Achsstationen mit Bezug auf andere Achsen

Achsstationen haben in CARD/1 nun schon seit einigen Jahren Einzug in die Planungspraxis gehalten. Mit ihnen können wichtige Stationen auf der Achse festgelegt und verwaltet werden, die dann bei einer Achsänderung automatisch nachgeführt werden. Oftmals kommt bei der Anwendung der Achsstationen die Frage, ob man sich auch auf Achsstationen anderer Achsen beziehen kann. Innerhalb der Achszeichnungsvereinbarung ist das mit dem Kennwort KSTATION möglich und soll hier anhand eines Beispiels beschrieben werden.

Aufgabe:

Die Fahrbahnränder im Knotenpunkt sollen in der Achszeichnung so variabel definiert werden, dass jederzeit eine Änderung des Knotenpunktes und auch der Fahrachsen möglich ist und die Stationierungen trotzdem automatisch nachgeführt werden. Eine wiederholte Anpassung der Plotvereinbarung soll verhindert werden.

Lösung 1: durchgezogene Fahrbahnränder

In einer einfachen Plotvereinbarung für Achszeichnungen werden die Fahrbahnränder über Breitendateien von Anfang bis zum Ende ohne Unterbrechung der Fahrbahnränder dargestellt:

STIFT 21
ACHSE 1
ACHSE 3
*
STIFT 3
RAND 1;ANFANG;ENDE;BRT(01)
RAND 1;ANFANG;ENDE;BRT(02)
*
RAND 3;ANFANG;ENDE;BRT(01)
RAND 3;ANFANG;ENDE;BRT(02)
*
RAND 20
RAND 21
RAND 22
Abb. 1: Knotenpunkt mit durchgezogenen Fahrbahnrändern ohne Stationseinschränkungen

Abb. 1: Knotenpunkt mit durchgezogenen Fahrbahnrändern ohne Stationseinschränkungen

 

Lösung 2: feste Stationswerte

Um die Fahrbahnränder in Bereich der Einmündung zu unterbrechen, ist es notwendig, die Stationen dieser Unterbrechung in die Vereinbarung einzutragen. Die jeweilige Station kann im Menüpunkt „Einfügen – Station“ grafisch ermittelt werden. Die Plotvereinbarung enthält dann fest definierte Stationen:

STIFT 21
ACHSE 1
ACHSE 3
*
STIFT 3
RAND 1;ANFANG;730,92881;BRT(01) |die Station ist ein konstanter Wert 
RAND 1;770,63492;ENDE;BRT(01)
RAND 1;ANFANG;ENDE;BRT(02)
* 
RAND 3;ANFANG;161,18430;BRT(01)
RAND 3;ANFANG;160,56545;BRT(02)
* 
RAND 20 
RAND 21 
RAND 22
Abb. 2: Knotenpunkt mit unterbrochenen Fahrbahnrändern durch Stationierungseinschränkung

Abb. 2: Knotenpunkt mit unterbrochenen Fahrbahnrändern durch Stationierungseinschränkung

Diese Vorgehensweise wird von vielen Anwendern bisher so genutzt. Ein großer Nachteil der Eingabe fester Stationen ist aber, dass diese bei einer Achsänderung nicht nachgeführt werden. Aus diesem Grund wurden die „Achsstationen“ eingeführt, mit deren Hilfe die Stationen  definiert und bei der Stationsdatenaktualisierung berücksichtigt werden können.

 

Lösung 3: Achsstationen

Unter dem Menüpunkt „Verkehrsweg – Stationsdaten – Achsstationen bearbeiten“ kann man für die jeweilige Achse beliebig viele Achsstationen definieren, beispielsweise für Achse 1 am Beginn und am Ende des Knotenpunktes. Die Art der Lagedefinition bezieht sich hierbei aber lediglich auf den Stationswert der Achshauptpunkte von Achse 21 und 22.

Abb. 3: Achsstation zur Achse 1 und 3 mit Stationswert als Art der Lagedefinition

Abb. 3: Achsstation zur Achse 1 und 3 mit Stationswert als Art der Lagedefinition

Diese Achsstationen werden dann in der Plotvereinbarung mit STATWERT(1;“A21_1″) aufgerufen. Mit Hilfe des Menüpunktes „Einfügen Achsstation“ können diese passend zur Achse „grafisch“ oder aus einer „Liste“ gewählt werden.

STIFT 21
ACHSE 1
ACHSE 3
*
STIFT 3
RAND 1;ANFANG;STATWERT(1;"E22_1");BRT(01) |die Station ist eine Achsstation
RAND 1;STATWERT(1;"A21_1");ENDE;BRT(01)
RAND 1;ANFANG;ENDE;BRT(02)
*
RAND 3;ANFANG;STATWERT(3;"E21_3");BRT(01)
RAND 3;ANFANG;STATWERT(3;"A22_3");BRT(02)
*
RAND 20 
RAND 21 
RAND 22

Jede Stationsverschiebung(!) der Achse 1 und 3 würde nun eine Nachführung der Stationswerte der Achsstationen bewirken, ohne dass die Plotvereinbarung noch einmal geändert werden muss.

