Abbildung 1: 3D-Projektansicht mit DGM, Orthophotos und LoD2-Gebäuden aus Geodaten Niedersachsen, Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der <a href=Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, © GeoBasis-DE / LGLN." title="Abbildung 1: 3D-Projektansicht mit DGM, Orthophotos und LoD2-Gebäuden aus Geodaten Niedersachsen, Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, © GeoBasis-DE / LGLN.">

Offene Geodaten Niedersachsen

Seit dem 1. Juli 2021 gibt es ein weiteres Bundesland, welches Geobasisdaten für kommerzielle und nicht kommerzielle Nutzung frei zur Verfügung stellt: In Niedersachsen können u.a. nun Orthophotos, 3D-Gebäudemodelle und ein Digitales Landschaftsmodell kostenfrei heruntergeladen werden. Der Zugang zu den offenen Geodaten ist über die Adresse https://opengeodata.lgln.niedersachsen.de organisiert.

Allerdings fehlen im Vergleich zu anderen Bundesländern weiterhin freie Zugänge zu Höhendaten und großmaßstäbigen topografischen Karten. Aus den Liegenschaftskarten / ALKIS-Daten sind nur Verwaltungsgrenzen von Bundesland- bis Flurgrenze verfügbar. Hier ist es wünschenswert, dass das freie Angebot auch auf diese Geodaten allumfassend erweitert wird.

Abbildung 1: 3D-Projektansicht mit DGM, Orthophotos und LoD2-Gebäuden aus Geodaten Niedersachsen, Lizenzinformationen: Diese Daten stehen unter der <a href="https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0" target="_blank" rel="noopener">Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0</a>, © GeoBasis-DE / LGLN.

Abbildung 1: 3D-Projektansicht mit DGM, Orthophotos und LoD2-Gebäuden aus Geodaten Niedersachsen, Lizenzinformationen:
Diese Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0, © GeoBasis-DE / LGLN.

Die Orthophotos können mit einer Genauigkeit von bis zu 20 cm über einen WMS-Dienst abgerufen werden. 3D-Gebäudemodelle werden in der Detaillierungsstufe 1 (LoD1) und Stufe 2 (LoD2) im CityGML-Format angeboten. Das Digitale Landschaftsmodell (Basis-DLM) steht auch landesweit zur Verfügung, wird aber derzeit ausschließlich im ESRI-Format Filegeodatabase bereitgestellt. Eine Verfügbarkeit als WFS-Dienst ist in Aussicht gestellt.

Eine interessante Alternative für die Topografischen Karten ist der „WebAtlasNI“, der als WMS-Dienst Karten in fließend veränderbarer Präsentationsgrafik bereitstellt und in hohen Zoomstufen Straßennamen, Gebäudeumringe und Hausnummern abbildet.

Abbildung 2: „WebAtlasNI“ mit Straßennamen, Gebäudeumringen und Hausnummern

Abbildung 2: „WebAtlasNI“ mit Straßennamen, Gebäudeumringen und Hausnummern

Um Ihnen den Zugang zu den Daten zu erleichtern, haben wir das Projekt „91_DEMO_Geodaten_Niedersachsen“ für Sie vorbereitet, dass Sie sich nachfolgend herunterladen können. Es enthält eine umfassende Beschreibung sowie Links zu den WMS- und WFS-Diensten als auch zu den Daten-Downloads.

91_DEMO_Geodaten_Niedersachsen

Für die Nutzung der Geodaten sind die entsprechenden Nutzungsbedingungen zu beachten.

Abb15_GEPlan_teaser_1000x667

Besitzstandsauswertung mit card_1

In Version 9.1 gibt es im card_1 Modul „Grunderwerbsflächen Verschneiden“ eine neue Funktion „Auswertung Besitzstand“ (Abb. 1), die Flurstücke hinsichtlich ihrer Eigentümer analysiert und Gruppen gleicher Eigentümer bildet. Diese Eigentümergruppen lassen sich grafisch in einem Besitzstandsplan oder in einem Listendruck ausgeben.

