Anwendung von Regelwerken

In dem Artikel vom Mai 2018 haben wir bereits erklärt, welche Regelwerke es derzeit in CARD/1 gibt und wie sie aktiviert werden können.
Im Artikel von diesem Monat soll es nun darum gehen, wie man die Regelwerke anwenden und gegebenenfalls anpassen kann.
Generell muss bei der Auswahl von Regelwerkeinstellungen unterschieden werden, ob die jeweiligen Einstellungen aus einem Katalog oder aus Regelwerkzeichnungen bzw. Einfügedateien ausgewählt werden.

Auswahl von Regelwerkeinstellungen aus Katalogen

Katalogeinstellungen aus Regelwerken erkennt man immer an der Spalte „Herkunft“, die in jedem Katalog angezeigt wird.

Abb. 1: In allen Katalogen gibt es die Spalte Herkunft, an der man erkennt, aus welchem Regelwerk der Eintrag stammt. Hier im Bild kann man beispielsweise gelbe Stifte aus den Regelwerken VZKAT, RE2012 oder BASIS wählen.

Abb. 1: In allen Katalogen gibt es die Spalte Herkunft, an der man erkennt, aus welchem Regelwerk der Eintrag stammt. Hier im Bild kann man beispielsweise gelbe Stifte aus den Regelwerken VZKAT, RE2012 oder BASIS wählen.

 

An dem §-Zeichen vor dem Namen oder der Nummer erkennt man, dass es sich generell um einen Katalogeintrag aus einem Regelwerk handelt. Die grauen Zeilen im Katalog verdeutlichen, dass es sich hier um Einträge aus Regelwerken handelt, die nicht bearbeitet werden können.

Auswahl von Zeichnungsobjekten aus Regelwerkzeichnungen

Möchte man bei der Zeichnungserzeugung oder bei der Zeichnungsbearbeitung Objektverweise anlegen, so ist es möglich Zeichnungsobjekte, wie beispielweise Stempel, Legendenteile oder Verkehrszeichen aus Regelwerken auszuwählen. Dazu ist es notwendig, dass in der Objektauswahl der Filter für Regelwerke gesetzt ist. Nur dann werden auch alle Zeichnungen aus den Regelwerken zur Auswahl angeboten.
Man erkennt die Zeichnungsobjekte aus Regelwerken daran, dass der Regelwerkname vor dem Dateinamen der Zeichnungsdatei steht, beispielsweise RE2012_Objekte.PLT.

Abb. 2: Möchte man beim Einfügen von Objektverweisen Regelwerkobjekte auswählen, so sind diese nur zu sehen, wenn unter Filter „Regelwerke“ angeschaltet werden.

Abb. 2: Möchte man beim Einfügen von Objektverweisen Regelwerkobjekte auswählen, so sind diese nur zu sehen, wenn unter Filter „Regelwerke“ angeschaltet werden.

 

Möchten Sie ein Regelwerk-Zeichnungsobjekt über eine Zeichnungsvereinbarung aufrufen, so wird folgende Schreibweise verwendet:

STEMPEL '<§RE2012>Schriftfeld_Gesamt_LP(RE2012_Legenden.Plt)';1,0;0,5

Die Schreibweise wird mit der Einfüge-Funktion des Editors (Einfügen – Zeichnungsobjekt) automatisch erzeugt.

Anwenden von Definitionsdateien/Einfügedateien aus den Regelwerken

Bei der Längsschnittzeichnungserzeugung nach RE2012 werden auch Definitionen aus einer Einfügedatei verwendet, die über das Regelwerk mitgeliefert wird. Im Regelwerk RE2012 ist die Datei GRADDEF_RE2012.GPL enthalten, die mit folgender Zeile aufgerufen werden kann.

EINFUEGEN '<§RE2012>GRADDEF_RE2012.GPL'

Bei dieser Schreibweise wird die Definitionsdatei nur verwendet und es ist nicht möglich, die voreingestellten Definitionen zu bearbeiten.

Bearbeitung von Katalogeinträgen über Kopien oder Ableitungen

Die Katalogeinträge von Regelwerken, die nicht bearbeitet werden können, sind, wie schon erwähnt, grau. Während der Projektbearbeitung ist es aber manchmal notwendig eigene Änderungen an diesen Einstellungen vorzunehmen.

