schnittlinien zwischen Auf- und Abtrag können in der Topografie gespeichert werden.

Abb. 11: DGM-Massen aus Verschneidung berechnen. Die Schnittlinien zwischen Auf- und Abtrag können in der Topografie gespeichert werden.

Die äußere Schnittlinie wird nun als neue Böschungsunterkante in der Topografie und auch im RRB-DGM verwendet. Damit ist das Becken vollständig konstruiert.

Abb. 12: das fertige Becken in der 3D-Ansicht

Abb. 12: das fertige Becken in der 3D-Ansicht

Linienhöhen im Schnitt bearbeiten

Um nun noch eine Auffahrt zur Dammkrone zu konstruieren, können die Linien im Menü „Topografie – Linien bearbeiten“ zunächst ohne Höhe konstruiert werden. Über die Funktion „Höhen im Schnitt bearbeiten“ im Linien-Menü kann nachträglich nun die Höhe der Linien angepasst werden. Dazu kann man in dem Schnittfenster unter „Daten darstellen“ auch ein Schnitt durch das RRB-DGM und das Bestands-DGM anschalten. Die Höhen am Anfang und Ende der Linie werden jeweils mit der Funktion „Linienhöhe aus DGM“ auf die passenden DGM-Höhen gelegt. Die Punkte dazwischen können interpoliert werden. Wenn der entstandene Knick in der Linie zu stark ist, kann die Linienhöhe auch noch ausgerundet werden. Die Funktionen dafür findet man alle in dem Untermenü „Höhen im Schnitt“.

Abb. 13: Mit der Funktion „Höhen im Schnitt bearbeiten“ kann eine Linienhöhe mit verschiedenen Funktionen angepasst werden

Abb. 13: Mit der Funktion „Höhen im Schnitt bearbeiten“ kann eine Linienhöhe mit verschiedenen Funktionen angepasst werden

Anschließend können diese neuen Linien ebenfalls in das RRB-DGM übernommen werden.

Abb. 14: Regenrückhaltebecken mit Auffahrt in der 3D-Ansicht

Abb. 14: Regenrückhaltebecken mit Auffahrt in der 3D-Ansicht

igm_feature_verschneidung_01_1000x667

Ergebnisse der Modellverschneidung in einer Zeichnung darstellen

Die Verschneidung von Mo­dell­en ist eine ein­fache und schnel­le Mö­glich­keit zur Er­mitt­lung von Mass­en. Die Er­geb­nis­se mit Auf- und Ab­trags­fläch­en wer­den am Bild­schirm für je­den ver­ständ­lich vi­su­a­li­siert. Da­raus er­gibt sich auch der Wunsch der An­wen­der, die­se Er­geb­nis­dar­stell­ung zu­samm­en mit der Er­geb­nis­lis­te aus­zu­ge­ben. Vie­le lö­sen das mit Hil­fe ei­nes Bild­schirm­ab­zu­ges. Wer aber eine maß­stäb­liche Dar­stell­ung in ei­ner Zeich­nung wünscht, kann das über die ge­spei­cher­ten Schnitt­lin­ien schnell um­setz­en.

1. Massenverschneidung

Über die Funktion „Topografie – DGM Massen – Massen aus Verschneidung berechnen“ kann man zwei DGMs miteinander verschneiden und die Massen für den Auf- und Abtrag ermitteln.

Abb. 01: Ergebnisse aus der Verschneidung von zwei DGMs und die grafische Darstellung von Auf- und Abtragsflächen

Abb. 01: Ergebnisse aus der Verschneidung von zwei DGMs und die grafische Darstellung von Auf- und Abtragsflächen

Abb. 02: Farbliche Darstellung der Auf- und Abtragsflächen

Abb. 02: Farbliche Darstellung der Auf- und Abtragsflächen

Am Bildschirm werden die unterschiedlichen Flächen farblich markiert. Liegt das erste DGM über dem zweiten DGM handelt es sich um Abtrag und die Fläche wird rot dargestellt. Grün sind dagegen die Auftragsflächen, wo das erste DGM unter dem zweiten DGM liegt. Zusätzlich gibt es noch die violetten Flächen, wo beide DGMs die gleiche Höhe abbilden.

Da wo der Auftrag in den Abtrag übergeht, scheiden sich die beiden DGMS, haben an dieser Stelle also identische Höhen. Diese sogenannten Schnittlinien können in card_1 als Topografielinien gespeichert werden.