Abb. 1: CAD-Menü der Besitzstands-Auswertung

Abb. 1: CAD-Menü der Besitzstands-Auswertung

Voraussetzung für die Auswertung ist, dass Eigentümerinformationen, z.B. aus ALKIS-Daten, vorliegen und diese in die Grunderwerbs-Datenbank überführt wurden.

Über eine Auswahl entscheiden Sie, ob die Auswertung für alle oder markierte Flurstücke erfolgen soll oder, wenn bereits eine Grunderwerbs-Bearbeitung durchgeführt wurde, für Erwerbsteilflächen eines bestimmten GE-Vorgangs.

Mit Hilfe der Funktion „Besitzstand -> Eigentümergruppen Info“ können Sie sich jederzeit anzeigen lassen, wie viele Flurstücke, Personen und Eigentümergruppen in Ihrem Projekt vorhanden sind, bzw. wie viele von einem bestimmten GE-Vorgang betroffen sind (Abb. 2).

Abb. 2: Informationsausgabe

Abb. 2: Informationsausgabe

Listenausgabe der Eigentümergruppen

Basierend auf Datenbank-Abfragen erfolgt die Druckausgabe der Eigentümergruppen über FastReport. Es steht Ihnen die Layoutvorlage „EigtGruppenListe.FR3“ (Abb. 3) zur Verfügung, die alle Eigentümergruppen, welche durch die Auswahl betroffen sind, alphabetisch nach dem ersten Eigentümer auflistet.

Abb. 3: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe.FR3“

Abb. 3: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe.FR3“

Wenn Erwerbsteilflächen im Projekt vorhanden sind, können Sie auch GEV-Ausgaben nutzen. Verschiedene Layoutvorlagen (Abb. 4-6), mit und ohne Angabe der Eigentümer-Information, werden hier bei der Installation mit bereitgestellt.

Abb. 4: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe_GEV_SH.FR3“

Abb. 4: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe_GEV_SH.FR3“

Abb. 5: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe_GEV_ohneEigt_SH.FR3“

Abb. 5: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe_GEV_ohneEigt_SH.FR3“

Abb. 6: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe_Schlüsselliste_SH.FR3“

Abb. 6: Druckliste mit Layoutvorlage „EigtGruppenListe_Schlüsselliste_SH.FR3“

Zeichnungsschema

Bevor Sie einen Besitzstandsplan ausgeben können, ist es erforderlich, den Eigentümergruppen Flächenstile im Zeichnungsschema zuzuweisen. In diesem Schema sehen Sie jeweils die Eigentümergruppe mit ihrem ersten Eigentümer und ersten Flurstück und der Anzahl an Eigentümern und Flurstücken, die zu dieser Gruppe gehören (Abb. 7).

Abb. 7: Zeichnungsschema – zur Zuordnung von Flächenstilen zu den Eigentümergruppen

Abb. 7: Zeichnungsschema – zur Zuordnung von Flächenstilen zu den Eigentümergruppen

Das Programm bietet Ihnen an dieser Stelle eine automatische Flächenstil-Zuordnung an. Voraussetzung dafür ist, dass sich entsprechende Flächenstile mit dem Namen „Besitzstand_*“ im Projekt befinden, die mit einem vierstelligen Index, angefangen mit „0001“, versehen sind (Bsp. „Besitzstand_0001“). Die Flächenstile werden allen im Projekt auftretenden Eigentümergruppen fortlaufend zugewiesen; die Auswahl wird dabei nicht berücksichtigt. Wenn weniger Flächenstile als Eigentümergruppen vorhanden sind, werden die Flächenstile wiederholt genutzt. Sie werden allerdings mit einer Meldung darauf hingewiesen (Abb. 8). Ggf. können Sie daraufhin die Zuordnung abbrechen und ausreichend viele Flächenstile bereitstellen.