 

Lösung 4: Achsstationen mit Bezug auf andere Achsen

Im Fall einer Lageänderung(!) des Knotenpunktes werden die Elemente des Knotenpunktes und somit auch die Stationierungen der Knotenachsen automatisch neu gerechnet. Die Stationswerte der bisherigen Achsstationen zur Achse 1 und 3 können dann aber nicht automatisch angepasst werden, weil bisher noch keine Verknüpfung zu den Randachsen Achse 21 und 22 hergestellt wurde.
Die Achsstationen zur Achse 1 und 3 müssten demzufolge händisch an den neuen Beginn und das neue Ende des Knotenpunktes angepasst werden, um eine ordnungsgemäße Achszeichnung erzeugen zu können.
Möchte man diesen Arbeitsschritt vermeiden, kann die Verknüpfung zu den Randachsen in der Achszeichnung mit Hilfe des Kennwortes KSTATION hergestellt werden, welches die korrespondierende Station einer Achse zu einer definierten Station einer anderen Achse berechnet. Die ermittelte Station wird einem Wertsymbol zugeordnet und kann dadurch anderen Anweisungen als Parameter übergeben werden.

Syntax

KSTATION Achse1 [; Station1 [; Abstand1]; Achse2 [; Station2 [; Abstand2]; Symbol; Modus

Parameter Beschreibung
Achse1 Nummer der ersten Achse
Station1 Ausgangsstation auf Achse 1 (voreingestellt: Station liegt in Achsmitte)
Abstand1 Nur für Berechnungsart 1 und 3: Seitlicher Abstand [m] einer Parallelen zur Achse 1 (voreingestellt: 0 m).
Achse2 Nummer der zweiten Achse
Station2 Näherungsstation auf Achse 2 (voreingestellt: Station liegt in Achsmitte). Die Station sollte ungefähr in der Nähe der zu berechnenden Ergebnisstation liegen, damit bei mehreren mathematisch möglichen Lösungen die richtige gefunden wird.
Abstand2 Nur für Berechnungsart 2: seitlicher Abstand [m] einer Parallelen zur Achse 2 (voreingestellt: 0 m).
Symbol Name des Wertsymbols für die zu errechnende Station auf Achse 2
Modus Nummer des Berechnungsverfahrens, das angewendet wird:

1: Berechnungsart 1
2: Berechnungsart 2
3: Berechnungsart 3

 

In der Anwendung müssen dazu zunächst mit Hilfe der Achsstationen die Anfangs- und Endpunkte der Randachsen definiert werden. Diese Achsstationen sind dann der Achse 21 und 22 zugeordnet. Als Art der Lagedefinition wird hierbei auf den Achsanfang und das Achsende verwiesen.

Abb. 4: Achsstation zur Achse 21 und 22 mit Achsanfang und Achsende als Art der Lagedefinition

Abb. 4: Achsstation zur Achse 21 und 22 mit Achsanfang und Achsende als Art der Lagedefinition

Mit KSTATION wird dann immer aktuell bei jeder Zeichnungserzeugung die korrespondierende Station auf der Achse 1 und 3 ausgerechnet. In dem Beispiel wird der Name der Achsstation mit der korrespondierenden Station gleichgesetzt.

STIFT 21
ACHSE 1
ACHSE 3
*
STIFT 3
* Ermittlung der korrespondierenden Station
* zur Achse 21
KSTATION 21;STATWERT(21;"A21");0;1; ;0;A21;2 |Definition der Station A21
KSTATION 21;STATWERT(21;"E21");0;3; ;0;E21;2 
* zur Achse 22
KSTATION 22;STATWERT(22;"A22");0;3; ;0;A22;2 
KSTATION 22;STATWERT(22;"E22");0;1; ;0;E22;2
RAND 1;ANFANG;E22;BRT(01)
RAND 1;A21;ENDE;BRT(01)  |Anwendung der Station A21
RAND 1;ANFANG;ENDE;BRT(02)
* 
RAND 3;ANFANG;E21;BRT(01) 
RAND 3;ANFANG;A22;BRT(02) 
* 
RAND 20 
RAND 21 
RAND 22

Fazit:

Mit Hilfe der letzten Zeilen kann man einen Knotenpunkt in der Achszeichnungsvereinbarung so beschreiben, dass er bei jeder Zeichnungserzeugung richtig in die Achszeichnung übernommen wird, auch wenn die Achsen des Knotenpunktes in der Lage und Stationierung geändert wurden.


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