Abb. 03: Schnittlinien der beiden DGMs in der Topografie speichern

Abb. 03: Schnittlinien der beiden DGMs in der Topografie speichern

Dazu legt man eine neue Schicht an. Auf dieser Schicht werden die Flächenumringe für die drei Arten von Flächen mit unterschiedlichen Kodes gespeichert. Die Vergabe der Kodes ist wichtig, weil diese für die Zeichnungserzeugung benötigt werden. Falls in der vorhandenen Kodetabelle noch keine passenden Kodes definiert wurden, können diese hier unter Beachtung der bereits im Projekt vorhandenen Kodes neu angelegt/eingetragen werden.

2. Darstellung in der Topografie

Um diese Schnittlinien auch in der Topografie farbig betrachten und evtl. weiterverwenden zu können, sollten die Kodes der drei verschiedenen Linientypen in den Darstellungstabellen mit jeweils einem Flächenstil vereinbart werden.

Zunächst legt man unter „Einstellungen – Flächenstile bearbeiten“ drei Flächenstile mit den gewünschten Farben an.

Abb. 04: Flächenstile mit Flächenfüllung, Transparenz und Rand anlegen oder importieren

Abb. 04: Flächenstile mit Flächenfüllung, Transparenz und Rand anlegen oder importieren

Im Menü Einstellungen – Kodetabellen – Linienkode bearbeiten, werden die neuen Kodes ergänzt und unter dem Menüpunkt „Einstellungen – Darstellungstabellen – Linientabelle bearbeiten“ kann man den Kodes diese Flächenstile zuweisen. Dabei sollte den aktiven und passiven Schichten der Stift „0“ vergeben werden, um die im Flächenstil definierten Farben zu sehen.

Abb. 05: In der Darstellungstabelle für Linien den Kode mit den Flächenstile definieren

Abb. 05: In der Darstellungstabelle für Linien den Kode mit den Flächenstile definieren

Diese Darstellung wird dann aktiv, wenn man unter „Daten darstellen“ die Kodedarstellung mit Farbe und Schraffuren anschaltet.

Benötigt man nur die Ergebniszeichnung, kann die Bearbeitung der Kode- und Darstellungstabellen auch weggelassen werden.

3. Zeichnungserzeugung

Im Menü „Zeichnung – Lageplanzeichnung erstellen“ wählt man eine vorhandene Zeichnungsvereinbarung aus. In dieser Datei müssen nun die Kodes mit dem Flächenstilen verknüpft werden.  Die folgenden Zeilen können in die PLV kopiert werden, ggf. müssen noch die Kodes angepasst werden:

*****Zeichnungsinhalte: Ergebnisse aus der Verschneidung*****
* (Schicht mit den Schnittlinien bei der Zeichnungserzeugung wählen)

***Abtragsfläche
LFLÄCHE 2002;2002; 'DGM_Verschneidung_Abtrag';LAYER:'DGM_VERSCHNEIDUNG_ABTRAG'
***identische Fläche 
LFLÄCHE 2003;2003; 'DGM_Verschneidung_identisch';LAYER:'DGM_VERSCHNEIDUNG_IDENTISCH'
***Auftragsfläche 
LFLÄCHE 2004;2004; 'DGM_Verschneidung_Auftrag';LAYER:'DGM_VERSCHNEIDUNG_AUFTRAG'

Nach der Zeichnungserzeugung mit Blattschnitt und den gewählten Schichten und DGMs werden die Flächen folgendermaßen dargestellt:

Abb. 06: Flächen der DGM-Verschneidung in der Zeichnung dargestellt

Abb. 06: Flächen der DGM-Verschneidung in der Zeichnung dargestellt

Wer lieber eine eigene Zeichnung nur für die Verschneidungsergebnisse erzeugen möchte, kann sich hier eine Beispiel-Plotvereinbarung herunterladen. Im Download stehen auch die Zeichnungslegende und eine Exportdatei für die Flächenstile zur Verfügung. Diese müssen zusammen mit der PLV-Datei in das jeweilige Projekt kopiert werden. Damit die Flächenstile im Projekt verwendet werden können, müssen diese unter „Einstellungen – Flächenstile bearbeiten“ und „Bearbeiten – Einträge importieren“ eingelesen werden. Alle anderen Zeichnungsinhalte und Stifte stehen im Programm bereit, wenn das Regelwerk RE2012 aktiviert wurde.