Abb. 8: Meldung zur Flächenstil-Zuweisung

Abb. 8: Meldung zur Flächenstil-Zuweisung

Für die Erstellung der Flächenstile steht Ihnen die Funktion „Erstellung XML -> Flächenstile“ zur Verfügung. Je nach Ihrer Vorauswahl (Abb. 9) werden hier entweder 128 Flächenstile mit Vollfarben oder 640 Flächenstile mit Vollfarben und Schraffuren in einer XML-Export-Datei erstellt. Diese können Sie über „Einstellungen -> Flächenstile bearbeiten -> Bearbeiten Einträge importieren“ in Ihr Projekt importieren und danach die automatische Zuordnung im Zeichnungsschema starten.

Abb. 9: Dialog zur Erstellung der Flächenstile

Abb. 9: Dialog zur Erstellung der Flächenstile

Besitzstandsplan und Besitzstandslegende

Ein Besitzstandsplan stellt die in der Auswahl betroffenen Flurstücke oder Erwerbsteilflächen farbig flächig nach Eigentümergruppen dar. Wenn Sie allen Eigentümergruppen Flächenstile zugewiesen haben, können Sie den Besitzstandsplan als globale Zeichnung erstellen (Abb. 10a und b). Optional ist auch die Erstellung einer dazugehörigen Legende möglich (Abb. 11).

Abb. 10a: Besitzstandsplan markierter Flurstücke

Abb. 10a: Besitzstandsplan markierter Flurstücke

Abb. 10b: Auszug des Besitzstandsplan des GE-Vorgangs „B105n“

Abb. 10b: Auszug des Besitzstandsplan des GE-Vorgangs „B105n“

Abb. 11: Besitzstandslegende

Abb. 11: Besitzstandslegende

Besitzstandstexte nach Vorgabe Schleswig-Holstein

Unter Besitzstandstexten werden hier erweiterte Erwerbsteilflächentexte verstanden, die neben der Information zur Erwerbsart noch zusätzlich Informationen zum Besitzstand eines Flurstücks enthalten. Neben der farblichen Zuordnung zur Besitzstandsgruppe enthält der Textblock auch die Gruppen-Kennnummer (Abb. 12), die sich in der Besitzstandslegende oder einer Druckausgabe wiederfindet.

Abb. 12: Beispiel eines Besitzstands-Textblockes

Abb. 12: Beispiel eines Besitzstands-Textblockes

Die Funktion „Zeichnung Besitzstandstexte“ ist analog der Funktion „Grunderwerb Verschneiden -> Erwerbsteilflächen beschriften“ angelegt. Auch hier erstellen Sie zunächst Lageplantexte für ausgewählte Blattschnitte, deren Lage Sie im Anschluss nachbearbeiten können. Als Neuerung für die Besitzstandstexte wurden „Fahnen zu jeder Teilfläche“ eingeführt.

Mit „Besitzstand -> Zeichnung aus Lageplan erzeugen“ werden für die Blattauswahl die Textblöcke erstellt. Für die Zeichnungserstellung ist anzumerken, dass bei dieser Variante die Erwerbsart-Information als Schraffur über die Besitzstandsinformation gelegt wird: gestreift für „vorübergehende Inanspruchnahme“, kariert für „dauerhafte Belastung“ und ohne Schraffur für „zu erwerben“. Daher ist für diese Ausgabe eine Darstellung der Besitzstandsinformation in Vollfarben vorgesehen.

Für die Zeichnungsausgabe sind bestimmte Flächenstile, Stifte und Stricharten notwendig, die Sie sich über die Funktion „Erstellung XML -> Stile SH“ erstellen und über „Einstellungen -> Flächenstile / Stifte / Stricharten bearbeiten“ importieren können. Folgende Flächenstil-Zuordnungen sind für die Zeichnungserstellung vorgesehen (Abb. 13):

Abb. 13: Zeichnungserzeugung der Besitzstandstexte – Flächenstil-Zuordnung zu Erwerbsarten

Abb. 13: Zeichnungserzeugung der Besitzstandstexte – Flächenstil-Zuordnung zu Erwerbsarten

Derzeit werden für die Besitzstandstexte die drei Erwerbsarten „zu erwerben“, „vorübergehende Inanspruchnahme“ und „dauerhafte Belastung“ unterstützt.