Dazu müssen die entsprechenden Einträge kopieren werden. Die Kopie steht Ihnen dann als lokaler Eintrag in Ihrem Projekt zur Verfügung. Wollen Sie, dass die Kopie in allen Projekten zur Verfügung steht, so kopieren Sie diese im zentralen Projekt, dann wird es ein zentraler Eintrag.

Für Regelwerkeinstellungen ist es aber manchmal sinnvoll, statt einer Kopie eine Ableitung zu machen. Dann bezieht sich der neue Eintrag mit den Grundeinstellungen immer auf den Original-Regelwerkeintrag. Sollte sich der Regelwerkeintrag einmal ändern, wird auch die Ableitung immer soweit mitgeändert, wie das die vorgenommenen Änderungen zulassen.

Zur Erläuterung ein kurzes Beispiel: Der Abstand der Streifenschraffur im Flächenstil „Naturschutzgebiet_1000_Rand“ muss für eine Zeichnung im Maßstab 1:500 angepasst werden. Man kann von dem Eintrag eine Kopie erstellen, die mit Ihren Änderungen unabhängig von anderen Einträgen gespeichert wird. Wenn man allerdings den Eintrag vom Original ableitet und nur den Abstand der Schraffen ändert, dann verweisen alle anderen Eigenschaften der Schraffur noch auf den Originalflächenstil. Sobald sich bei diesem beispielsweise die Farbe ändert, wird auch die Farbe der Ableitung mit verändert.

Abb. 3: Eintrag kopieren oder ableiten, um einen Regelwerkeintrag zu verändern

Abb. 3: Eintrag kopieren oder ableiten, um einen Regelwerkeintrag zu verändern

 

Bearbeitung von Zeichnungsobjekten aus den Regelwerken

Auch die Zeichnungsobjekte, die aus dem Regelwerk kommen, müssen manchmal bearbeitet werden. Will man beispielsweise ein Bauteil der RE2012-Legende kopieren und bearbeiten, so kann man das in der Zeichnungsbearbeitung über die Objektverwaltung tun. Um dort Regelwerkobjekte zu sehen (normalerweise werden dort nur Objekte angezeigt, die bearbeitet werden können) wählt man im Menü „Ansicht“ die Funktion „auch zentrale Objekte“, dann werden in der Objektverwaltung Objekte aus dem zentralen Projekt und den Regelwerken angezeigt und können daraufhin unter „Bearbeiten – Objekt kopieren“ kopiert werden.

Abb. 4: Um ein Zeichnungsobjekt aus dem Regelwerk kopieren zu können, muss man in der Objektverwaltung unter Ansicht „auch zentrale Objekte“ anzeigen lassen.

Abb. 4: Um ein Zeichnungsobjekt aus dem Regelwerk kopieren zu können, muss man in der Objektverwaltung unter Ansicht „auch zentrale Objekte“ anzeigen lassen.

 

Bearbeitung von Definitionen und Zeichnungsobjekten der Längsschnittzeichnungserzeugung nach RE2012

Auch die Regelwerk-Definitionen in der Längsschnittzeichnung können normalerweise nur verwendet und nicht bearbeitet werden. Falls man eine Möglichkeit zur Bearbeitung wünscht, kann das aber bereits im Dialog ausgewählt werden. Die Einfügedatei GRADDEF_RE2012.GPL und auch die Zeichnungsdateien mit den RE2012-Legenden (RE2012_Legenden.PLT) und RE2012-Objekten (RE2012_Objekte.PLT) werden dann in das aktuelle Projekt kopiert und sind somit dort bearbeitbar.

Abb. 5: Dialog zum Erzeugen von Längsschnittzeichnungen – Hier kann man auswählen, ob alle eingefügten Regelwerk-Zeichnungsobjekte und GPL-Dateien bearbeitbar sind. Wenn das Häkchen gesetzt ist, werden die Dateien ins lokale Projekt kopiert.

Abb. 5: Dialog zum Erzeugen von Längsschnittzeichnungen – Hier kann man auswählen, ob alle eingefügten Regelwerk-Zeichnungsobjekte und GPL-Dateien bearbeitbar sind. Wenn das Häkchen gesetzt ist, werden die Dateien ins lokale Projekt kopiert.

 


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