Die Besitzstandstexte werden in einem Sammelplot mit den einzelnen Blattschnitten als Layergruppen erstellt (Abb. 14).

Abb. 14: Zeichnung mit Besitzstandstextblöcken

Abb. 14: Zeichnung mit Besitzstandstextblöcken

Abb. 13: Zeichnungserzeugung der Besitzstandstexte – Flächenstil-Zuordnung zu Erwerbsarten

Abb. 13: Zeichnungserzeugung der Besitzstandstexte – Flächenstil-Zuordnung zu Erwerbsarten

Derzeit werden für die Besitzstandstexte die drei Erwerbsarten „zu erwerben“, „vorübergehende Inanspruchnahme“ und „dauerhafte Belastung“ unterstützt.

Die Besitzstandstexte werden in einem Sammelplot mit den einzelnen Blattschnitten als Layergruppen erstellt (Abb. 14).

Abb. 14: Zeichnung mit Besitzstandstextblöcken

Abb. 14: Zeichnung mit Besitzstandstextblöcken

Grunderwerbsplan mit Besitzstand

Für die Erstellung eines Grunderwerbsplanes mit Besitzstandsinformationen sind über „Lageplanzeichnung erstellen“ die Katasterdaten mit der Zeichnung des Besitzstandsplanes in einer globalen Zeichnung zusammenzuführen. Die Erwerbsteilflächen werden wie bei den Texten durch entsprechende Schraffuren über die Besitzstandsflächen gezeichnet.

In einer Achszeichnung erfolgt dann die Ausgabe in Blattschnitten unter Einbeziehung der Zeichnung der Besitzstandstexte (Abb. 15).

Abb. 15: Auszug aus Grunderwerbsplan mit Besitzstandsinformation

Abb. 15: Auszug aus Grunderwerbsplan mit Besitzstandsinformation

Wenn Sie die hier vorgestellte Besitzstandsauswertung nachvollziehen wollen, laden Sie sich das Grunderwerbs-Demoprojekt aus der IB&T-Cloud herunter. Dazu folgen Sie diesem Link und klicken dann auf den Eintrag: „90_DEMO_Grunderwerb“.

Die Layoutvorlagen für die Druckausgabe können Sie hier herunterladen. Layoutvorlagen für die Druckausgaben

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Eigentümerauswertung im Grunderwerb

Die Eigentümerauswertung ist ein geeignetes Werkzeug zur Analyse von Flurstücken hinsichtlich Ihrer Eigentümer. Hiermit können Sie sich beispielsweise schnell einen Überblick über die Flurstücke eines bestimmten Eigentümers verschaffen bzw. die Flurstücke herausfiltern, die sich in öffentlicher Hand befinden.

Sie ist im Modul „Grunderwerb erfassen -> Sachdaten Listen – > Auswertung Eigentümer“ zu finden (Abb. 1). Voraussetzung ist, dass Eigentümerinformationen, z.B. aus ALKIS-Daten, vorliegen und diese über einen ALB-Import in die Grunderwerbs-Datenbank überführt wurden.

Abb. 1: Dialog der Eigentümerauswertung

Abb. 1: Dialog der Eigentümerauswertung

Aus der Liste aller Eigentümer im Projekt können Sie entweder einen Eigentümer aus dem Untermenü auswählen oder Sie geben im Feld des Eigentümers entsprechende Namen ein. Über die Nutzung von Wildcards können Sie verschiedene Namen gleichen Inhalts zusammenfassen, z.B. „Gemeinde*“ für alle vorkommenden Gemeinden. Mittels Semikolon „;“ erfolgt die gleichzeitige Suche über verschiedene Namen, z.B. „Gemeinde*;Bundes*“.

Über „Vorschau Liste“ (Abb. 2) können Sie prüfen, ob der angegebene Text zur gewünschten Auswahl an Eigentümern geführt hat.

Abb. 2: Vorschau-Liste

Abb. 2: Vorschau-Liste

Abb. 3: Visualisierung der Öffentlichen Eigentümer in Grafikpaketen – Einzelauswertung, so dass jeder Öffentlicher Eigentümer in einem eigenen Grafikpaket / Farbe dargestellt wird

Abb. 3: Visualisierung der Öffentlichen Eigentümer in Grafikpaketen – Einzelauswertung, so dass jeder Öffentlicher Eigentümer in einem eigenen Grafikpaket / Farbe dargestellt wird

Mittels Ihrer Eigentümer-Auswahl werden die entsprechenden Flurstücke selektiert und es können verschiedene Aktionen ausgeführt werden:

  • Markieren: Markieren bzw. Demarkieren der Flurstücke
  • Visualisieren: Darstellung der ausgewählten Flurstücksflächen in einem Grafikpaket. Name, Farbe und Transparenz sind frei einzustellen (Abb. 3), hier bereits für 3 verschiedene Eigentümer durchgeführt.
  • Listen: Ausgabe einer Druckliste. Dazu wird eine Layoutvorlage für eine Eigentümer-Flurstücksliste benötigt (Abb. 4).
Abb. 4: Eigentümer-Flurstücksliste mit Layoutvorlage

Abb. 4: Eigentümer-Flurstücksliste mit Layoutvorlage

Anwendung der Eigentümer-Auswertung

In der Planungsphase ist es hilfreich, die GE-Planungsflächen für die Straßenbaumaßnahme unabhängig von den Flurstückseigentümern festzulegen. Dies bedeutet einen deutlichen Zeitgewinn, da bei der Festlegung der Flächen die Eigentümer nicht bestimmt oder auch keine räumlichen Aussparungen konstruiert werden müssen.

Für die Grunderwerbsbearbeitung ist es dann aber erheblich, wem die Flurstücke gehören. So ist einer zu erwerbenden Fläche, die sich bereits in öffentlicher Hand befindet, ein anderer Erwerbszweck zuzuordnen, als wenn sie in privatem Eigentum wäre. D.h. beispielsweise wird im ersten Fall ein nachrichtlicher Grunderwerb oder gar kein und im zweiten Fall ein Erwerb für den Baulastträger der Baumaßnahme Straße zugewiesen.

Um mit nicht differenzierten GE-Planungsflächen diese Unterscheidung der Erwerbsteilflächen zu erhalten, ist die Eigentümer-Auswertung zu nutzen. Hiermit werden die Flurstücke öffentlicher Eigentümer ausgewählt und sie werden markiert (die privaten werden demarkiert). Nun kann den öffentlichen Flurstücken ein anderer Kode zugewiesen werden.

Bei entsprechender Kodevergabe (Abb. 5) in der Grunderwerbs-Verschneidung können nach der geometrischen Verschneidung die Erwerbsteilflächen ja nach Eigentümerart über ihren Kode unterschieden werden. Ggf. können auch Teilflächen der öffentlichen Eigentümer aus der weiteren Grunderwerbs-Bearbeitung ausgeschlossen werden, d.h. sie können vor der Flurstückszuordnung gelöscht werden.

Abb. 5: Kodevergabe für Verschneidung

Abb. 5: Kodevergabe für Verschneidung

Wenn Sie die hier vorgestellte Eigentümerauswertung nachvollziehen wollen, laden Sie sich das aktualisierte Grunderwerbs-Demoprojekt aus der IB&T-Cloud herunter. Dazu folgen Sie diesem Link und klicken dann auf den Eintrag: „90_DEMO_Grunderwerb“.

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Geodatendownload über WFS-Dienste

Für eine detaillierte Trassenplanung sind Informationen zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Wasserschutzzonen, Überschwemmungsgebieten, Verwaltungsgrenzen, Straßenbestandsdaten u.v.a.m. zweckdienlich. Diese Bestandsdaten werden von den Umwelt- und Vermessungsbehörden der Bundesländer in Geoinformationssystemen vorgehalten und vielfach als Webdienst bereitgestellt. Diese Webdienste funktionieren im Prinzip genauso wie der Aufruf von Web-Inhalten über die Angabe einer Webadresse (URL).

WFS steht für WebFeatureService und ist ebenso wie WMS (WebMapService) ein spezieller Webdienst für den Geodaten-Download. WFS-Dienste stellen dabei die Daten im Vektorformat bereit – WMS-Dienste vorrangig im Rasterformat. Eine WFS-Abfrage liefert als Ergebnis eine GML-Datei, aus der die Elemente, die sogenannten Features, importiert werden können. Neben der Geometrie können die GML-Features auch Sachdateninformationen in Form von Attributen mitbringen.

Das card_1 Modul „GIS Import” stellt neben dem Import von Shape-Dateien die Schnittstelle für den Import von WFS-Daten bereit. Hierbei wird zwischen dem Einzelimport und dem Direktimport unterschieden.

Beim Einzelimport liegen dem Anwender bereits physisch WFS-Daten in Form einer GML- bzw. XML-Datei vor. Diese Variante kommt dann in Betracht, wenn die Datenanbieter bereits vorgefertigte Downloadmöglichkeiten auf ihrer Webseite anbieten. Beispiele dafür sind das Transparenzportal Hamburg und das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum.

Beim Direktimport werden für eine Webadresse die Informationen zum Dienst abgerufen und ausgewählte Features des Dienstes heruntergeladen. Ergebnis hierbei ist auch eine GML-Datei, aus welcher direkt beim Import die Geometrien als Topografie-Elemente, Linien oder Punkte, angelegt und die Sachdaten als Nebenattribute übernommen werden.

Direkter WFS-Import

Abb.1: Dialog „WFS-Import“

Abb.1: Dialog „WFS-Import“

Sie starten, indem Sie im WFS-Dialog (Abb. 1) eine URL-Adresse eintragen und dann die Funktion „URL prüfen“ ausführen. Die Anwendung führt in einer Voranalyse drei Anfragen (Requests) an den WFS-Dienst aus:

  • GetCapabilities-Request: Die Abfrage ermittelt die Metadaten zum Dienst. Hier werden Informationen zu Titel, Beschreibung, Datenanbieter, Nutzungsbedingungen, aber auch zum Service-Typ, Koordinatenbereich und der Liste der vorhandenen Features abgerufen.
  • DescribeFeatureType-Request: Die Abfrage erstellt eine Liste der Attribute aller Features und ihrer Datentypen.
  • GetFeature-Request: Dies ist der eigentliche Download-Request, bei welchem die Elemente der Features abgerufen werden. In der Voranalyse wird für jedes Feature des Dienstes ein Datensatz heruntergeladen, um den Zugriff zu prüfen und Beispielwerte für die Attribute des Features zu ermitteln.

Alle Features werden mit Vorgabewerten versehen, die Sie über „Voreinstellungen“ anpassen können.  Sie legen den Koordinatenbereich fest, in welchem die WFS-Daten eingelesen werden sollen. Der EPSG-Kode wird aus den Koordinatensystem-Einstellungen des Projektes ermittelt oder von Ihnen eingetragen.

Abb.2: Tabelle „WFS-Features“ und Dialog „Import-Einstellungen für WFS-Feature bearbeiten“

Abb.2: Tabelle „WFS-Features“ und Dialog „Import-Einstellungen für WFS-Feature bearbeiten“

Die Schaltfläche „WFS-Features“ öffnet die Tabelle aller verfügbaren Features und Sie können für jedes Feature die Einstellungen, wie Einlesen, Schichtzuweisung, Punktnummerierung und Überschreibmodus individuell festlegen (Abb. 2).

Um einen Dienst zu testen, empfiehlt es sich, den Koordinatenbereich auf „Ausdehnung markierte Features“ festzulegen und die Objektanzahl einzuschränken, z.B. auf 10 Objekte.

Abb.3: Tabelle der Attribute des Features “Biosphärenreservat“ und Dialog der Bearbeitung

Abb.3: Tabelle der Attribute des Features “Biosphärenreservat“ und Dialog der Bearbeitung

Die Schaltfläche „Attribute“ öffnet die Tabelle der Attribute eines Features (Abb. 3). Sie können festlegen, welche Attribute importiert werden sollen, wie der Name lauten soll und welchen Datentyp das Nebenattribut zugewiesen haben soll. Alle Zuordnungen sind durch die Voranalyse bereits mit Vorgabewerten versehen.

https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0

Abb.4: importierte WFS-Feature im Lageplan – Bsp.: Schutzgebiete in Sachsen; Quelle: GeoSN, dl-de/by-2-0

Nachdem Sie alle Einstellungen für alle Features vorgenommen haben, starten Sie den Import der WFS-Features. Es wird der GetFeature-Request ausgeführt und aus der GML-Datei die Elemente in die Topografie eingelesen (Abb. 4).

Für die wiederholte Nutzung gleicher WFS-Dienste können WFS-Schemata gespeichert werden. Wenn Sie die Schemata in verschiedenen Projekten nutzen wollen, so wählen Sie als Speicherort das zentrale Projekt. Hierbei sollten Sie dann aber die Einstellungen Koordinatenbereich und EPSG-Kode nicht übernehmen, damit für diese Angaben die projektspezifischen Einstellungen genutzt werden.

Abb.5: Zeichnung aus Linien mit Nebenattributen; Quelle: GeoSN, dl-de/by-2-0

Abb.5: Zeichnung aus Linien mit Nebenattributen; Quelle: GeoSN, dl-de/by-2-0

Die importierten Linien können Sie u.a. für die Zeichnungserstellung nutzen. Durch eine Filterung der Linien nach einem ausgewählten Nebenattribut ist eine differenzierte Darstellung möglich, ohne dass eine unterschiedliche Kodezuweisung notwendig ist. Im Beispiel werden die Linien der Schutzgebiete von Sachsen nach dem Nebenattribut „Kategorie“ unterschieden (Abb. 5).

Auszug aus einer Plotvereinbarung für eine Differenzierung der Schutzgebiete nach „Kategorie“:

LFLÄCHE $ERSTER; $LETZTER; '§SNL_Nationalpark(#11078)';       FILTER: [Schutzgebiete.KATEGORIE]=="NLP"; LAYER: "NLP"
LFLÄCHE $ERSTER; $LETZTER; '§SNL_Naturpark(#11077)';          FILTER: [Schutzgebiete.KATEGORIE]=="NP";  LAYER: "NP"
LFLÄCHE $ERSTER; $LETZTER; '§SNL_Biosphärenreservat(#11012)'; FILTER: [Schutzgebiete.KATEGORIE]=="NLP"; LAYER: "BR"
LFLÄCHE $ERSTER; $LETZTER; '§SNL_LSG(#11011)';                FILTER: [Schutzgebiete.KATEGORIE]=="NLP"; LAYER: "LSG"
LFLÄCHE $ERSTER; $LETZTER; '§SNL_Naturschutzgebiet(#11079)';  FILTER: [Schutzgebiete.KATEGORIE]=="NLP"; LAYER: "NSG"
LFLÄCHE $ERSTER; $LETZTER; '§SNL_Nationalpark(#11016)';       FILTER: [Schutzgebiete.KATEGORIE]=="NLP"; LAYER: "FND"

Wenn Sie Daten aus einem WFS-Dienst veröffentlichen wollen, so informieren Sie sich in card_1 über die Schaltfläche „Nutzungsbedingungen und Gebühren“, ob die Datennutzung nicht nur für private Zwecke kostenfrei ist, und welche Quellenangaben zu machen sind.